Gerüchte über einen Skype-Klon von Google sind übertrieben. Aber auch nur ein wenig.

Jürgen Vielmeier

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Videochatten über das Web: Google hat ihn bereits im Mai WebRTC angekündigt, einen browserbasierten Baukasten für ein Telefon- und Videochatprogramm. Am 1. Juni stellte Google den Code offen und betreut das Open-Source-Projekt seitdem als Schirmherr. Einige tragen ein bisschen dick auf und sprechen von einem Skype-Konkurrenten, der im Browser und damit auch in Googles Cloud-Betriebssystem Chrome OS läuft.

Das ist ein wenig übertrieben, wenn auch nicht sehr: Denn Googles Wunsch ist es natürlich, Videotelefonie bald über seinen Browser Chrome anzubieten und damit auch Chrome OS aufzuwerten. Die einzige Neuigkeit, die CNet-Autor Stephen Shankland mit diesem Beitrag in Erfahrung gebracht haben will: „Die WebRTC-Software wird bald für Chrome erscheinen“, wobei er sich noch darum herumdrückt, wann, und ob es der Chrome Market, gleich Chrome OS oder beides sein wird. Treffender finde ich die Überschrift, die Dylan Love im zweiten Versuch gewählt hat: „Google lässt eine Armee von Entwicklern auf Skype los.“

Teil von etwas Großem oder nur eine Nischenlösung?

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Es ist allerdings nur ein Teil der Wahrheit, dass ein Skype-ähnliches Programm in Kürze für Chrome erscheinen könnte. Ebenso wahr ist, dass Google auch Mozilla (für den Firefox) und Opera an dem Projekt beteiligt, ein WebRTC-Programm also auch in anderen Browsern erscheinen kann. Einiges spricht also für eine Website, auf der Google ein mögliches fertiges Programm zur Verfügung stellen könnte, vielleicht integriert in ein mögliches Social Network oder auf GMail. Darüber hinaus, und das sollte man auch nicht verschweigen, kann sich jeder andere Entwickler an dem Framework bedienen und seine eigene Videosoftware auf Basis von WebRTC machen. Das liegt in der Natur eines Open-Source-Projekts, wird in den FAQ von Google aber ausdrücklich noch einmal betont. In allen Fällen könnte eine Konkurrenz für Skype entstehen, die Frage ist nur, wie sie aussehen wird und ob einige davon von gleicher Qualität sein werden.

Denn Skype ist längst mehr als ein VoIP-Telefonprogramm. Die aktuelle Version bietet auch die Möglichkeit zur Videotelefonie, der Chat ist seit langem mindestens genauso begehrt wie die Telefonsoftware. Und auch Facebook ist tiefer als zuvor in die neueste Version integriert: Man kann etwa über Skype mit seinen Facebook-Freunden chatten oder Facebook-Statusmeldungen via Skype absetzen. Die Software, die von Microsoft gekauft wurde, ist weit verbreitet, funktioniert in der Regel gut. Fraglich, ob eine Open-Source-Lösung da wird mithalten können. Ich gehe eher davon aus, dass ein Skype-Klon von Google also eine Nischenlösung bleibt – oder Teil von Googles Masterplan für ein eigenes Social Network werden könnte.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.