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Sven Regeners Abrechnung mit den Content-Kiddies und Effenbergers Gegenrede: "Da habense dich angelogen"


Wenn jemand klare Worte spricht, dann gilt er in diesem Land als Held. Auch wenn seine Meinung nicht überall auf Gegenliebe stößt. Seit einigen Tagen geistert ein Mitschnitt durch das Netz, den der Autor und Musiker Sven Regener („Element of Crime“) dem Radiosender Bayern 2 gab. In dem Interview redet sich Regener in Rage, weil er sich und seine Künstlerkollegen durch die aktuelle Debatte um das Urheberrecht als Aussätziger sieht.

Regener: „Es wird so getan, als wenn wir Kunst machen würden als exzentrisches Hobby.“ Und weiter: „Das ist nichts anderes, als ob man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: ‚Euer Kram ist eigentlich nichts wert. Wir wollen das umsonst haben, wir wollen damit machen können, was wir wollen, und wir scheißen drauf, was du willst oder nicht.'“ Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgehe, so Regener, sei nichts wert.

Es folgt eine kleine Abrechnung mit Googles Videoplattform YouTube, die sich weigere, Abrufe per Click zu vergüten. Auch deren Nutzer und die Piratenpartei bekommen in Regeners unterhaltsamer, fünfminütiger Generalabrechnung ihr Fett weg.

Die Retourkutsche folgte auf dem Fuße: Christopher Lauer von der Piratenpartei widerspricht Regener: „Wenn wir über die GEMA reden, wer kriegt denn da das Geld? Das kriegen doch nicht die jungen Künstler, die eigentlich unterstützt werden müssen, sondern am Ende bekommen Herbert Grönemeyer oder Sven Regener das Geld.“

Auch der Journalist und Musiker Fritz Effenberger (Mitglied der Piratenpartei) widerspricht Regener in einer Gegenrede, die ebenso lesenswert ist wie Regeners Tirade hörenswert: „Das Internet ist kein Plattenladen. Sorry, aber da habense dich angelogen. Das Internet ist statt dessen so eine Art Radio- oder Fernsehsender. (…) Du kannst da Sachen draus ‚aufnehmen‘, wie beim Radio, aber nichts draus wegnehmen.“ Und weiter: „Sorry, aber als Autor oder Musiker kriegst du üblicherweise nicht mehr als 5 Prozent vom Endverkaufspreis. Auf deinem YouTube-Channel bekommst du 50 % der Werbeeinnahmen. Und wenn du den Deal direkt mit Amazon machst, 70 % des Umsatzes. Überleg dir das mal.“

Schön, dass die Debatte um das Urheberrecht wieder in Gang kommt. Wie gesagt: Wenn einer klare Worte spricht…

(Jürgen Vielmeier, Bild: Arne Müseler (CC))


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

39 Kommentare

  • So ein selten dämliches Geschwätz, ich weiß gar nicht welche seiner falschen Aussagen ich als erstes widerlegen soll, aber irgendwie ist mir da auch meine Zeit zu schade…

    Aber am besten find ich immer noch: „die Leute zwischen 15 und 30 haben keine eigene Musik mehr“ 😀
    Ich stecke zufällig in dieser Schublade, wusste aber gar nicht dass mein Opa schon Dubstep gehört hat oder auf Technofestivals gegangen ist…
    Naja man lernt nie aus, wusste zum Beispiel auch nicht dass bei der aktuellen Entwicklung nur noch Volksmusik übrigbleibt, also bei di.fm läuft keine Volksmusik.

    Und seine Anschauung von Youtube ist ja auch herrlich: Das hat uns nichts zu bieten, „außer, was andere Leute geschaffen haben und da reingestellt haben“. Junger Mann, du hast’s erfasst!

    Ein Musiker ist nunmal ein Mensch wie der Besitzer eines Tante Emma Ladens: Er überlegt sich, womit er in seinem Leben Geld verdienen will, tut das, und muss wie jeder andere Mensch auf der Welt hoffen, dass es Menschen gibt, die für die von ihm erbrachte Leistung den von ihm gewählten Preis bezahlen möchten. Ist das nicht der Fall so muss er seinen Tante Emma Laden eben wieder schließen und Maurer werden. Und die von IHM erbrachte Leistung ist nunmal eine CD die in der Herstellung 5 Cent kostet. Und der von IHM gewählte Preis (dadurch dass er es von einem Label verkaufen lässt) ist nunmal 10-15€. Wenn ich dann sage dass ich lieber für 3€/l tanken gehe als mir so etwas gefallen zu lassen ist das sein Problem, da sein altbackenes Gesechäftsmodell nicht funktioniert.

    Ich höre seit Jahren fast nur noch Musik von DJs die nie im Leben eine CD veröffentlichen würden, weil sie das Geschäftsmodell selbst idiotisch finden. Dafür bezahle ich 5€/Monat für einen Premium Account bei DI.fm, weil ich das möchte, und schätzungsweise 50€/Monat für gute Clubs, die jene DJs einladen, die meine Musik spielen. Ich sehe keinen Grund warum sich das jemals ändern sollte.

    Tut mir Leid Sven Regener, für deinen Flame bekommst du von mir kein Mitleid.

  • Wenn man keine Ahnung hat… Einfach mal die Fresse halten! Wer heute so bescheuert ist und auf die Gema vertraut anstatt sich um die Direktvermarktung der eigenen Musik zu konzentrieren dem ist nicht mehr zu helfen.

    Kleine Kinder verdienen über Youtube Millionen und bekannte deutsche Musiker müssen aus ihren Mietpalästen ausziehen. Da frage ich mich doch ganz ernsthaft: Was haben die kleinen Kinder nur besser gemacht…

    Dummheit scheint heutzutage kein Auslesekriterium mehr zu sein, schade!

  • Irgendwie is mein Post nach dem Abschicken nicht hier aufgetaucht. Zu lang? Kann da mal ein Redakteur nach schauen ob er noch reviewed werden muss?
    [please delete after issue fixed]

  • @Klartext:

    Zeig mir mal bitte paar Bands die nennenswerte Umsätze durch „Direktvermarktung“ haben, speziell durch den Verkauf von MP3.

    Über Youtube verdient keiner Millionen, auch nimmt Youtube nur Uploads mit viel Traffic in sein Werbeprogramm mit auf.

    „Direktvermarktung“ hilft nunmal nichts, wenn die Leute generell zu geizig sind um 99 Cent für einen Track auszugeben.

  • Da hat er doch irgendwie recht: Wieso sollen die Musiker das Geschäftsmodell von Google und YouTube akzeptieren – wenn das auf Kosten des eigenen Geschäftsmodells geht? Element-of-Crime-Videos kann man auf deren Webseite kostenlos schauen – warum sollen die auf YouTube zu sehen sein? Damit Youtube Geld verdient? Das ist für einen Musiker zu wenig Grund.

    Ich finde seine Aussagen herrlich erfrischend. Und dass er keine Ahnung hat, kann man sicher nicht sagen. Sonst würde er nicht vorschlagen, dass man sich die Musik von Kim Schmitz vorsingen lassen sollte. Da ist Marktkenntnis vorhanden 😉

    Schön!

  • @Conic: Dein Kommentar war neben 180 Louis-Vitton-Outlet-Postings im Spam-Ordner gelandet. Keine Ahnung warum, ehrlich gesagt. War jedenfalls keine böse Absicht und steht jetzt oben.

  • Jürgen:
    An der stelle fällt mir mal wieder ein, dass bei einem anderen artikel letztens, mein kommentar erst tage später freigeschaltet wurde, wie auch bei fast allen anderen kommentaren von mir.
    Mit simplen pech kann ich das langsam nicht mehr begründen. muss man da vielleicht irgendwas besonderes beachten, was mir aus welchen gründen auch immer entgangen ist?

  • Gerecht wäre es wenn es kein Vervielfältigungsmöglichkeit gebe weder für den Musiker noch für den Hörer.
    Zumindest sollte dies das Produkt Kopie ohne arbeitsmäßige Gegenleistung im Urheberrecht an anderen Erwebsformen oder Produktherstellungen angeglichen werden.
    Es kann eigentlich nicht sein das durch das Urheberrecht diese Formen des Vervielfältigens ohne erneute Leistung gegenüber anderen Produkten oder Arbeitsleistungen Bevorteilt wird.
    Ein normales Produkt muß zum Verkauf immer wieder neu Hergestellt werden, ein Musiker oder Schriftsteller ect muß das nicht er könnte theretisch von einen einmal gesungenen Lied oder geschriebenen Buch ein Leben lang verdienen und es immer wieder Verkaufen ohne eine reale erneute Arbeitsleistung dafür zu Erbringen.
    GERECHT wäre also wenn er jede CD oder MP3 persölich neu für den Kunden singen und Einspielen müsste , wie auch der Bäcker für jeden Kunden das Brötchen täglich neu Backen muss. Daher muss das Urheberrecht geändert werden.

  • @Negativity: Kann ich dir ehrlich gesagt nicht sagen. Bist jedenfalls auf keiner Blacklist. Alle paar Tage rollt wieder eine Spam-Lawine und es landen auch vernünftige Kommentare da, wo sie nicht hin sollen. Ich werd da jetzt verstärkt ein Auge drauf haben.

  • @Conic
    „Und die von IHM erbrachte Leistung ist nunmal eine CD die in der Herstellung 5 Cent kostet.“ Sie haben ja GAR nichts verstanden! Nichts!
    Was ist denn mit der Musik auf der CD? Die wird zufällig darauf gepresst, oder wie? Ich werte Ihre Aussage als extrem zynisch. Somit wäre ein Gedicht von Schiller nur das Papier wert, auf dem es steht.
    Mann, mann, mann.

  • FALSCH Conic (und Andere): Die von „Künstlern erbrachte Leistung“ geht weit über einen – angeblichen nur 5 Cent teuren – Artikel hinaus!

    Angenommen die Konsumenten, die für sich in Anspruch nehmen, dass die Musik frei sein muss und diese lieber „gratis „herunterladen, weil sie diese nicht gerecht entlohnen wollen, würden beispielsweise, ohne Berücksichtigung der Musikindustrie, ausschließlich den Künstlern einen realistischen Stundensatz zuzüglich Anschaffungskosten, weiterführende Material- und Instandhaltungskosten, Reisekosten/Spesen, ggf. Wochenend- sowie Nachtzuschläge, natürlich auch die Kosten einer „medialen Präsenz“ (u.a. Coverdesigns, die Erstellung und das Betreiben einer Website) und die „Pay to Play“ Auslagen zahlen, dann könnten eine MENGE kleiner Bands und Künstler gut davon leben und die Kulturlandschaft bereichern.

    Alleine aus diesem Grund ist es absolut indiskutabel, ganz abgesehen von den kreativen/musischen „Werten“, den Kunst schaffenden Bevölkerungsteil nicht entlohnen zu wollen!

  • Ich finde Herr Regener ist zwar in seiner Ausdrucksweise sicher nicht ganz im richtigen Register gelandet, hat aber in der Sache Youtube/Google und Gema tatsächlich recht. Auch die Art und Weise in der Google seine mangelnde Zahlungsbereitschaft einfach auf die Gema abwälzt und auf seiner Plattform so tut als würde diese dort sperren lassen ist zwar geschickt, aber gelinde gesagt leicht unseriös.

    Eine ausführlichere, sachlichere Darstellung findet sich bei spreeblick:
    http://www.spreeblick.com/2011/11/25/youtube-gema-ein-appell-mit-bitte-um-unterstutzung/

    Zum Thema Urheberrecht kann ich immer nur die Lektüre des kostenlosen Readers der Böllstiftung Copy.right.now empfehlen:http://www.boell.de/bildungkultur/kreativwirtschaft/kreativwirtschaft-reader-zukunft-urheberrecht-copy-right-now-8978.html

  • Die Marktmacht hat sich gedreht. Jahrelang musste ich als Konsument 12 DM für eine Maxi-Cd ausgeben obwohl ich nur einen 3,5-minütigen Track darauf wollte. Und nun bekomme ich zum größten-teil alles umsonst oder für geringes Entgelt.

    Früher musste der Konsument in den sauren Apfel beißen heute sind es die Künstler/ Plattenfirmen… die sich wohl oder übel anpassen müssen. So ist der Wandel der Zeit. Man kann sich darüber aufregen, mitspielen oder es einfach sein lassen. Genauso wie ich 1999 nicht dazu gezwungen wurde, eine meiner Meinung nach, überteuerte Maxi von Mambo No. 5 zu kaufen so sind die Plattenfirmen oder sonst wer nicht dazu gezwungen ihre Musik heute auf youtube oder sonst wo anzubieten.

  • @Chryzler: auf eine niveauvolle Diskussion lasse ich mich gerne ein:

    Meine Behauptung: “die von IHM erbrachte Leistung ist nunmal eine CD die in der Herstellung 5 Cent kostet.” Meine Begründung: Der besagte Musiker tut 2 Dinge, erstens: er nimmt ein Lied auf. Das ist eine Leistung, doch dafür will er kein Geld von mir. Dürfte ich da dabei sein, würde ich eventuell 50€ dafür zahlen. Und viele andere auch (nennt sich dann Konzert und ist neben Prostitution eines der veränderungsbeständigsten Geschäftsmodelle aller Zeiten, funktioniert seit über 2.000 Jahren). Er jedoch möchte von mir für seine zweite „Leistung“ Geld: die CD die er pressen lässt. Er will mir eine CD verkaufen, für die er absolut nichts getan hat. Außer eine kostenlose Vervielfältigungsmöglichkeit seiner ersten, tatsächlichen Leitung auszunutzen. Eine solche „Leistung“ kann nichts wert sein, wenn es jeder Mensch auf der Welt in 5 Minuten für 10 Cent auch kann. Der einzige Grund, warum er es sich überhaupt erlauben kann, einen solchen Preis zu verlangen ist, dass es anderen verboten wird das zu tun. Es ist ein Verbrechen an der Freiheit eines jeden Menschen, jemandem zu verbieten etwas zu tun und dann Geld dafür zu verlangen, es für ihn zu machen (CD kopieren).

    Falsche Schlussfolgerung von dir: „Somit wäre ein Gedicht von Schiller nur das Papier wert, auf dem es steht.“
    Nein, das Gedicht selbst ist von großem Wert, doch das Papier auf dem es steht ist in der Tat nur das Papier wert, auf dem es steht.

    Der Vergleich von Mika ist sehr treffend: Der Bäcker denkt sich nicht das Brötchen aus, klont es umsonst und verkauft es dann 1.000.000 mal. Er erbringt eine Leistung für jedes Brötchen. Für ein großes Brötchen viel, für ein kleines Brötchen wenig, und das bestimmt dann den Preis.

    Wie gesagt: viele Künstler haben das längst erkannt, verteilen ihre Musik kostenlos, geben geldwerte Konzerte und leben ein Leben lang davon.
    Wenn es dem Herr Regener nicht passt soll er eben mit der Zeit in der er lebt untergehen. Nach den Menschen, deren Job durch den Webstuhl ersetzt wurde schreit heute auch kein Hahn mehr, also warum sollte es bei ihm anders sein?

    @Jürgen: kein problem, lieber erschreint mein Kommentar 1h später als dass ich durch 14 Bruno Banani Shop Werbungen blättern muss bis ich einen echten Kommentar finde.

  • @Conic:

    Sie haben ganz offensichtlich noch nicht ein halbes Jahr lang in einem Tonstudio geschuftet, um ein in sich stimmiges Album zu erschaffen. Ein Konzert ist etwas völlig anderes. Ein Album ist anders und feiner ausgearbeitet und bedarf großen (auch handwerklichen) Geschicks an allen möglichen Geräten die live nicht benutzt werden müssen. Das ist eine immens andere Leistung, als ein Live-Mitschnitt. Bitte haben Sie da etwas Achtung von der Materie, wenn Sie sich schon nicht damit auskennen.

    Mal ganz abgesehen vom Artwork, dass immer Teil einer CD ist: Wenn Sie die CD für „wertlos“ halten, warum wollen Sie sie dann haben? Und warum nehmen Sie sich dann heraus, diese gratis einzufordern? Das ist, offen gesagt, eine Dreistigkeit sondergleichen. Es ist dem Künstler zu überlassen, wie und ob er seine Werke veröffentlicht. Ein Brötchen ist kein Musikalbum! Das ist überhaupt nicht vergleichbar. Das eine ist materiell, das andere ideell. Beides erfordert Arbeit, somit auch beides Lohn. Ob man es nun im Online-Stream hört oder eine CD kopiert – es muss entlohnt werden.

    Sie reden von Freiheit … und meinen Kostenfreiheit. Haben Sie schon mal von Verzicht gehört? Und von Wertschätzung und Respekt gegenüber dem Künstler? Und kommen Sie jetzt nicht mit: „Tja, die Zeiten ändern sich halt. Das ist der Fortschritt.“ Maschinengewehre sind gegenüber Pfeil und Bogen auch sehr fortschrittlich…

  • @Sturmhardt:
    Ich würde gern wissen woher du deine Information hast.
    Es stekcne ein par ganz wesentliche Fehler darin.
    Du kannst nicht die leistung eines Musikers mit der eines Tante Emma ladens vergleichen. Das sind Äpfel und Birnen. Den inhalt einer CD gibts fast überall so leicht umsonst zu bekommen das man kaum merkt das es nicht legal ist. Jetzt versuch mal überall so leicht den inhalt einer Milka Schokolade umsonst zu bekommen.
    Und woher hast du die absurden zahlen über CD Produktionen.
    Wenn du als kleiner Musiker/Label nur sehr kleine Mengen herstellen kannst kostet eine CD sehr sehr sehr viel mehr als 4 Cent. Den Inhalt der CD herzustellen, das Kompinieren ist zeitaufwendig. Ein Maurer verdient in seiner Zeit in der er arbeitet geld. Ein Musiker erstmal nicht. Das Musik aufnhemen ist außerdem wahnsinnig teuer, außer man ist in der vorteilhaften lage elektronische Muisk rein am Laptoo mit gecrackter Software herzstellen. Diese hohen Kosten die enstehen müssen ja alle irgednwie wieder rein kommen. Das kann keiner vollends vorfinanzieren außer man ist in der glücklichen Lage einfach so schon viel Geld zu haben. Das CDs recht teuer sind. Hat seinen grund genau in sowas. Dazu kommt das sehr viele Stellen an so einer CD mitverdienen müssen. Der Händler ist nur die letzte stelle. Es wählt also keinefalls der Künstler aus wieviel ein CD kostet. Wenn der Musiker Glück hat und er hat seine CDs komplett selber gemacht. Studiokosten, Herstellungskosten, etc. Da kommt man locker auf einen Betrag von 5000 – 10.000 Eur. Und da sind die vielen Stunden des Musik schreibens gar nicht mit drin. Wieviele CDs muss er dann zum Preis von 15 verkaufen um das wieder reinzubekommen? Eine kleine Band kann soviele CDs gar nicht verkaufen. Unterm Strich ist es so das sich das professionelle Musizieren auf einem höheren Niveau nur noch Menschen mit Kohle leisten können. Es sind die Leute bevorzugt die Musik billig am Computer herstellen können. Zum Glück gehöre ich auch zu denen. Eine Band die mit Schlagzug und anderen akustischen Instrumenten arbeitet ist allein dadurch schon nicht lukrativ. Das Uhrheberrecht ist einfach nur einen große Hilfe für Künstler jeder Art. das betrifft nicht nur Musiker. Ich würde wirklich gern erfahren woher du die Zaheln 5 Cent vs 15 Eur hast. Solche Halbwahrheiten sind das Problem in der ganzen Debatte. Und davon gibt es viel zu viele. Du machst es dir an der Stelle einfach zu leicht. Ich bin Musiker der von seinem 6 Tage zu je 14 Stunden Job leben kann. Aber auch nur an der Unterkante. Mir fehlen die Einnahmen sehr. Ich würde gern für meine Familie mehr zusammen bekommen. Aber ich bin auch nicht in der Lage jetzt eine Umschulung zum Maurer zu machen. Was schlägst du mir vor? Soll ich auf mein Urheberrecht scheißen? Und das wo wir keine CDs mehr verkaufen können weil es viel billigere Alternativen gibt? Das ist alles ein Problem. Da bleiebn einacf zu viele Menschen die Musik mache auf der Strecke. Wenn Sven Regener sagt es sei asozial dem Künstler nichts geben zu wollen obwohl man seine Msuik gut findet und sie gerne hört. dann hat er vollkommen recht. Übrigens, und da betrifft hier viele. Er meint mit Marschmusik technoide Musik und mit Schlager meint er sowas wie HipHop oder den Mainstream wie Lady Gaga, etc. Das ist Schlager. PopSchlager. Es ist nur eine andere Beschreibung dessen. 🙂

  • Leider die Musiker sind leider hauptsächlich damit beschäftigt Tonträger zu Produzieren und zu Verkaufen, das es ihnen schon gar nicht mehr Auffällt wie Absurd dieses Geschäft eigentlich ist, ein Maler kann oder würde wohl auch nicht einfach tausende digitale Kopien eines Ölgemäldes erstellen. Täglich wird ihnen vom Puplikum gezeigt das dieses ihre Kopien als nicht viel Wert ertrachtet und daran ist nicht das Internet schuld , es gab es schon vorher als analoge Mitschnitte.
    Wurde diese Geschäftsmodell mit 70 jährigen Schutz auf alle Handelswaren oder Güter gelten würde die Wirtschaft auf der Welt wohl Zusammenbrechen.
    Musiker gab es auch schon vor 100 Jahren ohne Tonträgerindustrie und war trozdem ein Künstlerisch anerkannter Beruf.
    Die Musikindustrie kann das Rad der Technik nicht einfach wieder Zurückdrehen und damit die halbe Bevölkerung krimminalisieren wollen.
    Es müssen andere Wege gefunden werden , vielleicht auch eine neue Technik, nur jeder weiß das jetzige Urheberecht mit 70 jährigen Vollschutz , Verwertungsgesellschaften und der Abmahnindustrie sind ein Irrweg.

  • Man kann aber doch wirklich nicht Bilder mit Musik vergleichen. Das eine ist ein Bild weöchems man einmal für einen mehr oder weniger hohen Preis kaufen kann. Danach hat hängt es 100 Jahre an der Wand. Die Herstellungskosten sind je nach Technik eher verhältnismäßig gering und der Zeitaufwand ist viel geringer. Musik ist ein Gebilde aus Geräuschen und Zeit. Das kann man nicht so einfach fetshlaten. Ich kann doch nicht wie ein Bildender Künstler ein einziges Original herstellen und das für 3 – 5 Stellage Summen verkaufen. Vor 100 Jahren war der beruf des Musikers ein sehr anderer der sich auf die Live Aufführung und das Komoniren beschränkte. Er war nicht sonderlich angesehen. Er war sehr unterbezahlt und als Künstler war man eher eine Art Penner.
    Fast jeder mensch braucht täglich Musik für jeden Zweck. Junge Leute sagen sie können ohne Musik nicht leben. Warum soll ein Musiker der dieses Bedürfnis stillt dafür nicht fair entlobt werden? Klar ist das 70 Jahre alte Recht überholungsbedürftig. Aber das darf nicht durch Rechteentzug zu Ungunsten der künstlerischen Freiheiheit gehen und zu Gunsten des Users. Das Resultat wird ein brutal verknappter musklaischer Output sein. Um Besserung zu erzielen muss man das Rad nicht zurückspulen sondern nach vorne denken. Wie Sven Regeren sagt. Die Software Industrie arbeitet zum Beispiel mit CC Lizenzen auf di sorgfältig geachtet wird. – Anderes Ding. Man kann Massenhafte digitale Kopie nicht im Geringsten mit anlogen Kopien vergleichen. Digital hat keine Abnutzungserscheinungen. Schlau reden kann jeder. Aber fast jeder der sich die Zeit nimmt und einfach mal intensiv in die Materie einrecherchiert wird feststellen das eine Auflösung das Urheberrechts zwar eine romantsche Vorstellung ist, aber immer nur auf Kosten des künstlerischen Outputs gehen kann. Wie schon gesagt. Musik kommt dann von den reichen. Die wiederum können ärmere Musiker subventionieren wenn sie wollen. Wie vor 100 Jahren. Das ist kein Fortschritt sondern ein krasser Rückschritt. Das Urheberrecht ist ein soziales recht das zum Schutze des Schaffenden gedacht ist. Nicht eine Erfindung der „bösen“ Industrie, wie das so oft behauptet wird. Es gibt eine große Anzahl von talentierten Musikern die wegen dem ganzen Scheiß einfach aufgegen, keinen Sinn mehr darin sehen das zu tun was sie am besten können. Das ist gut? NOPE! 🙂

  • @Chryzler & @Phonraum Berlin (von dem ich annehme dass er mich meint und nicht Sturmhardt):

    Ich möchte mal zwei Dinge klar stellen, die mir hier unsterstellt werden:

    1. nehme ich mir die Musik von Musikern wie Regeners nicht einfach kostenlos irgendwoher, sondern ich nehme sie mir gar nicht. Und zwar deswegen, weil ich a) ihr Geschäftsmodell nicht unterstütze und b) mir ein Datenträger mit 700MB Musik drauf keine 10€ wert ist. Wenn mir die Musik gefällt muss ich eben in den sauren Apfel beißen und drauf verzichten oder mich freuen wenn’s im Radio läuft. Wir führen diese Diskussion, weil wir Menschen sind die sich über so etwas Gedanken machen. Damit sind wir allerdings die absolute Ausnahme unter den Musikkäufern. Der Großteil kauft entweder eine CD raubkopiert sie sich irgendwo, fertig. Und da der Wert einer Datenkopie in den letzten Jahren eben von 5€ auf erheblich unter 1cent gesunken ist, ist auch der Wert der MusikCD sebst extrem gesunken und damit widerrum das Verständnis für einen solchen Preis. Dass der Aufwand gesunken ist ein Album zu erstellen, habe ich nie behauptet und mir tun alle Musiker leid, die hoffnungsvoll 15.000€ in eine hochwertige Produktion stecken und am Ende dumm da stehen und sich wundern warum das Geld nicht wieder reinkommt, aber dessen Risiko hätten sie sich bewusst sein müssen (übrigens meiner Meinung nach ein klares Indiz für ein schlechtes Geschäftsmodell).

    2. werde ich hier so dargestellt, als würde ich wollen, dass ein bestimmter Musiker Musik für mich macht. Wenn er es nicht will soll er es halt bleiben lassen. Der Architekt der mein Haus baut soll das gefälligst auch wollen, sonst gehe ich eben zu einem anderen. Es gibt hunderttausende Menschen auf der Welt die gute Musik machen und diese lizenzfrei ins Netz stellen und wenn es tatsächlich technisch unmöglich wäre, geschützte Musik zu kopieren, dann würden die Massen sofort umschwenken und einfach deren Musik hören. Deswegen sollte man sich als Künstler nicht darum bemühen, illegale Raubkopien zu unterbinden, sondern über eine neue Art der Finanzierung seiner durchaus vorhandenen Leistung nachzudenken. Das Geschäftsmodell wird untergehen, entweder weil alle kostenlos kostenpflichtige Musik hören, oder weil alle kostenlos lizenzfreie Musik hören. Das ist das gleiche Problem wie das der Zeitungen heutzutage. Die teilen sich auf in Agenturen, die ein Leistungsschutzrecht fordern und in naher Zukunft bankrott gehen und in Blogs wie Basic Thinking, die sich das Gejammer verkneifen, an ihrem Geschäftsmodell experimentieren (Werbebanner, Flattr, Sponsored Posts, …) und die Krise vielleicht überleben werden. Aber das wollen Künstler wie Regener nicht einsehen, pressen das Geschäftsmodell bis zum Ende aus und gehen dann mit viel Getöse unter.

    Anbei: „Den Inhalt einer CD gibts fast überall so leicht umsonst zu bekommen das man kaum merkt das es nicht legal ist“. Diese Aussage ist absolut richtig und zeigt auf, wie unnatürlich ein künstlich geschaffenes Verbot über die Vervielfältigung von Daten ist.

  • @18 Phonraum Berlin
    …Man kann aber doch wirklich nicht Bilder mit Musik vergleichen. Das eine ist ein Bild weöchems man einmal für einen mehr oder weniger hohen Preis kaufen kann. Danach hat hängt es 100 Jahre an der Wand. Die Herstellungskosten sind je nach Technik eher verhältnismäßig gering und der Zeitaufwand ist viel geringer….

    Also ich wage nicht zu behaupten das die „Herstellungskosten“ eines Ölbildes geringer wären als der eines Songs. Woher diese Annahme?
    Der Unterschied den ich aufzeigen wollte ist der des einfachen Kopierens , Die Musikindustrie von heute will kein „Ölgemälde“ sodern eher eine Photografie welche sich leicht Reproduzieren lässt um damit maximalen Profit zu erzielen. Aber genau diese Reproduzierbarkeit ist der Samen für ihr Ende.
    Schon heute fangt man selbst in Amerika langsam an zu Fragen wie „Wichtig“ besser „Umsatzstark“ denn diese Musikindustrie überhaupt ist, das es Rechtfertigt so massive Eingriffe in die Feiheit der Bürger und dem aufstrebenden Medium Internet zu Rechtfertigen?
    Man stelle sich vor mit den gleichen Mitteln hätte man in den 1980ziger Jahren die Schreibmaschinen Industrie unbedingt vor ihren Untergang bewaren wollen und eine Abgabe für Drucker pro gedruckter Seite eingeführt , hätte dies die Schreibmaschienen Industrie gerettet ? sicher Nicht!
    Die Abgabe gebe es sicher ungerechtfertigter Weise heute noch wie die auf Kopierer, Brenner, Festplatten ect.
    Mit diesen System schon in früherer Zeit hätte wohl noch Abgaben für Dampfmaschienen , Pferdekutschen oder der Plattenspieler Industrie….

    Daran sieht man wie Sinnlos das Unterfangen wohl ist an einer althergebrachten Technik oder Geschäftsmodell festhalten zu wollen.

  • Einerseits verstehe ich schon das die Künstler was für Ihre Arbeit als Gegenleistung (Geld) haben wollen. Nur sollte man hier auch die wahre Fakten auf den Tisch legen.

    Wenn die gesamte Musikindustrie es nicht geschafft hat in die vergangenen Jahre ein wirklich gute Modell fürs legale Downloaden von Musik zu schaffen dann braucht sich keiner hier zu wundern das es jetzt kaum was gibt.

    CDs sind nun einmal beinahe Tod. Sorry Leute wer dies nicht packt der sollte sofort entlassen werden und Hartz 4 bekommen.

    Die GEMA.

    Eigentlich eine gute Idee. Nur frisst deren Bürokratie bis zu 40% der erzielten Einnahmen erst einmal auf. Erst was dann übrig ist erhalten die Künstler.

    Nur sollte sich Meister Regner nicht mit Lügen daher kommen. Die wirklich kleinen kaum bekannte Künstler stehen als letzte wenn es Geld zu verteilen gibt. Hier kann keine hoffen das nun einmal ein Meister Regner (kannte ich vorher nicht, was für Musik stammt von Ihm?) wohl jeden Monat ein fetten Scheck von die GEMA erhält.

    Nein Meister Regner jetzt muss du erst einmal den Ball ein wenig flach halten!.

    Dann zu You Tube.

    Klar machen die dicke Kohle mit Inhalte die andere umsonst liefern.

    Nur muss sich auch jeder die ganze Wahrheit sagen. You Tube bietet aufgrund deren Bekanntheit eine sehr breite Basis für die Verbreitung. Böse gesagt könnte You Tube eigentlich auch sagen das sie von jeden Künstler Geld haben wollen weil diese praktisch eine kostenlose Werbeplattform erhalten.

    Nur damit ein paar Fakten wieder klar sind.

    You Tube hat übrigen die GEMA schon längst angeboten für jeden Click ein bestimmten Betrag zu zahlen. Nur sollte weder die GEMA noch die Künstler meinen sie würden jetzt für jeden Klick wohl 20, 30 oder 50 Cent erhalten.

    Hier macht es die Masse!

    Wenn die GEMA mit reale Vorstellungen an You Tube gehen würde, könnte die deutschen Künstler jeden Monat in ihre Gesamtheit mehrere hundert tausend Euro erhalten.

    Auch Meister Regner würde was erhalten. Gut vielleicht nicht so viel um sich jeden Monat hiervon ein neuen Auto zu kaufen, aber zumindest auch sein Anteil.

    Solange aber die GEMA mit Mondpreise daher kommt und die Musikindustrie sich nicht um wirkliche Marktfähige Modelle kümmert solange wird es nichts werden.

    Übrigens Sowohl BMG und Sony zahlen an alle Parteien Spenden in nicht unerhebliche Höhe. Kann es deswegen sein das viele Parteien sich so sehr um die Vorratsdatenspeicherung bemühen, wo wir doch allen wissen das selbst wenn diese umfassend eingeführt würde es wohl nur behilflich wäre die Quote der schon im Vorfeld vereitelte Terrorfälle um geradezu lächerliche 0,32% zu erhöhen.

  • Hier noch ein sehr interessanter Beitrag incl. Tondokument von ON3 zum Thema Musik und Kohle. Die Band Bodo Bill lässt sich in die Tasche schauen.
    Was bekommt ein Muisker wirklich? Bei CDs bei Vinyl und bei bezahlten Downloads. Anhören und Grafiken ansehen lohnt sich.

    @Mika B:
    kann sein daß ein großer Ölschinken der viel braucht um gemalt zu werden auch sehr teuer in der Herstellung ist. Ich kenne die Preise für farbe und Leinwand da ich das alles mal lernen musste und mich ständig mit den aktuellen Preisen um kreatives Arbeitsmaterial auseinandersetzen muss. ich wollte nur sagen das Bildende Kunst und Musik nicht sehr gut vergleichbar sind. Aber du hast recht billige Replikation ist das Problem. Wie soll ich einem Kunden klar machen das er die Musik bezahlt und nicht einen Satz aus Nullen und Einsen. Hier scheinen viel zu glauben (Beispiel CD 700MB) es ginge um die Materialwert von bits. Das ist natürlich quatschie. 😀 Bei ner Schallplatte bezahlt man auch nicht nur das ausgehärtete Altöl. Für beides ist vorher viel Handwerk erforderlich. Und nochmal zum Bild. Ein schöner Kunstddruck, ein schönes Poster ist auch nicht Billig. Und da muss NATÜRLICH der Hersteller des Replikats auch Bildrechte (Urheberrecht) bezahlen. Das ist doch wirklich ünerall so. Bei Bildrechten beschwert sich fast niemand. Wenn ich mir ne Postkarte mit nem berühmten Bild darauf Kaufe bezahle ich Geld fürs Bildrecht. Wenn ich mir auf der Homepage eines Kinstmagazins Digitale Replikationen ansehe bezahlt für mich das Kunsmagazin die Bildrechte. Das ist doch alles so normal eigentlich und auch nicht altertümlich. Wer mich zu dem Thema befragen möchte kann die gerne Tun. Ich habe tagtäglich damit zu tun, und bin einer derer die Ende der 90er sehr stark dafür wahren Musik gratis ins Internet stellen zu dürfen. Aber seit dem hat sich viel geändert.

    Bitte schreibt mir einfach an die angegebene Emailadresse. Hier ist nicht der richtige Platz. Alles viel zu hitzig und unreflektiert.

  • Okay – gehen wir mal auf diesen dämlichen „Ölgemälde Vergleich“ ein. Das hätte nach „Eurer“ Argumentation zur Folge, dass ein Künstler mit einen Output von einem Album pro Jahr, nur eine CD (!!!) pressen lassen würde, um diese zu verkaufen. SO! Und jetzt wird’s spannend. Die „in Ihrer Freiheit eingeschränkten Bürger“, die ohnehin schon sagen Musik ist zu teuer und ja nur 1 Cent (Ist dieser Schwachsinn ernst gemeint?!?!) wert sein würde, könnten dann diese eine CD (Lady Gaga, Fanta 4, Motörhead – egal) kaufen – würdet Ihr Euch einen CD-Preis von 35.000 Euro, als Musikerjahresgehalt inklusive der Produktionsleisten etc., leisten können? Würdet Ihr NICHT auf die Barrikaden gehen, weil das zu viel Geld ist, um es sich leisten zu können?

    Abgesehen davon – Wenn es sich um eine Band mit z. B. vier Mitgliedern handelt MUSS dann auch jeder der Musiker entlohnt werden. Würde bedeuten, dass man die Produktionskosten von nehmen wir mal an 5.000 EUR abzieht und den verbleibenden Betrag mit der Anzahl der Musiker multipliziert. Tadaaaa 125.000 Euro!!! Jetzt stellt Euch bitte mal die Frage, ob DAS ein realistisches Modell wäre. Sicherlich nicht, oder?

    Ich höre und lese von den bockigen Konsumenten, die über die Musik Ihrer Wahl frei verfügen können wollen und damit die Rechte der Künstler, welche im Übrigen ebenfalls Bürger mit Rechten sind, mit Füßen treten, in erster Linie unreflektierte Totschlagargumente. Ihr sitzt in Eurem Sandkasten und heult „Der hat mein Förmchen weg genommen“, OBWOHL es nicht Euer Förmchen ist, sondern das der Künstler!

    Die Konsumenten haben sich zu Gangstern entwickelt, die den Künstlern eine Knarre vor’s Gesicht halten und sagen „Gebt uns Eure Musik freiwillig raus und seht zu, wie Ihr klar kommt“. Das hat nichts mit Freiheit und Gerechtigkeit zu tun. Erkennt doch bitte mal, dass EURE Freiheit dort aufhört, wo diese beginnt die Freiheit ANDERER zu beschneiden.

  • Die Künstler, die GEMA aber auch die Plattenfirmen müssen endlich kapieren das wir nicht mehr in Verhältnisse wie z.B im Jahre 1970 leben.

    Der Markt hat sich verändert und hierauf müssen sich auch diese Beteiligten endlich mal einstellen.

    Der klassische CD Markt ist tod. Zumindest ist kein Käufer mehr bereit 10 oder 20 Euro für ein CD zu zahlen. Hierauf hätten aber die Beteiligten schon längst reagieren müssen und vernünftige Modelle anbieten müssen.

    Warum wird so viel für lau oder illegal kopiert? Weil es kein Marktgerechten Modell gibt. Hier haben die Firmen Ihre Aufgaben nicht gemacht und können schön den schwarzen Peter selber abholen.

    Ähnlich wie die GEMA.

    Wer meint das ein Videoportal (z.B You Tube) für jeden angeklickten Song ein Betrag von 20 oder mehr Cent zahlen wird, der gehört schon längst auf den Mond. Würde die GEMA hier von ihr hohe Pferde wieder auf die Tatsachen zurück kommen, könnten die Künstler für jeden angeklickten Song auch Geld erhalten und zwar von You Tube. Gut vielleicht nicht viel pro Song, aber hier macht es die Masse.

    Und wer trotz diese ganz normale Veränderung die nicht alleine diese Branche betreffen immer noch nicht versteht, der sollte am besten mit die Musik aufhören und dann entweder was anders arbeiten oder dann von Hartz 4 leben.

    Meister Regner.

    Da nach Ihre Meinung keine mehr Respekt hat von Ihre Kunst, könnten sie doch mal eine andere arbeit machen. Wie wäre es mit folgende Aufgabe?

    In Deutschland werden mehrere tausend Leute gesucht die für die Betreuung und Beschäftigung von Demenzkranke gebraucht werden.

    Hier könnten sie tätig werden und vielleicht auch nebenbei mit ein wenig Musik als Hobby ein wertvollen Beitrag leisten. Musik wirkt nämlich gut auf Demenzkranke.

  • @28 Ole Faun
    „Erkennt doch bitte mal, dass EURE Freiheit dort aufhört, wo diese beginnt die Freiheit ANDERER zu beschneiden.“

    Bisher bschneidet doch die Contentmafia mit allen Mitteln die Freiheit der Bürger auch mit Androhung von Gewalt.
    Auch du hast nicht Verstanden was ich mit dem „Ölgemälde“ Vergleich gemeint habe, das die Nusik durch die Möglichkeit des verlustfreien Musikkopierens an Wert verloren hat, nicht nur für den Höhrer auch für den Produzenten . Es liegt nicht am Künstler sondern am jetzigen Urheberrecht für noch analoge Medien und der jetzigen Herstellung und dem Vertriebsformen der Musik.

    Man stelle sich halt vor Autohersteller würden einen einfachen Motor entwickeln der mit einfachen Wasser läuft und naturgemäß wurden die Regierungen der Welt nun um eine ihrer Haupteinnahme Quellen der Mineralölsteuer bangen.
    Würden sie sich so Verhalten wie die Contentindustrie würden sie nun erst versuchen den Motor zu verbieten, das klappt nicht da jeder ihn leicht Nachbauen oder vorhandene Ändern kann (CD Brenner , RipSoftware , Hackerparagraph), dann würden sie versuchen das Wasser (Internet) zu Verteuern und den kostenlosen Gebrauch durch Seen, Flüsse, Regen mit einer Wasserpolizei und Abmahnanwälten zu Verbieten sie Einzutäunen oder Schutzwälle um Seen zu bauen ect. (Filessharing , Webseitensperre)!
    Jeder habwegs gesunde Mensch würde wohl merken das es so nicht geht?

  • Also in Hinsicht auf z. B. CD-Brenner muss man auch mal „eingestehen“, dass es sich hierbei selbst gemachtes Leid – insbesondere von/durch Sony – der (Musik-)Industrie handelt. Nichts desto trotz wird Euer Kampf in letzter Konsquenz auf dem Rücken der kleinen, unbekannten Künstler/Bands ausgetragen, denen dadurch die Möglichkeit erschwert wird von der Kunst/Musik leben zu können. Das ist in meinen Augen einfach äußerst ungerecht.

    Ach ja – und so ein „Wenn Dir (also dem Künstler) es nicht passt, dann lass es doch einfach“ geht gar nicht! Was ist das denn für eine dumme Aussage?! Es hier um Passion und Leidenschaft zur Musik und das heisst noch lange nicht dass Künstler in Demut vor dem Konsumenten erstarren und diesem aus lauter Dankbarkeit seine Kunst nachwerfen muss. …oder sollen WIR EUCH dafür bezahlen, dass Ihr so gnädig seid, unsere Musik zu hören. Ein anderer Weg wäre (wenn man es so umsetzen würde, wie in macnhem Fall argumentiert), dass „IHR“ nur noch DSDS und Retortenmusik hören könntet. Das wäre die logische Konsequenz aus „…dann lass es doch“. tolol, oder?

    Ich selbst bin SEHR gerne dazu bereit bzw. sehe es beinahe als (m)ein persönliches Anliegen, vor Allem kleinere Bands zu unterstützen, indem ich bevorzugt deren Musik kaufe. Natürlich – und diese häufig anzutreffende Argumentation finde ich unglaublich unsinnig – dann, wenn mir die Musik gefällt. Is ja logisch. Deshalb ist Musik, die ich nicht mag, aber nicht automatisch weniger wert!

    Davon abgesehen. Wenn der gemeine Konsument immer wieder betont, man habe die Entwicklung verschlafen (und sei somit von gestern) ist es in meinen Augen ein Totschlagargument. Wenn „Ihr“ wollt, dass diese leidliche Diskussion konstruktiv und einer sinnvollen Entwicklung für Konsument UND Künstler zusträglich verlaufen soll, warum wird dann im Grunde genommen (fast) immer nur eingefordert, dass die Musik frei also UMSONST sein soll? Kommt doch mal selbst mit einem konstruktiven Vorschlag um die Ecke, statt immer nur drauf rumzuhacken!

    So oder so – selbst wenn (und das ist ja durchaus im Bereich der möglichen oder vll. sogar abzusehenden Entwicklung) die Musik für den Konsumenten frei sein wird, kann dies nicht damit gleichbedeutend sein, dass dieser mit dem Werk des Künstlers machen kann/darf, was er will. Das geht, im Sinne der gerechten und notwendigen Selbstbestimmung der Künstler, einfach nicht.

    Im Übrigen habe ich da noch ein schönes Beispiel aus meinen persönlichen Erfahrungen als Musiker. Mit einer früheren Band (Buzz Aldrin – Noisecorezeugs aus OL/Nds.) von mir haben wir uns seiner Zeit entschieden einen Teil unserer Lieder „frei“ zur Verfügung zu stellen. Es gab zwei/drei Downloads und zudem fünf Songs, die man sich in einem Flash-Player nur online auf unserer Site anhören konnte. Ihr glaubt gar nicht wie viele Konsumenten sich BESCHWERT haben, weil man es nicht herunter laden konnte! „Ihr wollt ja nur Clicks sammeln/horten“ hieß es vorwurfsvoll. Und spätestens da bin ich ungehalten geworden. ALLES umsonst haben wollen, aber einer Band, die man gerne hören möchte nicht mal einen verk*ckten (tschuldigung) Click/Count gönnen! Rein gar NICHTS zurück geben zu wollen, ist schlicht und ergreifend Diebstahl. Und spätestens dort war für mich die Grenze überschritten. So funktioniert es einfach nicht.

    Also – ich wäre erfreut, wenn auch mal ein konstruktiver, positiver Ansatz von Seiten derer kommen würde, die die Musik billig bzw. umsonst haben wollen. Dies ist nicht im Speziellen auf diese Diskussion hier bezogen, sondern übergreifend/allgemein zu verstehen.

  • Schade! Ich hatte eine schöne, lange Antwort verfasst und diese ist nicht eingetragen worden. Da ist wohl was schief gelaufen. Sch….

    Vielleicht wiederhole ich den Versuch zu antworten später noch mal. :-/

  • Alle die sich auf die Seite von Youtube und Google stellen, haben es nicht verstanden:

    1) Youtube ist die weltweit dominierende Videoplattform (und zweitgrößte Suchmaschine). Allein in Deutschland mehr als 25 Mio Unique User. Youtube und Google sind viele Mrd. Dollar wert, Page, Schmidt, Brin gehören zu den reichsten Menschen der Welt.

    2) Warum haben Sie das geschafft ? Weil Google / YT bewusst in Kauf genommen haben, daß auf Youtube Inhalte hochgeladen werden, die Rechte von Urhebern und Produzenten verletzen.

    3)Wonach suchen die Nutzer bei Google / YT ? Nach dem verwackelten Video eines Skateboard-Unfalls, nach der pupsenden Oma ? Bullshit !!! Sie suchen nach Inhalten die sie kennen = MUSIK, TV SERIEN, FILME etc.

    4) Allein MUSIK macht auf YT ca. 40% des weltweiten Traffics von YT aus… und das sind zu 70% Künstler die bei den Majors oder Indies sind….

    5) Die dedizierte Werbeauslastung bei YT ist bewusst gering auf Basis eines TrueView- bzw. Low-CPM Modells. Hohe Nutzung / Wenig Werbung = wenig Income für den Künstler trotz Millionen von Views.

    Während hier also schön die Lemminge sich in den Krieg stürzen, um Youtube und Google zu unterstützen, werden die AKTIONÄRE / SHAREHOLDER (!!!!) und die GRÜNDER (!!!) immer reicher – auf Kosten anderer….ganz toll.

  • Interessante Diskussion hier.
    Meine Meinung;
    Im Grunde hat Regener Recht … er will für das was er tut bezahlt werden, nun das steht im zu. Ihr wollt bei euren Jobs ja ende des Monats auch Geld.

    Zu sagen er baut auf ein altes System das veraltet ist ist doch Quatsch . Sicher haben Mp3´s und Direktdownloads zugenommen, aber es gibt sie noch die CD Käufer , die sich über ein gelungenes Artwork freuen , und noch ein richtiges Medium in der Hand halten wollen.

    Das Internet hat Musik zu einem austauschbarem gut gemacht, ein wegwerf Produkt. Oh die gebrannte CD ist kaputt, egal brenn ich sie neu . Früher hat man auf solche Dinge mehr wert gelegt…

    Die Musikindustrie ist aber auch zu grossen teilen selbst schuld, weil sie den Markt übersättigt hat, mit Plastikmusik an die sich morgen keiner mehr erinnert, und möglichst schnell viel Profit zu machen , so das es möglich war als beispiel einen Robbie Williams mit Millionen Vorschüssen satt zu machen…
    und dabei haben sie geholfen musik so austauschbar zu machen …

    Nur müssen die meisten Leute auch mal von Ihrer „Geiz ist Geil“ Mentalität weg … 10 euro , für eine cd, nein das bezahle ich nicht, die kostet in der Herstellung nur 4 cent …
    Heisst das im Umkehrschluss, das Ihr wenn ihr in eine Cocktail Bar geht, ihr euren Havanna Club selber mitbringt, weil der Cuba Libre dort keine 6 Euro wert ist? Das ihr beim Fastfoodster um die ecke selber braten wollt weil euch der chickenburger zu teuer ist ?

    Auch Musiker wollen Geld verdienen und von ihrer KUNST , und nichts anderes ist es, Leben können.
    Gerade für Indipendent Musiker und Bands wird das immer schwieriger…
    die Kosten für CD Produktion, Werbung,Websites usw bleibt… und gerade wenn du in kleinen Auflagen CD´s herstellen lässt, sind diese sicher nicht für 4 cent das Stück zu haben…

    Und das youtube nur einen eigenen vorteil will, und am liebsten alles umsonst bekommen möchte dürfte klar sein, unterstützen muss man es aber nicht, da hat er schon recht.
    Auch ein gut gemachtes Video muss bezahlt werden , und gerade in Zeiten in denen es kein wirkliches Musik Tv mehr gibt, wie es einst Viva und Mtv waren, wird man doch schon den ein oder anderen obulus drin sein.

    Aber regner wird die welt nicht ändern, es wird weiter fröhlich illegal gedownloadet, egal ob es ihm passt oder nicht… das ende vom lied wird eine tote Musik branche sein, aber dann könnt ihr ja immer noch auf einen dubstep remix allter kamellen hoffen , den dj Horst gratis hochlädt, weil er Mainstream ablehnt und es lieber umsonst raushaut… ohne natürlich vorher um eine freigabe des orginals gebeten zu haben… is doch alles umsonst…

  • Sehr schön!

    Um noch einmal auf #29 einzugehen.

    Der Vergleich Wasser = Internet ist ja wohl ein ziemlicher Brüller! Wer kommt denn ernsthaft auf die Idee ein (über-)lebenswichtiges Element, dass es schon gab, bevor auch nur überhaupt EIN Mensch auf der Erde wandelte, mit Musik zu vergleichen? Stirbt man ohne seine illegal geladene Musik?! Wohl kaum.

    Zudem ist noch einmal zu betonen, dass Musik, Gedichte, Gemälde etc. durch den Künstler überhaupt erst entstanden sind und somit explizit durch diesen er- bzw. geschaffen worden sind. Somit handelt es sich nicht um ein frei verfügbares Gut, welches einfach irgendwo rumliegt, oder rumplätschert. Nein, es ist das geistige Eigentum – ein sehr schöner sowie selbst erklärender Begriff – des Künstlers. Wenn Musik so frei und so verfügbar ist, dann mach/t Deine/Eure eigene und seid zufrieden. Dann benötigt Ihr ja die Musik anderer Bürger, die eben Musik machen gar nicht. Scheint ja, nach der offensichtlichen Einschätzung der im Internet marodierenden Raubkopierer, nicht so schwer zu sein, oder? Warum seid ihr Konsumenten denn dann überhaupt so versessen darauf auf die Musik anderer frei zugreifen und damit machen zu können was Ihr wollt? Das ist unlogisch.

    Der Vergleich zu einem Gemälde o. ä. ist im Übrigen – kam mir vorhin noch in den Sinn – auch nicht zwingend ein Argument zu Gunsten der „Konsumenten“, die Musik frei haben wollen. Da ist es sogar so, dass das Original teuer verkauft wird und obendrein häufig noch Kunstdrucke des Bildes käuflich erworben werden können. Demnach sind Musiker etc., die eine CD veröffentlichen, ja sogar im Nachteil gegenüber dieser Möglichkeit und können nicht die Master-CD teuer an Liebhaber verkaufen. Zumindest ist dieses Modell, im Gegensatz zu gemalter Kunst oder Photokunst, nicht gängig. So, und nun?

    Alles in Allem kann man so ziemlich jedes der von Raubkopierern genannten Arumente entkräften bzw. widerlegen. Ich halte es insgesamt auch eher für den verzeifelten Versuch sein illegales Handeln zu rechtfertigen. Ausserdem sollte klar sein, dass man die Musik einer gekauften CD auch nur „besitzt“ und nicht deren Eigentümer ist! Die erlaubte Verwendung legt der Eigentümer und nicht der Besitzer fest.

    Letzendlich wäre das Kernproblem ja vielleicht auszuräumen, wenn Video-/ Musikplattformen aus den erzielten Werbeeinnahmen die anfallenden GEMA-Tantiemen abführen würden sowie die Konsumenten den entsprechenden Respekt vor den Werken Anderer haben und diese nicht raubkopieren (also lokal speichern), sondern ausschließlich online konsumieren würden.

    Dann hättet Ihr Eure Musik und die Künstler Ihre Rechte UND ihnen würden nicht ungerechter Weise die verdienten Einkünfte entzogen werden! Schade, dass solche Ideen/Vorschläge nicht von denen kommen, die Alles umsonst haben wollen. ;-P

  • #16 Conic schrieb am 23.03.2012, 17:11:
    „Meine Behauptung: “die von IHM erbrachte Leistung ist nunmal eine CD die in der Herstellung 5 Cent kostet.” Meine Begründung: Der besagte Musiker tut 2 Dinge, erstens: er nimmt ein Lied auf. Das ist eine Leistung, doch dafür will er kein Geld von mir. Dürfte ich da dabei sein, würde ich eventuell 50€ dafür zahlen. “

    OMG so einen Müll kann nur jemand von sich geben, der nichts aber auch rein garnichts von kreativer und künstlerischer Arbeit versteht.

    Ein Musiker ist kein Handwerker, dem man sagt „bau ein Regal da an die Wand“. Es wäre -um beim Handwerker zu bleiben- eher so, das ein Handwerker ein Regal baut, es an die Wand nagelt und dann den Kunden fragt, ob er überhaut ein Regal haben will und ob es ihm überhaupt gefällt.

    Lieder schreiben ist keine Auftragsarbeit. Ein Lied wird geschrieben, aufgenommen, vervielfältigt und wenn es passt, sogar verkauft. Es kann aber genau so gut sein, das der Liederschreiber nicht so im Fluss ist und das fertige Produkt floppt. Und dann? Wurden unschuldige Markolone getötet für nichts.

    Wer Musik hört, soll sie bezahlen. Will eine Plattform seinen Usern kostenlos Musik anbieten, dann muss der Anbieter zahlen, denn er verdient durch die Musik.

    Warum müssen TV Sender für die Ausstrahlrechte an Filmen bezahlen? Weil der Fernsehsender mit den Filmen bzw der Quote und entsprechender Werbung Geld machen.

    Aber OK, diese ganze AntiACTA und Occupy my Ass Bewegung, hat immer beim gleichen Klientiel seinen Ursprung. Der wohlstands verwahrlosten Alles haben, nix leisten – Generation. (oder doch nur der Sozialismus touch der Piraten?)

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