Sind Apps nur noch ein Hype von gestern?

Jürgen Vielmeier

Die Gute wird zersägt werden, weil man sie falsch verstehen wird. Apps seien inzwischen ein Hype von gestern, soll Beraterin und Mobilfunkexpertin Heike Scholz laut Horizont während einer Podiumsdiskussion auf dem Kongress Digital Touch gesagt haben. Sie ergänzte:

Apps stehen mittlerweile als Synonym für Mobile. Tatsächlich aber werden in Deutschland mehr als 80 Prozent der Apps nur rund 1000 Mal heruntergeladen.

Die meisten werden da jetzt herauslesen „Apps sind tot“. Aber das stimmt nicht und das hat Scholz so auch nicht gesagt. Sie versetzt sich damit in die Rolle von Entwicklern und Unternehmen, die aufgebrochen waren, um mit Apps Geld zu verdienen, vielleicht sogar reich zu werden. Denn für die meisten davon haben sich die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Wie das bei den meisten Hypes der Fall ist. 

Beim Goldrausch in Alaska wurden vor allem zwei Gruppen reich: Die, die zuerst da waren, und dann die Händler, die dem dreckigen Rest Spitzhacken und Siebe verkauften. Verhält sich das bei Apps genauso? Jeder kennt Erfolgsgeschichten wie die der kleinen finnischen Software-Schmiede Rovio, die inzwischen mit dem Spiel Angry Birds Millionen verdient hat. Als effektiv hat sich für einige Anbieter die Möglichkeit ergeben, mit In-App-Verkäufen Geld zu verdienen. Es gibt sogar – nicht ganz ernst gemeinte – Anleitungen dazu, wie man mit Apps reich wird (und der Anbieter des App Stores gleich mit).

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Der Großteil der App-Entwickler ist enttäuscht

Aber dann gibt es da noch die Schattenseite derer, die zwar nach außen hin gar nicht so schlecht dastehen, nach allen Abzügen aber doch meist nur Kleckerbeträge mit ihren Apps verdienen. Schon ein Report von Appolicious aus dem vergangenen Jahr hat die Hoffnungen ein bisschen gedämpft. Zwar wurden einige Entwickler mit ihren Apps tatsächlich reich. Dazu bedurfte es aber einer enormen Zahl an Downloads. Viele Anbieter nahmen trotz ordentlicher Abrufzahlen wenig ein; einige nur ein paar Dollar. VisionMobile veröffentlichte im Juni eine Studie, nach der sich die große Mehrheit der App-Entwickler enttäuscht oder gar sehr enttäuscht über die Einnahmen aus App-Entwicklungen gezeigt hatte. Ein Drittel nahm insgesamt mit einer App weniger als 1.000 US-Dollar ein.

Und dann gibt es noch die dritte Gruppe: Die, die mit Apps weder reich noch arm geworden ist, sondern irgendwie davon leben kann. So wie es eigentlich am Ende jedes Hypes ist, seien es Online-Videos, seien es Podcasts, seien es Blogs. Von daher passt der Vergleich schon: Apps sind mitnichten tot, wohl aber die Goldgräberstimmung, die es um sie gab. Viele dürften es inzwischen aufgegeben haben, noch zum virtuellen Klondike zu reisen, wo das Gold rar geworden ist und die besten Felder längst abgesteckt sind. Für den Großteil haben sich App-Entwicklungen nicht gelohnt, aber Erfolgsbeispiele wird es natürlich trotzdem immer wieder geben. Denn Geld verdienen lässt sich heute mit Gold ja mehr denn je. Man muss nur Idioten mit Briefgold in die Falle locken wissen, wie man dran kommt.

(Jürgen Vielmeier, Grafiken: Vision Mobile (CC))

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.