Tag des Rotlichts: 100.000 .xxx-Domains gehen heute an den Start

Jürgen Vielmeier

Es ist so weit: Heute wird das Internet um einen Adressraum reicher; einen pikanten, wohl gemerkt. Wie der Registry-Betreibers ICM bekannt gibt, gehen 100.000 Domains mit der Endung .xxx heute um 17 Uhr an den Start. Das Rennen um die besten Plätze ist damit eigentlich schon vorbei. Wer aber will, kann ebenfalls ab heute eine .xxx-Domain ab Preisen zwischen 70 und 100 US-Dollar registrieren lassen. Versucht aber gar nicht erst, euch Vanity-URLs wie sex.xxx oder porn.xxx zu sichern. Die sind selbstverständlich längst vorregistriert.

ICM will selbst keine der neuen Domains vergeben, sondern überlässt Registraren das Spielfeld. Einige besonders einschlägige Domains hat ICM aber im Rahmen der Eigenfinanzierung selbst verkauft. Die Namen von 4.300 Prominenten der Szene hat sich ICM ebenfalls gesichert, um sie gegen einen höheren Obolus zu veräußern. So brachte ICM im Oktober die Domain Gay.xxx für stolze 500.000 US-Dollar an den Mann. Es war der teuerste Verkauf einer Domain, die zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht einmal verfügbar war.

Kontrollierbarer Rotlichtbezirk

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Andere begehrte Adressen wurden in einer zweiwöchigen Periode versteigert. In Deutschland sind für den Anfang sechs Webhoster unter den Händlern der .xxx-Domains, darunter etwa InterNetX und United Domains. Letzterer zählt zur Stunde über 11.000 Vorbestellungen auf die neuen Adressen. Stuart Lawley, der Chef von ICM Registry, wo man die Domains künftig hosten kann, kämpft nach eigenen Angaben seit den 90er Jahren für diesen eigenen Adressraum. Herumschlagen musste er sich dafür nicht nur mit Vertretern verschiedener Weltreligionen, sondern auch mit Stars der Pornoszene, die dem .xxx-Bereich nichts abgewinnen konnten. Etwa weil sie mit einer anderen Domain bereits erfolgreich waren und sich nicht für viel Geld eine weitere Domain kaufen wollten.

Der .xxx-Adressbereich bietet den Vorteil eines besseren Jugendschutzes. Browser lassen sich von Eltern über entsprechende Filter etwa so einstellen, dass .xxx-Seiten gar nicht mehr angezeigt werden können. Ein derartiger Jugendschutz war bislang deutlich aufwändiger. Allerdings bietet das auch die „Gefahr“, dass einzelne Länder, die das Internet kontrollieren, .xxx-Adressen einfacher sperren können. Das Web hat nun jedenfalls auch ganz offiziell einen Rotlichtbezirk, und es gibt Instanzen, die ihn kontrollieren können.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.