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Warum ich 3D noch einmal eine Chance gebe

Ich bin kein Freund der 3D-Technik oder zumindest ein großer Skeptiker. Ich habe „Avatar“ in 3D gesehen, dafür einen leichten Schwindelanfall in Kauf nehmen müssen und bin mir sicher, dass er mir in 2D nicht schlechter gefallen hätte. Ich finde Nintendos mobile Spielekonsole 3DS gut gemacht und sehe für mich selbst doch keinen Komfortgewinn darin. Ich habe ein wenig mit dem LG Optimus 3D spielen dürfen und bin von den 3D-Spielereien darin, die ohne Brille funktionieren, nur leidlich beeindruckt. Vieles erscheint mir verschwommen, die für mich sichtbaren 3D-Effekte eine nette Spielerei, die ich nicht wirklich brauche. Und wenn ich auf Treffen mit anderen Bloggern oder technikbegeisterten Freunden über 3D gesprochen habe, dann gestanden mir viele hinter vorgehaltener Hand, dass es ihnen ähnlich gehe.

Die beiden guten Nachrichten sind: 1. Das haben offenbar auch die Hersteller inzwischen erkannt und 2. Es wird uns niemand zwingen, 3D zu benutzen. Das ahnte ich noch nicht, als LG mich vor knapp zwei Wochen zu einem Bloggertreffen in den Frankfurter Flughafen einlud. Das hier ist kein Hardware- oder Testblog. Deswegen schone ich euch mit Details darüber, was der Monitor alles kann, wie gut oder schlecht er im Vergleich zu anderen Fabrikaten ist, wer einen Vortrag gehalten hat und wie gut der Kaffee war. (Ganz ordentlich.) So viel sei aber gesagt: Der Weg, den LG dort eingeschlagen hat, gefällt mir und ich will euch nur ganz kurz sagen, warum.

Bald keine separaten 2D-Monitore mehr?

Zum einen ist es ein kleines, aber feines technisches Detail: Die 3D-Effekte auf dem Monitor mit der Technik „Cinema 3D“ lassen sich mit einer einfachen Polarisationsbrille betrachten, die dem gleichen Typ entspricht, der auch im Kino ausgehändigt wird. Die Technik nennt sich Film Patterned Retarder (FPR) und steht in Konkurrenz zu den erheblich teureren, batteriebetriebenen und laut LG mehr Unwohlsein verursachenden Shutter-Brillen. Ich bin allerdings vorsichtig mit solchen Aussagen, denn das Schwindelgefühl im Kino bekam ich beim Tragen einer FPR-Brille.

Was mir als 3D-Skeptiker aber gefällt: LG bietet den „D2342P“ mit 23 Zoll für knapp 300 Euro an. Sprich: Die Preise kommen langsam ins Rutschen und 3D-Monitore werden bezahlbar. Für etwa 100 Euro mehr als einen 2D-Monitor bekomme ich jetzt also 3D. Wird das zum Trend, könnten die Hersteller in absehbarer Zeit keinen Unterschied mehr zwischen 2D- und 3D-Monitoren machen, produktpolitisch wie preislich. Und wer 3D nicht mag, der kann die 2D-Funktionen der Monitore in Full HD nutzen. Und hin und wieder kann man es ja noch einmal versuchen, für gute Games oder Blu-rays die Brille aufzusetzen. Dann ließe sich nochmal über 3D reden.

(Jürgen Vielmeier, Bild: LG)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

21 Kommentare

  • Die Frage ist ja, ob die Qualität der 2D-Darstellung unter der zusätzlichen Integration der „3D“-Funktion leidet. (Kontrast, Betrachtungswinkel, Helligkeit, Farbbalance, Farbspektrum, Ausleuchtungsgleichmäßigkeit usw.)

  • Ich finde, man sollte 3D eine Chance geben, gerade die Technik von Nintendo find ich am besten, denn wer setzt sich schon gerne eine Brille auf oO?

  • Also als Monitor am Schreibtisch finde ich das verhältnismäßig idiotisch. Aber ich ärgere mich ein wenig, dass es den 50″ TV, den ich mir erst vor einem halben Jahr gekauft habe, jetzt für billiger und mit 3D gibt. Da macht es Sinn, weil schön weit genug weg und trotzdem schön groß 😉

  • Beim Nintendo 3DS kriegt man aber den Tunnelblick. Heisst, der 3D-Effekt entfernt sich vom Betrachter statt sich ihm zu nähern.

    Nokia hat sich ein 3D-Konzept ohne Brille patentieren lassen, welches wieder auf den Betrachter „zugehen“ soll. Mal sehen, was letztendlich daraus wird.

    Probleme sehe ich bei 3D-Filmen immer noch in den Bewegungen. Die sind immer noch äusserst unscharf und für das Auge unnatürlich. Dadurch muss man sich extrem anstrengen und die Augen ermüden rasch. Der 3D-Effekt wird sozusagen punktuell fokussiert und es wird dem Zuschauer aufgezwungen, was er eigentlich anzusehen hat. Blickt man auf etwas anderes, als vom Produzenten vorgesehen, wird es unscharf. Bei Games lässt sich das einstellen, indem man notfalls auf Tiefenunschärfe verzichtet. Bei Filmen eben nicht.

  • Ich finde den 3D-Hype im Kino total nervig. Jeder noch so schlechte Kinofilm kommt jetzt in 3D. Dabei werden vielleicht nur 10% dieser Filme mit der neuen 3D-Technik gedreht. Die meisten Filme werden einfach nachbearbeitet und sehen total schrecklich aus. Verschwommen.

  • Im TV Bereich hat man gar nicht mehr die Wahl. Alle Hersteller haben in der neuen Modellreihe 3D Panel verbaut. Die Preise sind dadurch aber nicht höher als letztes Jahr. 3D ist eine Option und wird es immer bleiben.

  • Also ich werde auf jedenfall noch ein paar Jahre warten, bevor ich mir einen hole. Habe mir vo einem Jahr auch erst einen normalen LED gekauft der dürfte jetzt auch erstmal ein paar Jahre halten.
    Gruß
    Lars

  • Das Problem sind momentan vor allem die Filmemacher. Einige hauen 3D-Effekte rein, dass einem schlecht wird. Andere rechnen aus 2D-Material die 3D-Effekte und dass kommt sehr künstlich rüber. Bis jetzt fand ich nur die Animationsfilme und Avatar gut bei 3D umgesetzt.

  • Ich halte von 3D in Filmen ebenfalls nicht besonders viel – zumal ein Großteil der Filme ja erst normal gedreht wird und erst in der Postproduction über Verfahren 3D fähig gemacht wird.. das muss doch nicht sein..

  • Mich nervt 3D besonders im Kino.
    Mir würd nicht schwindlig aber die Brille nervt und macht das Bild stockfinster. Die letzten Piraten der Karibik hab ich die 2te Hälfte ohne Brille geguckt damit man bei den kämpfen in der nacht und in den hölen was sieht. Da der Film eh kaum 3D hatte waren die paar verschwommen Szenen ohne Brille eh egal

    bitte: ich will 2D zurück

  • agree, auch bei 2D bleiben will…

    Das Problem ist, mit dem 3D werden die Bilder zunehmend dunkler.
    Wenn man dann etwas älter ist, ist das eher suboptimal.

    Schlecht wurde mir nie, wenn ich mit Shutterbrille oder so geguckt habe, es war nur anstrengend.

    Was mich interessieren würde:
    wenn die Geräte alle 3D können, werden wir in Zukunft hoffentlich nicht gezwungen, dann auch 3D zu gucken, denn so optional liest sich das alles nicht für mich…

  • Also ich halte 3D für eine gute Sache. Doch die Entwicklung ist in diesem Bereich noch lange nicht abgeschlossen. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis 3D in den meisten Haushalten zu finden ist.

  • Ich denke das über kurz oder lang jedem Kunden ein solches Gerät aufgezwungen wird.
    Ansich finde ich 3D keine schlechte Sache, aber es ist eben noch nicht wirklich ausgereift.

  • Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis die 3D Technik wirklich vollkommen ausgereift ist! „Damals“ als die Flatscreens auf den Markt kamen hieß es auch !!PLASMA!! heute kauft dank „FULL-LED“ fast keiner mehr Plasma! Es wird sich bestimmt noch richtig viel tun, die Technik steckt noch in den Kinderschuhen.

  • Ich glaube schon, dass die 3D Handys noch große Erfolge haben werden. Am Anfang stand der 3D Fernseher auch in der Kritik, nun haben bereits viele Menschen einen und ich denke, dass es bei dem 3D Handy ähnlich gehen wird. Die Technik wird sich stetig verbessern und immer mehr Leute werden auf den 3D Zug aufspringen.

  • Beim letzten Harry Potter Film war ein Anschauen ohne 3-Brille im Kino gar nicht möglich, ohne Brille – alles verschwommen! Wohl um zu illegale Filmer fern zu halten. Ich mag die 3D Brillen irgendwie nicht!

  • Ja. Ein netter nebeneffekt der 3D Technik im Kino ist wohl auch das, dass illegale Aufnahmen unmöglich werden. Ich perönlich gehe in keine 3D-Kinofilme, da mir das unwohlsein bereitet.

  • Ich find 3D echt super, und schau mir hin und wieder gern solche Filme an. Auch wenn es nicht immer sein muss! Aber auf den neuen Men in Black in 3D freu ich mich schon riesig :)))

  • Ich hoffe, dass ich mich langsam an 3D gewöhne und endlich mal das sehe, was mir alle als „das Besondere“ daran beschreiben. Ich gebe dem Ganzen aber mit Sicherheit noch eine Chance 😉

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