Sonstiges

Müllmann will für iPhone 5 vor Apple Store campieren, bekommt Zelt, Auto und Job


Wir haben uns in den vergangenen Wochen hier vornehm zurückgehalten, was Gerüchte über das wahrscheinlich kommende nächste iPhone angeht. Zu viel heiße Luft für meinen Geschmack: Das nächste iPhone kommt vielleicht im Oktober, vielleicht im September, und jetzt womöglich doch schon im August. Apple selbst hat noch gar keinen Starttermin verkündet, es noch nicht vorgestellt, ja, noch nicht einmal bestätigt, dass überhaupt ein neues iPhone auf den Markt kommen wird. Aber irgendwann muss es das wohl, oder? Und dann wird es bestimmt ein echter Knüller? Dachte sich offenbar zumindest Robert Shoesmith.

Der Brite aus dem Städtchen Coventry wurde bereits im Frühjahr als der Müllmann mit dem iPhone bekannt: Tagsüber leerte er Mülltonnen aus, abends entwickelte er Apps für das iPhone. Bereits im April begann er mit den Planungen an einem Experiment: Er wolle vor dem Apple-Store in London campieren, um als erster das iPhone 5 in Empfang zu nehmen. Er suche nach Sponsoren und hoffe auf Unterstützung bei seinem Plan, schrieb er am 3. April in seinem Blog. Was er seitdem bekam, spottet jeder Beschreibung: Waren im Wert von 40.000 Pfund, darunter ein Auto und zusätzlich einen Job in der Öffentlichkeitsarbeit eines App-Entwicklers.

Keine Sorgen mehr um die Zukunft


Neue Stellenangebote

Growth Marketing Manager:in – Social Media
GOhiring GmbH in Home Office
Online-Marketingmanager (mit Social Media) (m/w/d)
Ernst Klett Sprachen GmbH in Stuttgart
Social Media Manager (d/w/m)
Aktion gegen den Hunger gGmbH in Berlin

Alle Stellenanzeigen


Shoesmith zeigt, dass auch das Campieren vor einem Apple-Store gut geplant sein will. Und die frühe Planung hat sich bezahlt gemacht: Firmen statteten ihn seitdem mit allem aus, was man so für einen längeren Aufenthalt draußen benötigt: Schlafsack, Outdoor-Kleidung, Campingkocher, Zelt, Gartenzwerge (!) und jede Menge Nahrung. Was sich da so alles ansammelt, dokumentiert der iPhone-Fan in seinem Blog und auf Twitter. Einen Geländewagen bekommt er für die Fahrt von Coventry zum Apple Store nach London gestellt. (Allerdings nicht geschenkt, wie es in einer früheren Version dieses Posts heißt.) Seinen Job als Müllmann gab er Ende Juni auf, um in die PR-Abteilung für Medl Mobile zu wechseln, einem App-Entwickler.

Anders als Apfelnews schreibt, wo ich die interessante Meldung zuerst las, ist Shoesmith noch nicht da draußen. Er will erst nach der offiziellen Ankündigung für mindestens drei Wochen die offizielle Schlange anführen. Auf jeden Fall will er dafür sorgen, dass er der erste im Londoner Apple Store ist, der das iPhone 5 in Händen halten darf – wann immer es denn veröffentlicht wird. Um seine Zukunft muss sich Shoesmith mit seinem neuen Job und den Geschenken zumindest keine Sorgen mehr machen. Und die Moral von der Geschicht? Ach, macht euch euren eigenen Reim darauf. Meiner lautet: Jeder Müllmann mit einer cleveren Idee kann genauso gut im Marketing arbeiten…

(Jürgen Vielmeier, Bild: Robert Shoesmith)

Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

25 Kommentare

  • Ich glaube, da hast du den Ausgangspost nicht ganz verstanden. Das Auto bekommt er nur für den Zeitraum der Aktion _geliehen_ (inkl. Versicherung). Das hört sich hier so an, als bekäme er den Wagen geschenkt.

  • @Narsah @Johannes: Danke. Ist korrigiert!

    @Axel Kopp: Na ja, wenn alles misslingt, kann er immer noch Social Media Marketer werden… 😉

  • Also Öffentlichkeitsarbeit und Marketing sind zwei vollkommen unterschiedliche Sachen.
    Marketing an sich hat eher weniger mit Werbung und Öfft.arbeit zu tun. Hier gehts mehr um Internationale Begebenheiten beachten Preisstrategien festlegen, Produktpolitik betreiben, Vertrieb regeln und und und…
    Das mal so nebenbei zu Marketing, dass sich viele Als Marketer ausgeben ist eine andere Sache…da stimme ich dir zu das kann jeder.
    Aber ordentliches MArketing betreiben, wie Apple, dafür braucht es Erfahrung, ein solides Studium und einbischen Wahnsinn 😉

    Gruß und Kuss 😛

  • Clever muss man sein, ich mag es solche Geschichten über Leute zu lesen die es mit einer cleveren Idee zu etwas gebracht haben.

  • @Frank
    Oder nur Wahnsinn, um sich für alle möglichen, teils illegale, Werbekampagnen für so ziemlich jeden Interessenten zur Verfügung zu stellen. Schätze, wenn du da mal einen Ruf hast, kannst du damit auch richtig Geld verdienen. Und auffallen ist doch heut einiges wert.

  • Aus diesem Grund sollte man alle Müllmänner mit Respekt behandeln. Nicht nur weil sie einen Job machen, für den man ihnen dankbar sein muss. Sie könnten auch eines Tages dein Chef sein.

  • @Frank: ich bin jetzt kein Marketingexperte, aber was du da beschreibst verstehe ich eher als Aufgabe eines Produktmanagers und nicht des Marketings. Welche Abteilung sollte denn sonst für Werbung und PR zuständig sein, wenn nicht die Marketing-Abteilung?

  • Verrückte Geschichte.. mit Müllmann und App Entwickler hat man ja auch 2 Welten vereint, wenn es um Gehaltsschichten geht.. schade, dass er ersteres nun aufgegeben hat 😉

  • @Patrick: nana, nicht neiden, selbst auf clevere Ideen kommen! Wie man sieht, gibt es immer noch Möglichkeiten, auf ausgefallene Art und Weise an seinen Unterhalt zu kommen – auch als Müllmann 😉

  • Er hätte lieber seinen Job als Müllmann behalten sollen. Da tut er wenigstens etwas sinnvolles.

    Mei … jetzt gibt es schon Pilger. Der Apple-Wahn nimmt ernsthaft religiöse Züge an. Das ist nicht mehr lustig. Vor Allem scheinen die Leute das ernstzumeinen.

  • Dieses ewige kampieren vor Irgenwas kann ich in keinster Weise verstehen und vermute daher reflexartik eine Verschwörung. Das ist doch alles gefakter PR Mist. 😛

  • Der Artikel zeigt: Unterschätzt nicht eure Müllmänner!
    Aber es könnte wirklich nur eine PR Geschichte sein. Und dieser Apple-Wahn ist wirklich ekelhaft.

  • Toller Artikel!
    Das ist ja nicht nur bei Smartphones so! Viele Leute stellen sich tage lang für z.B. bestimmte „limited Edition Schuhe“ an, welche nur in bestimmten Länder und nur zu bestimmter Zahl produziert werden, diesen Trend gibt es bei extrem vielen verschiedenen Produkten.
    LG Finn