Feiertagsshopping hat seinen Preis: Pfefferspray, überlastete Server, Geld vom Staat

Jürgen Vielmeier

Wir alle lieben Angebote und Schlussverkäufe. Händler freuen sich im vierten Quartal über die höchsten Umsätze, Kunden lieben Angebote, und Deals locken praktisch mehr denn je. Selbst tägliche Rabatt-Angebote wie von Groupon, Dauertiefstpreise und der so genannte „Schluss mit dem Preiswahnsinn“ ändern daran nichts. So hat der Black Friday in den USA der Industrie wieder einmal Rekordeinnahmen beschert, vor allem dem Online-Handel: 816 Millionen US-Dollar haben die Händler laut Comscore am vergangenen Freitag in den USA umgesetzt, dem Tag nach dem Feiertag Thanksgiving, an dem viele Menschen einen Brückentag nehmen.

Angesichts der Zahlen fragt man sich, warum es überhaupt zu Szenen kommen konnte, wie denen in einem Walmart in Los Angeles. Dort hat eine Frau nach Zeugenaussagen gegen die Umstehenden Pfefferspray eingesetzt, um im Kampf um eine vergünstigte Xbox oder Wii-Spiele zum Zuge zu kommen. Etwa 20 Menschen wurden davon leicht verletzt. Dem Ganzen sollen tumultartige Szenen vorausgegangen sein; Kunden wurden offenbar gegen Regale gedrückt. In Jakarta in Indonesien kam es bei einer Rabattaktion für das neue Blackberry-Smartphone (!) Bold 9790 zu einer Panik unter den über 3.000 Wartenden. Etwa hundert Menschen wurden verletzt. Ist Online-Shopping die Lösung für solche Probleme?

Ironischerweise hatte Walmart in den USA nicht nur offline mit Pfefferspray-Attacken und Schießereien auf dem Parkplatz zu kämpfen. Auch online ging nahezu nichts mehr. Die Server brachen unter dem Ansturm der Kunden zusammen. Für Walmart wurde das Wochenende zu einem kompletten Desaster.

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Deutschland: Amazon trickst den Staat aus

Aber auch Amazons Server sollen teilweise lahm gelegen haben. Das Online-Kaufhaus bietet heute wie viele andere Unternehmen einen Cybermonday an. Der Tag ist traditionell in den USA gar noch kaufkräftiger als der Black Friday. Im vergangenen Jahr erzielten die Online-Händler an eben diesem Montag einen Rekordumsatz von 1 Milliarde US-Dollar. In diesem Jahr soll ein neuer Rekord gefeiert werden. Bei Amazon geht der diesjährige „Cybermonday“ in Deutschland mit zeitlich begrenzten Angeboten sogar bis Mittwoch. Allerdings wirft eine Unternehmenspraxis, die am Wochenende bekannt wurde, ein etwas dunkleres Licht auf den Retailer: Amazon setzt wohl tausende Arbeitslose als Saisonarbeiter ein, die zuvor sechs Wochen lang in Form einer Aktivierungs- oder Eingliederungsmaßnahme arbeiten müssen und nur vier davon bezahlt werden. Der Rest wird aus Geldern der Agentur für Arbeit oder der Jobcenter gedeckt, der Steuerzahler kommt also dafür auf.

Die Praxis ist legal, sofern man die Beschäftigten nicht jedes Jahr erneut für die gleichen Maßnahmen schult. Das hat das Online-Kaufhaus dem „Spiegel“ zufolge aber getan. Der gleiche Bericht verweist auf Arbeitnehmervertreter, die vermuten, dass die Hälfte der 9.000 befristeten Aushilfen bei Amazon davon betroffen sind. Bei anderen Anbietern ist es vermutlich nicht viel anders. Weihnachten hat seinen Preis.

Wie haltet ihr es, wenn Weihnachten oder die nächste Rabattaktion nahen? Kauft ihr lieber im lokalen Elektrohandel oder Online ein? Oder seid ihr angesichts des Konsumwahns mit seinen Tücken zu Abstinenzlern geworden?

(Jürgen Vielmeier, Bild: KTLA)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.