Babysteps und GMail: Wie Google seine Websuche noch weiter verbessern könnte

Jürgen Vielmeier

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Google testet wieder einmal ein paar Erweiterungen, die die Suche besser machen sollen. Hier das Wichtigste in Kürze, ironische Bemerkungen sind für euch zur Verdeutlichung mit einem Sternchen (*) markiert:

  • GMail-Ergebnisse neben den Treffern der Websuche – natürlich nur Ergebnisse aus dem eigenen Posteingang. Schade eigentlich.*
  • Die Suche kann auch weitere Ergebnisse aus Mails herausholen und in den Suchergebnissen hübsch aufbereiten, etwa bestätigte Flugreisen, wenn man „My Flights“ in die Suchmaske eintippt.
  • Sprachsuche für Android soll in Kürze auch auf iPhone und iPad verfügbar sein. Ein Sprachassistent nimmt gesprochene Fragen oder Befehle entgegen wie „Wie ist das Wetter in Berlin“ oder „Zeige mir Bilder von Kanus“ und liefert direkte Antworten zurück. Hat da jemand „Siri“ gesagt? Nicht doch!*
  • Bessere Suchvorschläge gleich beim Tippen durch die Einbindung des Knowledge Graphs. Sucht man etwa nach „Rio“, schlägt Google verschiedene Bedeutungen vor, nach denen man noch vor der Suche unterscheiden kann. Meint man die Stadt Rio, einen Fluss oder etwa Angry Birds Rio? Längst überfällig!
  • Ebenfalls dank des Knowledge Graphs, der sich langsam bezahlt macht: Sozialere Suchen wie „Dinge, die man in Paris tun kann“ oder „Die besten Filme der 2000er Jahre“.

1 Million Nutzer in englischsprachigen Ländern sollen die neuen Funktionen in einem Feldversuch testen können. Googles Such-Vizepräsident (wie viele Vice Presidents hat Google eigentlich?*) nennt diese Verbesserungen der Suche in seinem Blogpost „Babyschritte“. Und doch vergleicht er sie mit dem Bordcomputer der USS Enterprise. Ich sehe das mit den Babyschritten ähnlich und hätte noch ein paar Vorschläge, die Google in die Suche einbauen oder wiederbringen sollte. Ganz im Ernst.

Sucht man nach älteren News-Beiträgen, macht Google wenig Spaß. In den Standard-Suchergebnissen ist meist nur das aktuellste oder dann noch best verlinkte zu einem Thema zu finden. Die Eingrenzung der Suche nach Datum ist wenig benutzerfreundlich, die Ergebnisse lassen dann häufig zu wünschen übrig, zeigen manchmal auch Beiträge, die in einem späteren Zeitpunkt liegen. Was ich gerne hätte:

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  • Eine Suche durch meinen Google-Verlauf. Ich weiß oft, dass ich etwas zu einem Thema gelesen habe, aber nicht mehr wo, und wie die Überschrift dazu hieß. Google könnte die Ergebnisse meines Verlaufs optisch aufbereiten, nur für mich selbst natürlich. Wer exhibitionistischer veranlagt ist, könnte seinen Verlauf auch öffentlich durchsuchbar machen*, zur Not anonymisiert*.
  • Eine verbesserte Timeline, also die Suche über die Zeitleiste, die Google leider vor einem Jahr abgeschaltet hat.
  • Wenn wir gerade bei abgeschalteten Diensten sind: Eine funktionierende Echtzeitsuche hätte ich auch gerne wieder, allerdings keine, die nur Ergebnisse aus Google Plus* anzeigt.


Leider abgeschaltet: Google Timeline

  • Eine Aufnahme der markierten Beiträge (oder einfach aller Beiträge) aus meinem Google Reader. Google hat sich ja zuletzt als großer Freund des Readers* und von Feeds allgemein* präsentiert. Und Ergebnisse daraus könnten die Suche aufwerten. Ich bin immer wieder erschrocken, wie wenig Beiträge aus meinem Reader Google ich in der Standard-Websuche finde.
  • Eine Suche nach Songs in verschiedenen Streaming-Portalen. Das würde Kunden helfen zu entscheiden, ob sie sich lieber bei Spotify, Deezer, Rdio oder sonstwem registrieren sollten.
  • Ich hätte gerne eine Sammlung all meiner Bilder, die ich je auf mein GMail-Konto geschickt bekommen habe, sortiert nach Datum und – wenn möglich – Anlass und Inhalt. Nein, kein Sternchen hier. Google könnte Picasa so erweitern, dass meine Fotos automatisch aus GMail extrahiert werden (wenn ich das will) und zeitlich oder thematisch sortiert in Ordner verschoben werden. So ähnlich, wie Doo das mit meinen Dokumenten macht.

Ihr habt sicher auch noch einige Ideen für eine bessere Suche? Sagt sie uns in den Kommentaren und wir werden sie mal gesammelt an Stefan Keuchel von Google Deutschland weiterleiten.

(Jürgen Vielmeier, Screenshots: Google)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.