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Amazon drängt in die Wohnzimmer: Eigene Set-Top-Box könnte schon im Herbst kommen

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Die Gerüchteküche brodelt mal wieder: Nach dem Kindle und bereits kursierenden Gerüchten um ein eigenes Amazon-Smartphone steht der Online-Händler nun wohl davor, eine eigene TV-Set-Top-Box auf den Markt zu bringen. Schon diesen Herbst könnte es so weit sein.

Markteinstieg in gesättigten Markt?

Wie „Bloomberg Businessweek“ berichtet, haben drei eingeweihte Personen das Gerücht bestätigt und sofort wird gerätselt, was Amazon wohl damit will? Klar verkaufen und Videos in die Wohnzimmer streamen, doch der Markt ist insbesondere in den USA schon ziemlich gesättigt und Amazon findet ja auch jetzt schon den Weg auf die Mattscheibe.

Doch Amazon wäre mit einer eigenen Set-Top-Box nicht mehr angewiesen auf Roku, die Xbox 360, PlayStation3 oder die Apps der Smart-TVs, über die Amazon Instant Prime und Lovefilm bereits jetzt schon gestreamt werden können.

Amazon und Netflix lieben User-Daten

Hinzu kommt, dass man mit einer eigenen Box mehr Daten über das Sehverhalten seiner User sammeln könnte – und User-Daten sind der Wettbewerbsvorteil von Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon ganz allgemein.

Amazon hat aber noch zwei weitere Vorteile: Zum einen ist man mit Lovefilm bereits in mehreren europäischen Ländern vertreten und könnte die internationale Expansion aufgrund der Amazon-Präsenz in zahlreichen Ländern sicherlich schneller vorantreiben als Hauptkonkurrent Netflix. Zum anderen ließe sich die neue Box wunderbar mit Amazon Prime koppeln.

Set-Top-Box als trojanisches Pferd?

Schon jetzt können Prime-Kunden für 79 Euro bzw. Dollar im Jahr neben dem kostenlosen Versand ausgewählte Filme und TV-Shows ohne zusätzliche Kosten streamen. „Schenkt“ Amazon Käufern der Box eine Jahresmitgliedschaft Amazon Prime würde sicherlich ein Großteil im Folgejahr zu zahlenden Usern werden. Die „New York Times“ spricht bei der Box trotz Konjunktiv schon von einem trojanischen Pferd.

Auch ist davon auszugehen, dass Amazon seine Box sicherlich zum Kampfpreis entweder unter oder etwa in Höhe der eigenen Produktionskosten anbieten wird. Durchaus möglich, dass man mit einem solchen Niedrigpreis potentielle Kunden erreicht, die bisher noch keine Box gekauft haben – insbesondere wenn der Content für ein Jahr inbegriffen ist.

Welche Inhalte gibt’s on top?

Unklar ist allerdings, welche Inhalte Amazon denn über Instant Video und Lovefilm hinaus anbieten würde. Denn während man bei Amazon Instant Video nicht verfügbare Titel auch á la Carte kaufen kann, ist das bei Lovefilm meines Wissens nach nicht möglich. Sinnvoll (und vorstellbar) wäre es allerdings durchaus, auf Amazons gigantisches Inventar zurückgreifen zu können, selbst wenn man für die frisch veröffentlichte DVD noch einen Obolus zahlen müsste.

Sollte der Internet-Gigant neben seinen Eigenproduktionen Netflix’ Abo-Modell und iTunes’ Kauf- und Leihmodell kombinieren, wäre das inhaltstechnisch kaum zu schlagen. Auch im Musikbereich könnte die Set-Top-Box die Konkurrenz ausstechen, wenn Amazon auch seinen geplanten Musik-Streamingdienst rechtzeitig ans Laufen bringt.

Lüftet Bezos das Geheimnis?

Es sind also noch viele Fragen offen, doch Amazon stellt heute nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vor. Abgesehen davon, dass der Konzern die Gerüchte bisher nicht kommentiert, ist es durchaus vorstellbar, dass CEO Jeff Bezos vielleicht ein Wörtchen über die neue Box verlieren könnte. Die Box hat jedenfalls das Potential die Konkurrenz das Fürchten zu lehren.

Bild: Flickr / William Christiansen (CC BY 2.0)


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

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