Riding Xolo: Intel will sein erstes Smartphone vorstellen [Update]

Jürgen Vielmeier

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Intel will sich noch in dieser Woche auf die Smartphone-Bühne wagen und ein erstes Gerät in den Verkauf geben, das mit der eigenen x86-Architektur arbeitet. Praktisch alle anderen Smartphones verwenden ARM-Chipsätze. Welches Phone das sein werde, verriet Intels CEO Paul Otellini gestern bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen zwar nicht. Verschiedene Quellen berichten aber darüber, dass es das Lava Xolo X900 sein soll. Zunächst soll das Android-Gerät in Indien verkauft werden. Bis man es hierzulande in Händen halten kann, wird es wohl noch dauern.

Update, 19.4.: Intel bestätigt gerade, dass das Xolo ab Montag in Indien erhältlich sein würde. Es wird anfangs mit Android 2.3 Gingerbread ausgeliefert und soll in Bälde ein Update auf 4.0 Ice Cream Sandwich erhalten. Straßenpreis sei 22.000 Rupien, schreibt Intel. Umgerechnet sind das 323 Euro. /Update

Das Xolo wäre ein Smartphone mit 4-Zoll-Display, 8-Megapixel-Kamera und 1,6 GHz Intel-Atom-Prozessor (Single Core). Es verwendet eine noch nicht spezifizierte Android-Version, vermutlich aber Gingerbread (2.3.x). Erste Tester waren mit der Verarbeitung des Gehäuses nicht zufrieden. Dafür soll das Gerät durchaus schnell reagieren und leicht sein. Intel hatte bislang Schwierigkeiten mit der Akku-Leistung seiner doch nicht so stromsparenden Medfield-Chips. Jetzt kann man zeigen, ob man die Probleme in den Griff bekommen hat.

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Intel verrennt sich

Eine Alternative, die es ebenfalls bald in manchen Teilen der Welt zu kaufen geben soll, wäre das etwas größere (4,5 Zoll) Lenovo K800. Die Frage ist nun, wen Intel damit wie vom Stuhl hauen will. Android-Smartphones in der Größenkategorie gibt es bereits zuhauf. 1,6 GHz sind schnell. Aber einen Single-Core zu verwenden, während die Konkurrenz längst bei Dualcore und teilweise schon bei Quadcore angekommen ist, wirkt nicht gerade fortschrittlich. Interessant werden Intel-Chips auf Smartphones wohl erst mit der Einführung von Windows Phone 8 (Apollo).

Weiterhin würde mich interessieren, warum Intel Android-Phones einführt, aber immer noch an seinem eigenen System Tizen festhält. Intel stellte gestern allenfalls zufriedenstellende Quartalszahlen vor: Der Umsatz stagnierte im Vergleich zum Vorjahresquartal bei 12,9 Milliarden US-Dollar, der Gewinn ging um 13 Prozent zurück, beträgt aber immer noch 2,7 Milliarden Dollar. Intel erwartet, dass bis zum Ende des Jahres 40 Prozent der verkauften Laptops Ultrabooks sein werden. Weil der PC-Gesamtmarkt aber nicht mehr so schnell wächst, muss Intel andernorts aktiv werden. Doch der Ausflug in die Smartphone-Welt dürfte zu spät kommen. Hier wird man auf absehbare Zeit nie Marktanteil und Stellenwert erreichen wie bei den PCs.

(Jürgen Vielmeier, Bild: The Verge)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.