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Googles sprechender Schuh: Vorbote des Internets der Kleidung?

google shoe

In Austin, Texas findet gerade das South by Southwest-Festival (SXSW) statt auf dem neben Bands und Filmen auch häufig neue Tech-Produkte der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das erste Highlight des zehntägigen Festivals: Googles sprechender Schuh.

Schuh an Welt: Wir spielen gerade Basketball

Zusammen mit adidas hat man zahlreiche Sensoren in den Schuh eingepflanzt, der die Bewegung seines Trägers analysiert und kommentiert. Und da wir im Web 2.0 sind wird das Ganze natürlich auch noch der Welt mitgeteilt. Der letzte Teil ist natürlich etwas überflüssig und Google betont, dass es sich nur um ein Experiment und nicht um ein Konsumentenprodukt handelt.

Doch Larry Page hat auch Google Glass noch letztes Jahr nur als eine Art Experiment bezeichnet. Und zusammengenommen zeigen die beiden „Experimente“, wohin die Reise gehen könnte.

Denn künftig kann man nicht nur eine internetfähige Brille tragen oder über den Schuh tweeten, auch die Uhr wird immer mehr zum leistungsfähigen Gadget – man denke an die Pebble Watch oder die Gerüchte um die iWatch von Apple.

Doch was soll das alles? Das letzte was ich brauche ist ein sprechender Schuh. Durch das Video werde ich in meiner Ablehnung eigentlich eher bestärkt. Es geht aber nicht nur darum, dass der Schuh mit einer Stimme á la „Simon befiehlt“ aus „Stirb langsam“ spricht. Viel interessanter ist, dass immer mehr Kleidungsstücke um mehr oder weniger sinnvolle Funktionen ergänzt werden.

Sensoren finden immer mehr Einzug in die Sport-Welt

Denn nicht nur Hobbysportler profitierten von einem automatischen Tracking ihrer Leibesertüchtigung, auch im Leistungssport werden immer mehr Sensoren und Bewegungsanalysen eingesetzt. Das Ganze geht natürlich weiter von der Torlinientechnik bis hin zu elektronischen Schutzwesten im Taekwondo, die die auftreffende Kraft messen.

Streng genommen haben die beiden letzten Beispiele nur bedingt mit dem Internet der Dinge zu tun, doch der Trend geht offensichtlich dahin, den Menschen mit immer mehr Sensoren zu ersetzen oder diese zumindest in sportliche Entscheidungen einfließen zu lassen.

Vor wenigen Monaten habe ich noch geschrieben, dass 2013 vermutlich nicht das Jahr des „Internet der Dinge“ wird, einfach weil es noch an offenen Plattformen und Standards fehlt. Doch das scheint Apple und Google nicht zu stören. Offensichtlich setzt man zumindest bei den beiden Tech-Giganten auf strategische Partnerschaften mit Nike und adidas und das jeweilige Smartphone-Betriebssystem als Plattform, denn wie Nike+ leitet auch der Google-Schuh die Daten an eine entsprechende App auf dem Android-Smartphone weiter, bevor sie mit sämtlichen Social Networks geteilt werden.

Auch beim Auto scheint man auf solche Partnerschaften zu setzen – Google und Toyota arbeiten am selbstfahrenden Auto, Honda und Chevrolet hingegen bauen auf Wunsch Siri ein.

Android und iOS als Herzstück des Internet der Dinge?

Für Apple und Google ist die Strategie klar: Das Internet der Dinge, der Kleidung und dem ganzen Rest soll über iOS- oder Android-Apps abgewickelt werden – das Smartphone wird immer mehr zur Allzweck-Fernbedienung.

User, die sich nicht komplett in die Datenfänge von Apple oder Google begeben wollen, wird das sicher nicht freuen. Und auch die verbleibenden Anbieter von Microsoft bis hin zu BlackBerry und Firefox müssen aufpassen, dass sie bei der Entwicklung nicht zu sehr hinterherhinken.

Bild: Screenshot / Google

Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

8 Kommentare

  • internet of things ist ja schön und gut, aber irgendwie möchte ich auch in zukunft keine gespräche mit meiner milchtüte führen müssen.

  • Die Turnschuhe melden unentwegt, dass sie seit zwei Wochen im Schrank steht, die Arbeitsschuhe wippen gelangweilt unterm Sessel herum und der Kühlschrank hat schon wieder einen Joghurt einer anderen Marke bekommen.
    Die Datenkraken tun mir so langsam echt Leid. Wie wollen die aus dem Müll, den das Internet der Dinge produziert, noch irgend etwas Verkaufbares extrahieren?
    Menschen lassen sich nunmal nicht in Profile drücken.

    Twitternde Turnschuhe … ich glaube, ich würde jeden entfolgen, der mir solchen Blödsinn in die Timeline drückt. Sollen die doch ihren Schuhen, Jacken und Unterhosen Facebookaccountds machen. Da lesen interlligentere Menschen eh nicht mehr mit und Zuckerberg kann sich freuen.
    „Wir haben 5 Millionen neue User – davon 2.000 sogar echte Menschen. Der Rest sind Unterwäsche, Schuhe, Kühlschränke und Waschmaschinen.“

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