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Volvo arbeitet am selbstfahrenden Auto

Was gibt es vielleicht schon nächstes Jahr zu Weihnachten? Richtig, einen neuen Volvo! Und zwar einen, der komplett alleine fährt. Zu Weihnachten wird es vielleicht noch etwas knapp, aber schon 2014 möchten die Schweden als erster Hersteller ein selbstfahrendes Auto auf den Markt bringen. Knapp 50 km/h sollen die neuen Schlitten dann fahren können. Schon im Frühsommer überzeugte der Fahrzeughersteller bei einem Langstreckentest, bei dem vier Autos 200 Kilometer hintereinander fuhren – mit 85 km/h. Genau wie Konkurrent General Motors möchte Volvo das Auto auch bis 2020 in Serie produzieren.

Neben GPS, Kameras und Laser-Radar kommuniziert das Auto mit anderen Autos über das Internet und spricht sich sozusagen ab: Wenn einer bremst, ist der andere alarmiert. Auch mit der Straße wird kommuniziert, beispielsweise bei roten Ampeln oder Staus.

Bislang einziger Google Car-Unfall vom Menschen verursacht

Auch Google arbeitet bekanntermaßen am selbstfahrenden Auto und hat dafür unter anderem mehrere Toyota Prius umgebaut. Inzwischen hat die Flotte mehr als 300.000 Meilen auf dem Buckel, 50.000 davon ohne menschliches Eingreifen – mit bis zu 110 km/h. Wann die Autos marktreif sind, ist noch nicht bekannt. Ironischerweise wurde der bislang einzige Blechschaden eines Google-Autos in der Nähe des Google-Hauptquartiers durch einen menschlichen Fehler verursacht. Vielleicht hat man aber auch bei der Pressemeldung entsprechend nachgeholfen.

Doch ungeachtet dessen haben Kalifornien, Florida und Nevada inzwischen fahrerlose Autos auf ihren Straßen erlaubt. Vier weitere US-Staaten arbeiten gerade an Gesetzesentwürfen. Hinterm Lenkrad muss allerdings immer noch ein Fahrer sitzen, der notfalls eingreifen kann. Und so stehen neben den technischen Herausforderungen nach wie vor überwiegend rechtliche Hindernisse im Weg: Wer ist im Schadenfall verantwortlich? Auf die Frage, wer die Knolle zahlen muss, wenn ein selbstfahrendes Auto über Rot fährt, sagte Google-Gründer Sergey Brin: „Selbstfahrende Autos fahren nicht über Rot.“

Gesetzgebung hinkt der technologischen Entwicklung hinterher

Doch auch ein computergesteuertes Auto wird irgendwann in einen Unfall verwickelt werden. Bevor sich Versicherungen und der Gesetzgeber aber nicht überlegt haben, wie in so einem Schadenfall verfahren wird, sollte man noch ein wenig mit dem Weihnachtsgeschenk warten.

Auch ein weiterer Grund wird die Freude unterm Weihnachtsbaum etwas trüben: Hochrechnungen zufolge kostet Google der Toyota Prius Marke Eigenbau etwa 300.000 Dollar. Der Volvo wird vermutlich nicht viel günstiger sein.

Autofahren wird bequemer, sicherer und grüner

Doch grundsätzlich sind sich alle Entwickler einig: Selbstfahrende Autos werden die Unfallzahlen reduzieren, den Verkehr entzerren, behinderten Menschen helfen und sogar den Benzinverbrauch senken, da durch einen geringeren Sicherheitsabstand der Luftwiderstand reduziert wird. Und nicht zuletzt können zahlreiche Pendler schon im Auto arbeiten oder noch eine Runde weiterdösen. Und während man noch auf der Arbeit sitzt, kann das Auto die Kinder von der Schule abholen und nach Hause fahren. Ganz zu schweigen von den tausenden Pizza-Robotern, die das Abendessen fahrerlos ausliefern.

Eine interessante Vision ist das, was Volvo, Google und zahlreiche andere da entwerfen. Und auch wenn es nächstes Weihnachten noch nicht klappt, 2020 ist ja auch nicht mehr so weit entfernt. Bis dahin sinkt der Preis vielleicht auch ein bisschen. Ich fange jedenfalls schon mal an zu sparen.

Bild: Volvo


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

14 Kommentare

  • Und warum nutzt man dann nicht einfach den öffentlichen Nah- und Fernverkehr? Ich finde ja, wenn die Autos nicht mehr selbst gefahren werden müssen, dann braucht man auch kein eigenes Auto mehr. Dann kann man auch gleich ein öffentliches Autonetz aufbauen, also Car-Sharing – das reicht vollkommen aus.

  • Wie war das mit den Navis, die den Fahrer in’s Nirgendwo befördert haben? Geht das dann vollautomatisch? Wobei die Automatik nicht schlecht ist. Wenn kein Parkplatz vorhanden ist wird das Auto in den „Cruise Modus“ versetzt und kurvt um den Block bis ich wiederkomme. 🙂

  • @Sven: also kaufen sich die leute nur deshalb autos, weil sie gerne selber fahren, und nicht etwa weil es womöglich bequemlicher ist, oder ggf schlichtweg notwendig?

  • „…sagte Google-Gründer Sergey Brin: „Selbstfahrende Autos fahren nicht über Rot.“

    So wie seine Software niemals einen „Bug“ hat, Abstürzt und völlig Sicher gegen Hacker ist.
    Die Rechtlichen Fragen können gar nicht ohne Fahrer geklärt werden oder Google übernimmt jeden Schaden selbst, wenn die Autos so sicher sind?

  • schöne Idee. Nun, die Sache von Volvo ist fr Kolonnenfahrten schon getestet worden, bei dem SARTRE-Projekt machten auch andere Unternehmen mit. Das ist schon mal ein richtiger Ansatz, um auf Langstrecken beispielsweise für LKW etc. auch den Treibstoffverbrauch zu senken.
    Nun, der öffentliche Nahverkehr macht Sinn, ohne Frage, aber natürlich auch nur dort, wo er installiert ist. Auf den Weiten von Norwegen, Schweden oder Canada würde dies doch Sinn machen.

  • Wenn wir selbstfahrende Autos haben, dann brauchen wir keine Fahrer, keine Führerscheine, keine Fahrstunden, keine Autoschulen….hehe….tja, irgendwie komisch!

  • Selbstfahrende Autos bräuchten eigentlich auch keine Fenster mehr, keine Lenkung und all anderen Bedienelemente, oder überdimensionierte Motoren. Da könnte mann viel Geld sparen. Für die Automobilindustrie eigentlich weniger toll. Ich fände es aber super. Wenn man dann noch induktive Ladung in den Städten und Autobahnen einbaut. Braucht man auch nur noch nen kleinen günstigen Akku, e-Motoren kosten auch fast nix. Jeder bekommt einen elektronischen Chauffeur. Wenn alle das benutzen oder man speziell Spuren dafür reserviert gibt es dort auch keine Staus mehr. Vermutlich wird sich dann Car Sharing durchsetzen wobei das Auto einen dabei abholt. Ich kann es gar nicht erwaten. Für die Leute die ab und zu gerne selbst fahren möchte gibt es ja Rennstrecken oder man weißt spezielle wenig benutzte Straßen aus auf der Oldtimer dann gefahren werden dürfen.

  • Dann bleibt das menschliche versagen an den Entwicklern hängen und nicht mehr am Fahrer. Ist das zu begrüßen? Ich bin gespannt wie die Entwicklung sich dem Alltag anpasst.

  • Spätestens wenn es die ersten Verkehrs Toten wegen Softwarefehler ect. gibt, werden wohl viele wieder Umdenken.
    Wir schaffen noch nicht einmal auf einen „in sich geschlossenen Computersystem“ fehlerfreie Software, wie sollte dies erst unter Realen Verkehrsbedingungen Bedingungen klappen?
    Dort kann jeder „Reset“ tötlich sein und es gibt keine neue Change wie in einem Computerspiel.
    Für spezielle „abgeschottete“ Straßen mag dies ja Funktionieren, aber sicher nicht im Großstadtverkehr.

  • Sehr Interessanter Beitrag.

    Ich hätte nicht gedacht, dass die Entwicklungen in diesem Bereich schon so weit voran geschritten ist.
    Ich Frage mich nur ob solche Autos auch schnell genug auf spontanen Wetterwechsel reagieren können (starker Schneefall etc.)…

    Gruß Jonas

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