Joyn: Der SMS-Nachfolger und WhatsApp-Konkurrent wird bei der Telekom kostenpflichtig

Jürgen Vielmeier

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Von der Telekom sind heute erste Preise über den SMS-Nachfolger Joyn durchgesickert. Was zu befürchten war, hat sich jetzt bewahrheitet: Zumindest im Billigtarif „Special Call 100“ wird der Multi-Messenger kostenpflichtig sein. Der Versand einer Nachricht schlägt mit 19 Cent zu Buche, der Versand einer Datei mit 39 Cent.

Der Unterschied zu SMS und MMS? Größere Datenmengen, mehr Multimedia möglich, meinetwegen auch mehr Komfort. Doch bei der Preispolitik bleibt alles beim Alten. Der monatliche Grundpreis für Special Call 100 beträgt 9,95 Euro – womit es einer der Einsteiger-Tarife bei der Telekom ist. Enthalten sind darin 100 Freiminuten in alle Netze, ansonsten kostet aber fast alles extra. Benutzt man Videotelefonie über Joyn, werden doppelt so viele der Inklusivminuten berechnet. Immerhin: Datenvolumen, die über Joyn anfallen, werden nicht auf das monatliche Inklusivvolumen aufgeschlagen.

Mit Messenging ist in Zukunft keine Kasse mehr zu machen

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Es ist davon auszugehen, dass die Telekom Joyn in ihren teureren Complete-Tarifen nicht extra berechnet. Vielleicht wird Joyn darin auch als besonderes neues Kostenlos-Feature gepriesen. Mit dem Kopf schüttele ich gerade trotzdem. Die Produktmanager bei der Telekom haben es offenbar nicht verstanden: Niemand braucht Joyn, zumindest niemand, der ein monatliches Datenpaket hat. Er kann dann kostenlose Messenger wie WhatsApp, iMessage (auf dem iPhone), ChatOn (von Samsung), Skype oder meinetwegen sogar ICQ benutzen. Joyn kann nicht mehr als die anderen auch.

„Irgendwie müssen wir ja damit Geld verdienen“, werden die Mobilfunkbetreiber sagen. Tja, müsst ihr. Aber auf diese Weise? Sicherlich bei den Kunden, die es noch nicht besser wissen. Die wie eh und je über SMS kommunizieren oder vielleicht kein Datenpaket haben. Sobald sich das ändert, können die Tarifanbieter erneut punkten, indem sie dann Joyn „endlich kostenlos“ machen. Die, die andere Messenger kennen, werden nicht darauf hereinfallen und kostenpflichtige Dienste niemals nutzen.

Als die Telekom Joyn im Februar offiziell unter dem Namen vorgestellt hatte, hatte ich dem RCS-e-Produkt eine große Zukunft vorhergesagt. Zu bedenken gab ich aber auch: Joyn wird sich nur durchsetzen, wenn es kostenlos ist. Dem hat die Telekom hier gerade massiv entgegen gewirkt.

Update: Die Telekom hat in einem Blogpost dazu Stellung genommen und noch einmal unterstrichen, wie ich oben andeutete, dass Joyn in Datentarifen kostenlos sein werde. /Update

(Jürgen Vielmeier, Screenshot: GSMA)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.