Apple will Leben retten: Japanisches iOS 5 erhält Erdbebenwarnsystem

Jürgen Vielmeier

Die kommende Version 5 von Apples mobilem Betriebssystem iOS wird mit einem Erdbebenwarnsystem verknüpft werden, berichtet 9to5Mac. Anders als man vermuten könnte, erfolgt die Warnung aber nicht über die Bewegungssensoren der iOS-Hardware. Vielmehr verbindet sich die Funktion, die man im neuen Notification Center aktivieren kann, mit dem japanischen Erdbebenwarnsystem. Dieses kann Erschütterungen registrieren, das Epizentrum bestimmen und kurze Warnungen an die Bevölkerung herausgeben. Dadurch kann die Bevölkerung wenige Sekunden bis 1 oder 2 Minuten vor einem Erdbeben gewarnt werden.

Das japanische Erdbebenwarnsystem, das im Jahr 2007 in Betrieb genommen wurde, gilt als das modernste der Welt. 1.000 Seismographen quer über das Land verteilt, registrieren Erschütterungen und melden es an das System. Beim schweren Erdbeben im März dieses Jahres rettete es einigen Menschen nachweislich das Leben. Die kurze Zeitspanne der Warnung vor einem Erdbeben reicht aus, damit Empfänger rechtzeitig Sofortmaßnahmen ergreifen können, wie unter Tischen Deckung zu suchen oder ins Freie zu flüchten. Das so genannte Area Mail Disaster Information Service schickt die Warnung schließlich auf Mobilfunkgeräte.

Und dieses System nutzt in der Regel eine Übertragungstechnik namens Cell Broadcast. Nachrichten werden von Sendetürmen an alle Empfänger in einer Mobilfunkzelle geschickt, die den Dienst aktiviert haben. Der Empfänger erhält die Nachricht von bis zu 93 Zeichen Länge als SMS. Die Einbindung in iOS 5 wäre für japanische iPhone- und iPad-Nutzer nativ. Ob im iPhone auch SMS-CB zum Einsatz kommt, verrät die Meldung nicht. Da das iPhone für die Nutzung des Systems aber ständig auf Nachrichtenempfang geschaltet sein muss, kann das zu Lasten der Akku-Laufzeit gehen. Aber was soll’s, wenn man dadurch Leben retten kann.

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(Jürgen Vielmeier, Screenshot: 9to5Mac)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.