Der Tag, an dem Apple den Kölner Dom verschwinden ließ

Jürgen Vielmeier

Gestern hat Apple das nach eigenen Angaben „fortschrittlichste mobile Betriebssystem der Welt“ freigegeben, iOS 6. Egal, in welchem Kellerloch ihr heute die Nacht verbracht habt, ihr konntet dieser Meldung kaum entgehen. Auf meinem veralteten iPhone 3GS, das zudem seit einem Sturz vor zwei Wochen noch mit einem zersprungenen Display daher kommt, macht ein Test auf den ersten Blick wenig Sinn.

Allerdings lohnt es sich einmal, die Performance unter schwächerer Hardware zu betrachten. Denn, was mich leicht überrascht hat, nachdem der Download rund eine Stunde dauerte: auf meiner alten Hardware scheint iOS 6 flüssig zu laufen. Das Update scheint das System nicht noch weiter heruntergezogen zu haben, wie das bei iOS 5 und iOS 4 definitiv der Fall war. Langsame Apps bleiben langsam. Simfy etwa bemüht sich nicht mal mehr aus dem Startbildschirm heraus, Shazam braucht weiterhin zehn Sekunden, um bereit zu sein.

Passbook ohne Herzblut

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App-Updates werden nun schöner in einer tabellarischen Übersicht angezeigt, die Performance scheint sich hier allerdings nicht erhöht zu haben, um es einmal freundlich auszudrücken. Weckte man die App aus dem Ruhezustand, konnte sie sich zudem nicht entscheiden, ob sie nun schon mit allem fertig ist oder erst noch zehn Downloads vor sich hat.

Das neue Feature Passbook finde ich äußerst lieblos gestaltet. Um überhaupt in den Genuss zu kommen, seine Bordkarten, Kinogutscheine und Hotelreservierungen mit der App zu verwalten, scheint man die App jedes Anbieters innerhalb von Passbook installieren zu müssen. Die einzige App, die dort angeboten wird, und mit der ich nicht so recht weiß, was ich eigentlich machen soll, ist die der Lufthansa. Ich soll hier erneut mein Apple-ID-Passwort eingeben, obwohl der App Store im Hintergrund längst andere Apps updatet (das Passwort-Desaster hat Apple also noch immer nicht gelöst). Mehr als eine Weiterleitung auf relevante Apps aus dem App Store scheint Passbook zur Stunde nicht zu bieten.

Maps: Wo ist der Kölner Dom geblieben?

Mögt ihr Ironie? Ausgerechnet Apples neues, eigenes Maps-Feature, das gerade auf Twitter am meisten verrissen wird, bietet auf meinem 3GS einen erstaunlichen Geschwindigkeitsgewinn. Heranzoomen, herauszoomen, die Karte drehen, dauert nun nur noch einen Bruchteil der Zeit, die Google Maps vorher benötigt hat. Ihr seht mich beeindruckt. Was mir als Regionalpatriot dafür weniger gefällt: Zumindest in der Standard-Ansicht hat Apple mal eben den Kölner Verkehrsknotenpunkt Hohenzollernbrücke gesprengt. Und die daran angrenzende, neugotische Kirche (danke, Ricarda!), einige nennen sie „Dom“, irgendwie auch.

Zoomt man heran, wird aus der Hohenzollernbrücke die Seilbahn, die eigentlich neben der Zoobrücke entlang verlaufen sollte. Auf den Dom muss ich weiterhin verzichten. Beide tauchen wenigstens in der Satellitenansicht wieder auf. Offenbar bin ich nicht der einzige, der mit fehlenden oder nicht ganz akkuraten Darstellungen in Maps zu kämpfen hat. Kyle Wagner hat auf Gizmodo das kartografische Horrorkabinett der 3D-Ansicht zusammengestellt, das Maps-Nutzer gepostet haben. Google will eine eigene Maps-App für das neue iOS zur Verfügung stellen, das bisher aber im App Store noch nicht verfügbar ist. Frank Feil von Stereopoly hat die zehn wichtigsten Veränderungen in iOS 6 zusammengetragen.

Was haltet ihr bisher von iOS 6?

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.