Sonstiges

Auch Apfelbäume wachsen nicht in den Himmel

Damit wir uns da richtig verstehen: Apple hat gestern für das abgelaufene dritte Fiskalquartal gute Zahlen vorgelegt. In dieser Meldung versuchen wir deswegen, das Haar in der Suppe zu finden. Weiter nichts. Das dürften auch die Anleger getan haben: Der Kurs der Apple-Aktie sank, weil Apple die hochgesteckten Erwartungen der Analysten untertraf. Dabei ging es eigentlich im Jahresvergleich fast überall bergauf. Fassen wir zusammen, alle Zahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal:

  • 35 Milliarden US-Dollar Umsatz (+22,5 Prozent)
  • 8,8 Milliarden US-Dollar Nettogewinn (+20,5 Prozent)
  • 17 Millionen verkaufte iPads (+84 Prozent)
  • 26 Millionen verkaufte iPhones (+28 Prozent)
  • 4 Millionen verkaufte Macs (+2 Prozent)
  • 6,8 Millionen verkaufte iPods (-10 Prozent)
  • 1,3 Millionen Apple TVs (+170 Prozent)

So richtig enttäuschend ist das nicht. Dass Apple immer weniger iPods verkauft, scheint logisch. So ganz mag sich Apple vom Geschäft mit dem einstigen Umsatzträger aber offenbar nicht trennen. Macs bleiben ein Sorgenkind, während sich alle anderen Modelle eigentlich zumindest im Jahresvergleich prächtig entwickeln. Auffällig aber ist, dass die Zahl verkaufter iPhones schon das zweite Quartal in Folge fällt. Ist das ein Problem?

Im ersten Quartal (inklusive des Weihnachtsgeschäfts) vermeldete Apple 37 Millionen verkaufte iPhones, im zweiten Quartal 35 Millionen, jetzt 26 Millionen. Die Bäume wachsen also nicht in den Himmel, auch wenn das bei Apple sehr lange so aussah: Wer Rekord nach Rekord einfährt, wird irgendwann einmal verlieren.

Woran aber liegt das? Kühlt die Nachfrage nach Smartphones ab, liegt es daran, dass Konkurrent Samsung gerade erstaunliche Erfolge mit dem Galaxy S III feiert, oder macht sich am Ende leichte Enttäuschung über das iPhone 4S breit? Dies hatte bis auf einen schnelleren Prozessor und Siri kaum etwas Neues zu bieten. In den letzten Jahren hat sich die Nachfrage nach iPhones vor dem erwarteten Start eines neuen Modells immer ein wenig abgekühlt, aber nie so stark wie diesmal.

Kratzt Samsung Apple die Butter vom Brot?

Laut IDC wächst die Nachfrage nach Smartphones in den kommenden Jahren in der Tat nicht mehr so rasant wie in den Jahren nach dem Start von iPhone und Android. Allerdings vermeldete Samsung passenderweise Anfang der Woche 10 Millionen verkaufte Galaxy S III in zwei Monaten. Könnte es sein, dass das iPhone 4S anfangs noch viele Kunden begeisterte, es inzwischen aber einfach von der Konkurrenz überholt wurde?

Siri hat sich nicht als die erwartete Spitzenfunktion entpuppt, einen Dual-Core-Prozessor hat mittlerweile fast jedes neue Gerät, Android 4.1 scheint fortschrittlicher zu sein selbst als das kommende iOS 6. Die nächsten Ergebnisse werden erst Aufschluss geben. Aber die Zahlen legen nahe, dass man sich auch im Hause Apple mehr ins Zeug legen muss: Das Apfel-Symbol auf einem Smartphone ist kein Selbstläufer mehr.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Apple)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

19 Kommentare

  • Also, nur so zum zusammenfassen: Apple hat im ersten Quartal 37Mio iPhones verkauft – Samsung in zwei Monaten 10Mio?!? Da stellt sich für mich schon eine Lücke da.

    Zudem sollte man ja davon ausgehen das nach zwei Quartalen mit insgesamt über 70Mio iPhones irgendwie eine Sättigung eintritt plus den Punkt das wohl viele jetzt auf das neue iPhone warten werden?

    Also ich verstehe die Problematik um das iPhone nicht!

  • Wieviele Firmen haben aktuell ähnliche Steigerungszahlen … ?

    Ausserdem warten aktuell viele Käufer auf des iPhone 5.

    Die Mac sind aktuell ein Sorgenkind weil Apple einfach keine neuen iMacs rausbringt!? Wer kauft sich schon einen veralteten iMac? Apple soll in diesem Punkt voran machen!

  • Also mir nötigen diese ungeheuren Zahlen Respekt ab.
    Was erwartet man von einem Unternehmen?
    Sollen Unternehmen mit einem so hohen Gewinn und Cash auf der Bank ihre Mitarbeiter und Zulieferer mehr Ausbeuten damit irgendwelche Analysten ihre feuchten Träume erfüllt bekommen?
    Die Welt wird teilweise immer perverser.
    Wo ist Maß und Mitte geblieben?
    Wenn jetzt Apple anstatt 120 Millarden auf der Bank 125 Milliarden dort hat, wem bringt das etwas? Dieses Geld wird ja nicht reinvestiert.

  • So ganz geht Deine Argumentation aber nicht auf. Apple von Samsung überholt?

    26 Millionen iPhones in 3 Monaten im Vergleich zu 10 Millionen IIIer Galaxy’s in 2 Monaten …

    … ok, bei den iPhones sind es auch einige 3GS, und 4er von überholen kann aber hier nicht die Rede sein, denn immerhin ist das 4S nun schon ein paar Tage auf dem Markt und wird ja voraussichtlich demnächst „abgelöst“ sinkende Verkaufszahlen waren also durchaus absehbar.

    Es gibt ja viele Stimmen, die gerne bei der WWDC eine Preview auf das neue iPhone gehabt hätten. Ich bin sicher, das hätte den Verkäufen des Galaxy geschadet – denen des 4S aber auch.

    Das Haar in der Suppe würde ich in den iMacverkäufen suchen, denn wenn hier mal ein wenig über die weltfremde Preispolitik nachgedacht worden wäre, gingen hier deutlich mehr Geräte über den Tresen was höchstwahrscheinlich sogar noch höhere Gewinne bedeutet.

    Ich bin seit 2009 glücklicher Umsteiger, würde mich aber schon freuen wenn Neuanschaffungen (ob nun Desktop oder Mobil) nicht so große Löcher in die Haushaltskasse reissen würden ;o). Dann würde ich sicher öfters zu neuen Geräten greifen, so wird mein 09er MacBook noch bis nächstes Jahr und mein 10er iMac noch bis 2014 im Einsatz bleiben. Dank SSD kein Problem.

  • „Woran aber liegt das? Kühlt die Nachfrage nach Smartphones ab, liegt es daran, dass Konkurrent Samsung gerade erstaunliche Erfolge mit dem Galaxy S III feiert, oder macht sich am Ende leichte Enttäuschung über das iPhone 4S breit? “

    Es ist doch Eindeutig das die Käufer auf das iPhone 5 warten und deshalb die Verkäufen des iPhone 4S welches nun wenige Monate vor Erscheinen dieses eine „Lame Duck“ ist, zurückgehen.
    Zudem ist es so gut wie sicher das das iPhone 5 nicht einen schnelleren Prozessor bekommt sondern vor allem ein größeres Display.
    Bei den Erfolgen des Galaxy S III ist doch die Frage wieviel wirkliche „Neukunden“ es für Samsung waren oder Umsteiger auf ein neues besseres Modell?
    Beim Umstieg auf ein neues Modell sollte dies Apple durch die ein Modell Politik schon Toppen können, bei Neukunden oder Systemumsteiger was die Wichtigeren Zahlen sind gibt es wohl weder von Samsung noch von Apple eine klare Auskunft.
    Die subjektiven Einschätzung und Vergleiche Hinken hier deshalb und sollten gerechterweise 3 Monate nach Erscheinen des iPhone 5 gemacht werden.

  • Interessante Fragen. Ich glaube eher dass vier Punkte dafür verantwortlich sind.
    1. Die aktuelle Wirtschaftslage
    2.Marktübersättigung
    3.Unsicherheit bezgl.Zukunftstechnik
    4.Umweltschutzgedanken

    Zu Punkt 1: Selbst im ABO geht eine Neuanschaffung schlussendlich an die Brieftasche egal ob beim Kauf oder mit den verbundenen Folgekosten.
    Zu Punkt 2;
    Der Reiz des „Neuen“ ist ausgereizt. Auch die „Smartphones“kommen immer mehr an das Zenith ihrer Möglichkeiten. Sie gleichen sich immer mehr, Sei es im Styling oder im Anwendunsbereich
    Punkt 3
    Kaum hat der Endverbrauche das „Neueste“ angeschafft, kommt schon wieder etwas „Neues“ auf den Markt, was die Käufer einerseits verunsichert und und frustriert.
    4. Umweltschutz.
    Was mache ich mit dem „alten“ Gerät ? Ich habe im Schrank 4 „alte“ Mobiltelefone liegen, welche einwandfrei funktionieren ( teils sogar besser als die neue Generation). Doch benutzt werden sie nur noch als Notlösung. Verkaufen ? Wer will schon ein 6 Jahre altes Nokia ?
    Fortwerfen als Elektronikschrott ? Auch schlecht, allein schon dem Umweltschutzgedanken zuliebe nicht.
    Ich gehöre der Generation an, die was Neues kauft, wenn das „Alte“ nicht mehr funktioniert oder etwas „Neues“ dringend erforderlich wird. Smartphones können viel. Vielleicht auch „zuviel“ . Ältere Leute sehnen sich nicht selten nach einfachen gewöhnlichen Handys zurück.Sie brauchen und wollen keine Apps, Spiele usw. sondern nur eines, nämlich TELEFONIEREN.

  • Was die Zahlenspielereien angeht und die Frage wie 10Mio Galaxy SIII Geräte Samsung zu einem größeren Smartphone Anbieter machen als Apple mit 28Mio iPhones:

    Samsung macht eben jede Menge anderer Smartphones, so dass es Schätzungen von 50Mio verkauften Geräten im Quartal gibt (http://news.cnet.com/8301-1023_3-57472791-93/galaxy-s3-bumps-samsungs-lead-over-apple-say-analysts/).

    Bei Apple gibt es leider keine (mir bekannte) Aufschlüsselung welche Geräte zu welchen Anteilen verkauft werden, aber da die alten iPhone 3 Dinger in manchen Ländern ‚gratis‘ zum Handyvertrag dazukommen sind es vermutlich nicht wenige.

  • Es scheint so, als ob die dummen Applejünger so langsam aufwachen und erkennen dass nicht alles Gold ist was glänzt und einen Apfel drauf hat. Klar, die Konkurrenz zieht langsam aber sicher davon und Apple wird das neue Microsoft! 🙂 Apple´s stetiger Abstieg hat sicher auch etwas damit zu tun, dass ständig versucht wird Samsung Produkte zu verbieten. Denn wenn man so sehr versucht seine Konkurrenz im Zaum zu halten bedeutet dies für mich Angst und dass der Gegner schlichtweg besser ist in Preis-Leistung!!! 🙂

  • @Franklin: lol, das glaubst aber auch nur du 😀 Weil du offensichtlich nicht viel vom Thema verstehst. Warte nur die nächsten Quartalszahlen ab, du wirst dich wundern und Kreide fressen müssen 😉

  • Öhm Jung, guck ma‘:

    „Der IT-Konzern Apple hat im dritten Quartal (per Ende Juni) des Geschäftsjahres weniger Smartphones (iPhone) verkaufen können als erwartet. Im Vergleich mit dem direkten Vorquartal brach der Smartphone-Umsatz um 28% ein.“

    Da kannste kein + vor die 28 schreiben, sondern da muss ’n – hin. Ein Minus.

    -28% – Apple ist History. Der Anfang vom Abstieg hat begonnen. Die Leute sind gelangweilt und haben genug davon, einer von vielen zu sein. Individualität ist wieder gefragt. Je exotischer, umso besser.

  • Im conference call nach Veröffentlichung der Zahlen wurde dargelegt, warum einige der Prognosen unterschritten wurden: es lag am schwachen Wachstum in Europa. Während das iPhone -Geschäft in den USA gegenüber dem Vorjahresquartal um 47% wuchs, gabs in Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland ein Minus. In GB wurde noch ein + von 30% erreicht während bei uns nur ein (vermutlich niedriger) einstelliger Wert rauskam.

    Ausserdem: bevor so absurde Vergleich wie mit Samsung aufgestellt werden, würde ich erstmal genaue Zahlen von denen, anderen Mitbewerbern und vom Markt allgemein sehen. Das Wachstum der Macs ist immer noch höher als das des gesamten PC-Marktes – und das obwohl Apple mit dem iPad den größten Wettbewerber im eigenen Haus hat.

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