Sonstiges

MWC 2012: Was bisher geschah


Wenn du am Montag deinen RSS-Reader durchgehst und doppelt so viele Nachrichten drin sind wie sonst, dann muss Messe sein. In diesem Falle ist es die Leitmesse für Mobilfunk: der Mobile World Congress (MWC), der heute in Barcelona begonnen hat. Dass er heute beginnt, bedeutet nicht, dass gestern noch nichts los war. Neue Geräte und Services wurden schon zu Hauf vorgestellt. Die Kollegen vor Ort erschlagen uns mit jeder Einzelheit.

Ich wollte euch eine Übersicht aller Handys und Tablets nebst einem Bild geben, die bisher vorgestellt wurden. Aber, haha, dann säße ich am Freitag noch hier. Konzentrieren wir uns lieber auf die Highlights, und selbst davon gibt es schon genug. Highlights der Highlights: die ersten Quadcore-Smartphones.

Asus

Bereits vor einigen Monaten kündigte Asus das Padfone an, heute wurde es vorgestellt: ein Smartphone, das man in ein Tablet-Gehäuse stecken und es damit betreiben kann. Und eben das Tablet kann man mit einer Tastatur auch noch zum Laptop erweitern. Mag gut gemeint sein, besonders chic finde ich das nicht, und nicht einmal besonders funktional. Aber wer es mag…

ZTE


Der chinesische Hersteller ZTE will den Platzhirschen mit ichweißnichtwievielen Smartphones und Tablets Konkurrenz machen. Mit dem ZTE Orbit ist ein Windows Phone darunter, der Rest ist größtenteils Android. Zugpferd soll das neue ZTE Era werden: 4,3-Zoll-Touchscreen, nur 7,8 Millimeter dünn, Android 4.0 mit der eigenen Oberfläche MiFavor und einem Quadcore-Prozessor und 1,3 GHz. Es soll aber erst in der zweiten Jahreshälfte in Europa auf den Markt kommen; einen Preis teilte ZTE noch nicht mit.

Samsung

Im Vergleich zu seinem breiten Produktprogramm sparte Samsung mit neuen Smartphones. Für ein wenig Aufsehen sorgten das große Galaxy Note mit 10.1 Zoll und Eingabestift – und das Projektor-Handy Galaxy Beam. Der eingebaute Beamer bringt es auf 15 ANSI Lumen – was natürlich Spielzeug im Vergleich zu einem handelsüblichen Wohnzimmerbeamer ist (mindestens 2.000 Lumen). Aber für kleine Video-Demos unter Freunden… Zumal das Galaxy Beam mit dem 1-GHz-Dual-Core-Prozessor, 4,0-Zoll-Display, 5-Megapixel-Kamera und Android 2.3 gehobener Schnitt ist. Obendrauf soll auch noch das neue Galaxy SIII geleakt sein: 1,5 GHz Quadcore, 4,8-Zoll-Bildschirm, Android 4.0, LTE. Klingt gut.

Nokia

Heute Morgen schrieben wir bereits darüber, wie Nokia den Megapixelwahn ad absurdum führt. Ansonsten lassen uns die Finnen auf dem MWC größtenteils mit neuen Smartphones in Ruhe und stellen dafür neue Services vor: die Navi-App Drive 3.0 und Nokia Reading, die Antwort auf Social Reader wie Zite und Flipboard. Abgesehen davon, dass es ein paar Ashas mit dem altgedienten System S40 und das Lumia 900 ohne LTE auch für Europa gibt, stellte Nokia das Lumia 610 vor. Das Windows Phone mit 3,7-Zoll-Bildschirm spart vor allem bei den inneren Werten: 800 MHz Single-Core und 256 MByte RAM sind heute nicht mehr Standard. Dafür kostet es auch nur 189 Euro. Update: 189 Euro beträgt der Vorsteuerpreis. Der Endpreis beträgt 259 Euro, was für ein Telefon mit der Ausstattung fast schon wieder teuer ist.

Sony


Sonys neue Hoffnungsträger ohne den alten Bruder Ericsson heißen Xperia U und Xperia P, beide in sehr auffälligem Design (Bildquelle: CNet). Das P ist mit 4,0 Zoll etwas größer als das U (3,5); letzteres soll auch nur gut 250 Euro kosten, das P um 450 Euro. Gemeinsam sind ihnen Android 2.3 und der 1-GHz-Prozessor mit Dual Core. Beide Phones reihen sich neben dem Xperia S in Sonys Xperia NXT-Serie ein.

HTC

Auch HTC strebt die Drei-Modell-Serie an. Mit den One X, S und V bedienen die Taiwaner praktisch alle Kunden. Neuer Shooting-Star dürfte das One X mit 1,5 GHz-Prozessor sein – Quad-Core und 4,7-Zoll-Bildschirm. Das One S richtet sich an die Mittelklasse, das One V an Einsteiger. Ricarda Riechert von Stereopoly freut sich, dass HTC damit „wieder konkurrenzfähig“ werde.

LG


Auch LG hat ein Smartphone mit einem Quadcore-Prozessor zu bieten: Das Optimus 4X HD mit Android 4.0. Dazu gibt es ein neues 3D-Smartphone, das Optimus 3D Max, sowie das L7, das L5 und das L3, letztere im Bild oben.

Huawei

Huawei will nichts weniger als mal eben das schnellste Smartphone der Welt vorgestellt haben – was sich wohl vorerst allein auf den Prozessor beziehen dürfte: das Ascend D Quad mit Quadcore-Prozessor und 1,5 GHz. 8,9 Millimeter ist es dick (gleichzeitig das dünnste Smartphone ist es damit nicht), Android 4.0 wird installiert sein, 4,5 Zoll ist es groß. Auf den Markt kommen soll es im 2. Quartal.

Panasonic

Panasonic stellte erst vor einer Woche das Eluga vor, jetzt setzt man mit dem Eluga Power noch einen drauf. Mehr Bildschirm (5,0 statt 4,3 Zoll), mehr Prozessorleistung (1,5 statt 1,0 GHz Dualcore), mehr Android (4.0 statt 2.3.5).

Mozilla


„Gibt es nicht schon genug mobile Betriebssysteme?“, fragt man sich oft. Android, iOS, Windows Phone, Blackberry OS, Tizen, Open WebOS. Die Auslaufmodelle Bada, MeeGo und Symbian/Nokia Belle erhalten immer noch Updates. Und jetzt kommt Mozilla daher und stellt mit „Boot to Gecko“ noch eins vor. Sind das nicht langsam mal zu viele? Schon, aber auf eins mehr kommt es jetzt auch nicht mehr an. Zumal die Oberfläche von Boot to Gecko ganz auf HTML 5 basiert. Ein ganz neuer Ansatz, wie The Verge in einem Video zeigen:

Alles in allem? Der Overkill. Zu viele Phones, zu viele Tablets, als dass alle davon sich jemals gut verkaufen könnten und die arglosen Kunden da draußen die Übersicht behielten. Manchmal ist weniger doch mehr. Verschlankt euer Produktprogramm, Leute, bitte!

(Jürgen Vielmeier, Bilder: Hersteller)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

21 Kommentare

  • Mit etwas mehr Übersicht könnten Onlinemedien allerdings der Unübersichtlichkeit solcher Messen durchaus entgegenwirken – z.B. einfach mal wichtige Parameter wie Displaygrößen und Prozessor/Frequenz u.ä gesondert als Bildunterschrift.

  • Ich habe den Aufwand für solche Stichpunkte bisher zumindest für geringer gehalten als ihre Ausformulierung in ganzen Sätzen. Für Schreiber wie Leser gleichermaßen.

  • „Hast du eine Ahnung, wieviel Arbeit das ist?“ Hab ich das gerade richtig gelesen? Das ist doch euer Job, ihr wollt doch darüber berichten, neue Leser gewinnen und letzten Endes auch die Stammleser zufrieden stellen. Oder etwa nicht? Herrlich.. Bloß nicht zuviel machen, es könnte noch in Arbeit ausarten. Seid ihr da eigentlich ernsthaft angestellt und bekommt ihr Gehalt? Da würde ich als Chef aber ’nen kleinen mittelgroßen Ausraster bekommen, wenn ich sowas lesen würde. Adieu Basicthinking, ihr habt euch früher wirklich mehr Mühe gegeben..

  • Wie kommt ihr und andere Blogs darauf, dass das Lumia 610 für unter 200 Euro zu haben ist. Laut Pressemitteilung wird es für 259€ verkauft. Hat Nokia unterschiedliche PM’s verschickt?

  • @Jan: Du hast in deinem Leben noch nie einen Beitrag selbst geschrieben, richtig? 🙂

    @Traugott: Das Gegenteil ist der Fall. Wie gesagt: Wenn ich mehr Ressourcen hätte, würde ich mehr in die Tiefe gehen. Leider nicht der Fall.

    @Andreas @Carsten: Das scheint bei genauerer Recherche der Vorsteuerpreis zu sein, den viele Quellen (Verge, GigaOM, TC) genannt haben. Ich präzisiere das mal grad.

  • Ich persönlich fand den Artikel recht übersichtlich, man bekommt zumindest einmal einen Überblick über alle Produkte.
    Nur im Bezug auf das Asus Padfone muss ich ein bisschen widersprechen. Ich finde die Idee sehr genial. Es mag zwar sein, dass das Design bei diesem (ersten) Modell noch nicht ganz ausgereift ist. Dazu müsste ich es selbst in die Finger bekommen um das zu beurteilen.
    Aber allgemein finde ich die Idee hat sehr viel Potential. Es wird doch so schon immer mehr Wert darauf gelegt diese Geräte mit einander zu kombinieren, ich erwähne hier nur die BlackBerry Bridge. Wieso nicht gleich eine Möglichkeit liefern das Smartphone komplett einzubetten.
    Ob es sich derzeit rentiert so etwas zu machen is wieder eine andere Frage. Aber ich denk die Zukunft wird mehr auf solche integrierten Lösungen setzen. Soviel zu meinem Senf 🙂

  • Stimmt. Ich vermisse aber eine kombinierung der Besten Eigenschaften:
    – 1080p AMOLED Bildschirm
    – Qualcomm Snapdragon S4
    – 42 Megapixel Kamera
    – So eine gehärtete Alu Unibody Hülle wie im One S
    – Android 4 mit späterer Dualboot Funktion für Windows 8 und Ubuntu

    Dann wäre ich ja schon zufrieden.. Würde wahrscheinlich sogar 500€ für so eins zahlen. Und das ist ja alles technisch schon da..
    Muss man nur noch kombinieren..

  • Und ich warte noch auf den Tag, an dem die neuen Handys ohne Frauen präsentiert werden, die sie sich neben die Nase halten. Das hat die Ästhetik der im Schneidersitz treudoof neben den Webhosting-Angeboten sitzenden Schönheiten. Sexismus pur.

  • Ich habe gerade auf diversen Blogs gelesen, dass vor allem
    Nokia zahlreiche neue Mobiltelefone (vor allem im unteren Preissegment) sowie kostenlose Informationsapps auf der Messe angepriesen hat. Die Apps ermöglichen z.B. das Abrufen von Terminen von verkaufsoffenen Sonntagen (über http://www.verkaufsoffenersonntag24.de) oder das Abrufen von Verkehrsanbindungen (U-Bahn, S-Bahn, Bus usw) in sehr vielen europäischen Städten. Hört sich zumindest vielversprechend an. Mal sehen ob Nokia damit den Anschluss an den „verschlafenen“ Smartphone Hype wieder herstellen kann.

  • Liebe Basicthinking Redaktion.

    Ihr schießt euch doch selber ins Bein und meint noch das es jetzt an die Zeit wäre, wenn eure wichtige Gut nämlich die Leser doch zumindest fragen ob es nicht möglich wäre bei solche wichtigen Artikel vielleicht ein wenig mehr Arbeit zu investieren dann noch mit völlig unpassende eigene Antworten „was glaubt ihr was für ein Aufwand so was kosten würde?“ zu antworten.

    Nein ehrlich bei solche wichtige Themen und die paar Artikel die im Jahr dafür nötig sind würde es auch BT gut tun hier ein wenig mehr Aufwand zu betreiben.

    Gut dies kostet erst einmal zeit und dies wird ihr nicht sofort vergütet bekommen aber auf längere Sicht würden die Leser merken das hier viel in die Übersichtlichkeit investiert wird. Ergo es gibt mehr Leser und damit auch bessere Einnahmen.

    Also überdenkt mal eure Antwort und am besten beantwortet ihr dies mit eine gute übersichtliche Artikel über die Neuerscheinungen. Auch vielleicht eine Entschuldigung über eure nicht passende Antwort würde sicherlich keine Zacken aus eure Krone bringen.

    Zum Artikel

    Huawei scheint aufzuholen und nicht mehr nur als Billigmarke und Dienstleister für andere Hersteller zu fungieren. Vielleicht schaffen die ein Durchbruch? Die Weichen stehen zumindest schon einmal in die richtige Richtung

  • Hach, was liebe ich doch Apple! Die haben auch ‚the paradox of choice‘ richtig verstanden.

    Keine Auswahl > schlecht
    Zuviel Auswahl > schlecht
    Etwas Auswahl > gut

  • @Gartenzwerg: Spricht eben genau die Zielgruppe an. 😉

    @Peter: Du drehst mir und dir selbst die Worte im Mund um. Anyway: Ich tue, was ich tun kann und gestern war nicht mehr drin. Es gibt derzeit 1 Redakteursstelle für BT und der 1 Redakteur musste gestern auch noch über Anderes berichten. Er hatte 2,5 Stunden Zeit für den Artikel oben, hat die wichtigsten Dinge herausgefiltert und ist dafür mit dem Ergebnis zufrieden.

    „Ergo es gibt mehr Leser und damit auch bessere Einnahmen.“

    So einfach funktioniert die Wirtschaft? Hätte ich das doch nur gewusst…

  • @Jürgen,

    Ja es gibt auch zwänge, aber diese wichtige Messe ist steht schon seit langen fest. Das müsst ihr zumindest für diese kurze Zeit alle mögliche Manpower aufwarten damit ihr als möglichst erste umfassend davon berichtet.

    Und noch was. Es gibt ein Menge andere gute Blogs zu diesen Thema und diese werden von ein einzige Person betrieben. Warum schaffen die was, was eure Mitarbeiter anscheinend so schwer fällt.

    Wenn ich wüsste das es wie früher bei BT nur eine Person dahinter stehen würde, hätte keine was gesagt das ihr am ersten Tag nicht so viel geschrieben habt. Aber anscheinend habt ihr heute ein wenig nachgelegt wobei ich aber erstmals die andere Artikel anschauen muss.

  • @Peter: „Es gibt ein Menge andere gute Blogs zu diesen Thema und diese werden von ein einzige Person betrieben. Warum schaffen die was, was eure Mitarbeiter anscheinend so schwer fällt.“

    Welche sollen das sein und was genau schaffen die mehr als wir?

    „Das müsst ihr zumindest für diese kurze Zeit alle mögliche Manpower aufwarten damit ihr als möglichst erste umfassend davon berichtet.“

    1. Warum MÜSSEN wir das? Warum sollten wir nicht, wie sonst auch, aus der Hintergrundperspektive berichten? Und 2., zur Manpower: Von der Onlinekosten-Redaktion sind zwei von vier festen Redakteuren derzeit in Barcelona und berichten dort darüber. Mehr Manpower ist nicht drin, ist immer auch eine Geldfrage.

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