Sonstiges

SUR40 – Ein Bildschirm wird zum Beratungsinstrument

So, alle mal hergehört: Vor allem all diejenigen, die 8.999 Euro auf der hohen Kante liegen haben. Ihr könnt euch ab sofort nämlich zu diesem Preis ein ganz besonderes Spielzeug in euer Wohnzimmer stellen. Den SUR40 von Samsung, der in enger Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt wurde. Was das ist? Nun, das könnt ihr über das Foto oben schon erahnen. Ein überdimensionaler Tablet PC.

Klar, die offizielle Produktbeschreibung lautet ein bisschen anders: Multitouch-Display mit Objekterkennung. Konkret soll der SUR40 in erster Linie bei Beratungs- und Verkaufsgesprächen Verwendung finden – beim interaktiven Kennenlernen von Produkten und Services. Zum Beispiel in Banken, Versicherungen, Autohäusern oder auch in Arztpraxen. Und ob ihr es glaubt oder nicht: die Bedienung des Teils macht tatsächlich ziemlich Spaß – nicht nur wenn man darüber mit vier Personen eine aufgepeppte Version das Kultspiel Pong zockt.

Stellt euch zum Beispiel folgendes Szenario vor: ihr sitzt in einer Bank und verhandelt mit dem Bankkaufmann eures Vertrauen über ein neues Häuschen für eure Famile. Bisher sah es in der Regel so aus, dass der Bänker auf der einen Seite eines Tisches saß und ihr auf der anderen – mit Frontalblick auf die Rückseite vom Computermonitor. Mit dem SUR40 werden Beratungsgespräche deutlich interaktiver und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar.

Spaß mit deutlich mehr Interaktion

Beispiel: die Sparkassen werden den Präsentationstisch in naher Zukunft in ausgewählten Filialen dahingehend einsetzen, dass sie Kunden das Satellitenbild einer Deutschlandkarte präsentieren. Zu jedem Bundesland wird die Anzahl der verfügbaren Immobilien oder Grundstücke angezeigt. Mit wenigen Handgriffen ist es möglich, einen persönlich favorisierten Kartenausschnitt zu vergrößern oder über eine integrierte Suchmaske eine Übersicht potenziell interessanter Immobilien zu finden.

Das Besondere ist, dass es praktisch an jedem Platz rund um den SUR40 möglich ist, auf dem Display herumzuspielen. Der Berater kann beispielsweise ein Immobilienangebot in die eine Ecke schieben, ein zweites in die andere Ecke und zwei Personen können anschließend parallel (!) Details zur Ausstattung oder Fotos abrufen, um im nächsten Moment beide Angebote einfach miteinander zu tauschen. Möglich macht es die von Microsoft entwickelte PixelSense-Technologie, die auf Infrarotstrahlung basiert. In jedem einzelnen Bildpunkt des Displays sitzen Infrarotsensoren, die auf Lichtreflexionen reagieren.

Die Grundidee des Surface 2.0 ist, den Spaß bei der Bedienung zu erhöhen und dabei auf die Nutzung von Maus oder Tastatur zu verzichten. Microsoft geht noch weiter. „Wir unternehmen mit Surface erste Schritte in einer komplett neuen Welt“, erklärte mir der zuständige Microsoft-Manager Clemens Lutsch vor ein paar Tagen in München. Mit dem SUR40 ist es möglich, bis zu 50 gleichzeitige Touch-Punkte abzubilden, was eine parallele Benutzung durch mehrere Menschen möglich macht.

Multitouch-Display mit 40 Zoll Bildschirmdiagonale

Schön ist auch, dass sich das Riesendisplay mit einer diagonalen Abmessung von 40 Zoll (knapp 102 Zentimeter, 1920 x 1080 Pixel) sowohl als klassischer Tisch auf vier Beinen (Aufpreis: 599 Euro) verwenden lässt, alternativ aber auch an die Wand gehängt oder in Möbelstücke integriert werden kann. Hinzu kommt dass das Gerät Finger, Hände oder auch Gegenstände erkennt und so über speziell geschriebene Anwendungen zu einem perfekten Präsentationsinstrument mutiert.

Als Oberfläche kommt die derzeit größte existierende Scheibe aus gehärtetem Gorilla Glas zum Einsatz, heißt es seitens Samsung. Zudem soll es auch möglich sein, Flüssigkeiten über dem Tisch zu verschütten. Eine Stunde kann dem Vernehmen nach vergehen, ehe der Tisch bei Nichtbeachten Schaden nehme, sagte Samsung-Managerin Michaela Teufel anlässlich einer Produktpräsentation. Ausprobieren würde ich das trotzdem nicht…

Fakt ist: jene Bedienung, die wir alle von Smartphones und Tablet PCs kennen, kommt auch auf dem SUR40 zum Einsatz. Und das zu meiner Überraschung sehr reaktionsschnell und ohne bemerkenswerte Ruckler. Monieren könnte man, dass eine Applikation sehr, sehr lange braucht bis sie einmal gestartet ist, aber in der Regel wird man ja nicht zwischen unzähligen Anwendungen hin und her wechseln, sondern bei einer bleiben. Auch das Vergrößern und Verkleinern von Objekten hakt an der einen oder anderen Stelle ein bisschen, ist aber sicherlich auch der Art und Weise der App-Programmierung geschuldet.

Herzstück ist in der Standardkonfiguration ein AMD Athlon II X2 Dual Core-Prozessor mit einer Taktrate von 2,9 Gigahertz – flankiert durch vier Gigabyte Arbeitsspeicher und vier USB-Ports sowie eine 320 Gigabyte große Festplatte. Als Grafikkarte kommt eine AMD Radeon HD 6750M zum Einsatz, als Betriebssystem Windows 7 Professional. Selbst an HDMI-Schnittstelle und WLAN fehlt es nicht. Und jetzt ihr: kaufen oder nicht?

(Hayo Lücke)


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Über den Autor

Hayo Lücke

Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.

13 Kommentare

  • Ich hab den Vorgänger schon auf einigen Messen als Info-Plattform benutzt, ist ganz nett.
    Für solche Zwecke sicher eine ganz gute Geschichte, für den Heimgebrauch aber wohl für die meisten ein bisschen zu kostspielig.

  • Ein interessantes Stück. Wenn der Preis nicht so hoch wäre, würde ich mir überlegen, ob ich sowas kaufe.

    Ich kann irgendwie nicht nachvollziehen warum der Preis so hoch ist.
    Die interne Hardware scheint den Preis nicht in die höhe zu treiben. Ist es vllt. die „Scheibe aus gehärtetem Gorilla Glas“?

  • Wenn das jetzt mal keine astreine Werbung ist… das Ding ist zwar ganz nett und es ist toll, dass es ein „Serienprodukt“ ist, aber es ist im Prinzip ein total alter Hut. Solche Systeme werden schon seit Jahren auf Messen und im inovativen Handel benutzt!
    Manchmal hilft es, über die engen Grenzen des eigenen Erfahrungshorizonts zu schauen. Informiert euch doch mal über z.B. Digital Signage…

  • ja auch ich für meinen teil kann da nur zustimmen. Der Preiß ist ja mal wirklich weit entfernt von dem was sich jeder kleinere Vertrieb leisten kann. Schade eigendlich. Ich hoffe aber das es sich in Zukunft weiter nach unten bewegen wird. Denn dann werden wir solche Geräte wohl bald öfter einmal zu gesicht bekommen.

  • Oh toll, ein Angeberobjekt für Institutionen, die eh schon zu viel Geld haben. Super seriöses Must-have-„Beratungsinstrument“, in der Tat 🙁

  • @Ben: ist doch immer so, ist gerade Hipp also völlig überteuert. Für meinen LSD Fernseher hab ich damals auch 2.500 Euro bezahlt, kostet jetzt keine 600 mehr 🙁

  • Ja das ist ja sehr viel Geld für so ein spielzeug ähnliches Ding. Meiner Meinung nach genauso unnötig wie IPad, obwohl dass eigentlich noch unnötiger ist. Ist doch total nervig von oben auf den Bildschirm zu gucken. Naja jedem das seine, ich bleibe bei meinem guten alten Tower Pc mit 24 Zoll Bildschirm. Das reicht mir vollkommen

  • Das Teil hört sich wirklich klasse an. Sowas könnte sich gut in jedem Haushalt machen, wenn man zb Pokern möchte. Nettes Spielzeug für Zuhause, weil teuer. Aber sicherlich eine klasse Sache für Banken und Handel!

  • Der LED-Tisch ist Kult, wurde vor Jahren ja schon von Microsoft propagiert und HP und kommt nun hoffentlich bald fuer die Massen zu bezahlbren Preisen. Das waere schoen !!!!!

  • Wie weit man mit integrierten/embedded Systemen kommt, sehen all diejenigen, die auf den Vorgänger Microsoft Surface 1 mit integrierten Beamern gesetzt und 15.000 EUR versenkt haben (wohlgemerkt nur für die Hardware, ohne passende Applikation, die mit SDK entwickelt werden muss). Das niedrige Tischchen mit 32″ Display konnte nur in dunklen Ecken stehen.
    Nun also „the next generation“, diesmal LCD-basiert, aber (wieder) viel zu teuer und eben inflexibel, weil alles fest konfiguriert ist.

    Modular ist cleverer – und vorhanden, wenn man ein bisschen mit den richtigen Keywords recherchiert: (Multi)Touchsysteme XXL in 32, 42, 46 … Zoll gibt es seit Jahren, für ein Viertel des SUR40-Preises. Modular heißt, in diesen Systemen kann man beliebige LCD, LED-TV usw. und jeden beliebigen PC nutzen, was nicht nur wirtschaftlicher ist, sondern auch individuelle Anforderungen und Austauschbarkeit berücksichtigt.

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