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Facebook lädt die Presse ein – kommt das Facebook Phone?

fbandroidevent-300x296Gerüchte über ein eventuelles Facebook Phone gab es schon länger, doch Mark Zuckerberg dementierte jedes Mal. Doch jetzt lädt der Chef ins Hauptquartier zu einem mysteriösen Event ein und befeuert damit die Gerüchteküche.

Wofür veranstaltet man ein dreistündiges Presse-Event?

„Come see our new home on Android“ – das ist der Text einer Einladung, die Facebook gestern an die US-Presse verschickt hat. Eingeladen wird für nächsten Donnerstag, 10 Uhr morgens in Menlo Park.

Was hat es damit auf sich? Theorie Nr. 1: Facebook stellt eine neue Version der Android-App vor. Das Szenario ist aber eher unwahrscheinlich, zumal die Shuttles für die Presse erst um 13:00 Uhr zurück nach San Francisco gehen. Also wofür lädt man die Presse drei Stunden lang ins Hauptquartier ein? Bestimmt nicht für ein popeliges App-Update auf Android. Und wieso gäbe es kein Update für iPhone, BlackBerry und Windows Phone?

HTC-Phone mit Facebook-Androiden?

Damit kommen wir zur Theorie Nr. 2: Facebook stellt das lange erwartete Facebook-Phone vor. Und in der Tat, diverse Quellen haben „TechCrunch“ gegenüber bestätigt, dass es ein HTC-Phone geben soll, das mit einer von Facebook adaptierten Android-Version laufen soll. Codename: Facebook Home. So macht der Text auf der Einladung grammatikalisch auch ein wenig Sinn.

Mithilfe einer eigenen Android-Version soll sichergestellt werden, dass Facebook so tief wie möglich ins mobile Betriebssystem integriert wird. Mit Facebook Messenger würde man die SMS ersetzen, über die jüngst gelaunchte VoIP-Funktion der Facebook-App die Telefonfunktion ergänzen. Fotos könnten über Instagram geschossen, bearbeitet und geteilt werden.

Doch reicht das? Ich bezweifle es nach derzeitigem Stand der Gerüchte, denn worin besteht der Mehrwert eines Facebook Phones? Alle genannten Funktionen kann ich auch mit einem iPhone oder regulären Android nutzen – vielleicht mit 1-2 Klicks mehr, aber gut.

Jahrelange Dementi von Zuckerberg

Mark Zuckerberg erklärte übrigens noch letzten September, dass Facebook mit einem eigenen Phone kaum etwas gewinnen würde. Selbst, wenn 10 Millionen Leute das Gerät kaufen würden – bei einer Milliarde User mache das eigentlich keinen Unterschied. Weder die Masse der Neu-User noch deren Nutzung und somit die Werbeumsätze können also der ausschlaggebende Grund sein, ein eigenes Smartphone zu launchen.

Der einzige Vorteil, den ich für Facebook bei einem eigenen Handy sehe, sind mehr und qualitativ bessere Daten. Wenn ich sämtliche Anrufe und SMS analysieren kann, bekomme ich noch ein besseres Verständnis darüber, wer die wichtigen Freunde meiner Nutzer sind. Ich kann per GPS-Daten ständig sehen, wo sich mein User aufhält. Und über sein Surf-Verhalten bekomme ich weitere Infos, was ihm gefallen könnte.

Womit überzeugt man den User?

Aber lohnt sich dafür das Unterfangen? Ich bin da noch skeptisch, denn selbst bei 10 Millionen Kunden lassen sich vermutlich kaum Erkenntnisse gewinnen, die sich auf das gesamte Netzwerk übertragen lassen. Von individuellen Nutzerprofilen en masse mal abgesehen.

Hinzu kommt, dass man den Usern etwas bieten muss, dass sie beim iPhone und der Palette an Androids derzeit nicht bekommen. Und nicht zuletzt: Ohne das Einverständnis der Netzbetreiber wird es auch schwierig, VoIP über Facebook zu etablieren.

Es ist sicherlich zu früh, um über Facebooks nächsten Plänen zu urteilen, solange nur Gerüchte im Raum sind, aber Mark Zuckerberg müsste schon eine klare Strategie vorstellen, wie Facebook von einem eigenen Smartphone profitiert.

Doch die fehlende Vision habe ich ja schon länger vermisst. Bei den beiden letzten Presse-Events war ich eher enttäuscht über die Ankündigungen von Zuckerberg – die Chancen stehen gut, dass sich das nächsten Donnerstag wiederholen könnte.


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

4 Kommentare

  • Google versucht Händeringend Facebook mit Google+ Konkurrenz zu machen. Google kann nicht auf die Facebook App verzichten aber Facebook kann auf die Google+ App auf ihrem System verzichten. So ist jeder FB-Phone Nutzer einer weniger der zu Google+ wechseln wird. Von daher macht es wohl eben doch Sinn.

  • Wenn ein Facebook Phone herauskommt ist das schon ansatzweise der Anfang vom Web 4.0 in dem nicht wir unsere Profile freiwillig ausfüllen, sondern unser Profil anhand unserer Bewegungsdaten selbst ausgefüllt wird. Was für eine tolle Vorstellung…

  • Wer braucht ein Facebook Phone? Facebook ist nicht mehr als ein Netzwerk. Wenn ich es unterwegs brauche, rufe ich es eben mit meinem Handy auf. Wenn die App nicht geht, dann rufe ich Facebook eben nicht mehr auf. Facebook sollte zunächst ein greifbares Vermarktungskonzept entwickeln, dann bräuchte man auch kein Handy kopieren und eine Facebookmaske überziehen.

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