Mann fotografiert Tochter in Einkaufszentrum, Polizei spricht von "Terrorismus"

Jürgen Vielmeier

Anzeige


Achtung, ein Boulevard-Thema, aber ein kurioses: Ein Mann hat seine kleine Tochter in einem schottischen Einkaufszentrum fotografiert. Daraufhin bestellte der Sicherheitsdienst die Polizei, die den Mann scharf anging, seine Personalien aufnahm und sich dabei auf ein Anti-Terrorismus-Gesetz berief. Die Bilder sollte er löschen. Das ganze geschah vergangenen Freitag am Eiscremestand des Braehead-Einkaufszentrums in der Nähe von Glasgow. Chris White fand es süß, wie seine Tochter Hazel auf einem der zu Sitzen umfunktionierten Motorrollern saß und nahm das Foto (oben) mit seinem Smartphone auf.

Kurz darauf kam der Sicherheitsdienst und wies White darauf hin, dass das Fotografieren in dem Einkaufszentrum verboten sei. Er solle die Fotos löschen, so die Anweisung. Doch White hatte sie bereits bei Facebook hochgeladen, was den Sicherheitsdienst dazu veranlasste, die Polizei zu rufen. Und die stellte fest, dass die Security Recht hatte, außerdem seien überall Schilder angebracht, die auf das Fotografieverbot hinwiesen. Während er seine weinende Tochter beruhigen wollte, wies einer der Beamten White harsch an, ihm gefälligst zuzuhören. Danach stellte man eine Verwarnung aus und ließ ihn laufen. Doch genug Grund, sich zu ärgern, hatte White allemal: So gründete er die Facebook-Gruppe „Boycott Braehead“, die binnen Stunden auf mehrere tausend Mitglieder anwuchs und zur Stunde fast 25.000 Mitglieder hat.

„Sieg des gesunden Menschenverstands“

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 10.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Beats-Kopfhörer gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

White veröffentlichte das Geschehen auf Facebook in Form eines offenen Briefs an die Lokalpresse, die sofort darauf ansprang. Zeitungen, Radio- und Fernsehsender aus dem ganzen Land kontaktierten ihn am Wochenende, nur das Einkaufszentrum brauchte bis Montag, um sich zu melden. Dann allerdings gab es eine formelle Entschuldigung und noch eine Änderung der Richtlinien obendrauf: Bei Braehead und allen anderen zehn Einkaufszentren der Kette Capital Shopping dürfen Freunde und Familien sich jetzt wieder gegenseitig fotografieren.

White feierte dies als „Sieg des gesunden Menschenverstands“ und will weiter kämpfen. Weil viele Menschen auf ihn zu gekommen seien, die ähnliche Erfahrungen mit Fotografierverboten in Einkaufszentren gemacht hätten, will er sich jetzt für eine generelle Abkehr des Verbots im Vereinigten Königreich einsetzen, wo man an die Präsenz von Überwachungskameras ohnehin mittlerweile gewöhnt sein muss. Ausgegangen sein soll die ganze Sache übrigens vom Personal des Eiscremestands. Die Verkäufer befürchteten, White hätte auch von ihnen Fotos gemacht, wollten darauf aber nicht zu sehen sein. Ob aus Angst vor Terrorismus oder doch eher privaten Gründen, ist leider nicht bekannt.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Chris White)

🤝 25 Euro geschenkt!

Eröffne jetzt dein kostenloses NIBC Tagesgeld und erhalte bis zu 2,75 Prozent Zinsen auf dein Geld! Und obendrauf gibt's sogar noch 25 Euro geschenkt!


Jetzt Zinsen sichern

Voraussetzungen gelten, Anzeige

STELLENANZEIGEN
Graphic Designer & Content Creator (m/w/d)
FamiCord AG in Leipzig
Senior SAP Consultant FI/CO (f/m/div.)
Bosch Gruppe in Wetzlar
Intern/Working Student (m/f/d) in Generative AI
Clarios Germany GmbH & Co. KG in Hannover
Intern (m/f/d) in Digital Marketing
Clarios Germany GmbH & Co. KG in Hannover
Senior Cyber Security Engineer (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in Hannover
Digital Marketing Manager (m/w/d)
Schwer Fittings GmbH in Denkingen
Personalberater (m/w/d)
Ratbacher GmbH - Karriere bei Rat... in Stuttgart, M...
Organizational Integration Manager (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.