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Was will Google mit einem „Chief Game Designer“?

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Google hat einen neuen Mitarbeiter und das gleich auf der C-Ebene: Noah Falstein hat nun auf seiner Visitenkarten den schönen Titel „Chief Game Designer“ stehen. Falstein ist ein Veteran der Games-Industrie – doch was hat Google davon?

Indiana Jones-Entwickler beim Android Play Studio

Falstein, der zuletzt als Berater für Spieleentwicklung war, hat eine beeindruckende Referenzliste: Er war 1980 einer der ersten Mitarbeiter bei Lucasfilm Games (inzwischen LucasArts), später verdiente er bei Dreamworks Interactive sein Geld. Er hat unter anderem Klassiker wie Sinistar entwickelt, aber auch Battlehawk 1942 und Indiana Jones.

Nun also arbeitet er bei Google – die Personalie wurde inzwischen bestätigt, über sein Aufgabengebiet hüllt sich Google aber in Schweigen. Laut einer Cache-Version von LinkedIn ist sein Arbeitsplatz beim Android Play Studio angesiedelt. Ich habe davon zwar noch nichts gehört, aber das gibt ja schon mal die Richtung vor. Auf der anderen Seite: Wieso wurde der Zusatz wieder entfernt? Unklar.

Augmented Reality-Spiel Ingress letztes Jahr entwickelt

Google ist bis jetzt nicht sonderlich als Spieleentwickler aufgefallen, wobei man Ende letzten Jahres das Augmented Reality-Spiel „Ingress“ veröffentlicht hat – laut Google Play Store wurde es zwischen 500.000 und eine Million Mal heruntergeladen und hat ganz gute Bewertungen gesammelt.

Hat man Ingress und Augmented Reality im Hinterkopf, geht der erste Gedanke bei der Anstellung Falsteins natürlich in Richtung Google Glass. Die Datenbrille wurde inzwischen an die glücklichen Gewinner der Verlosung ausgeliefert und soll ab nächstem Jahr auch für normale User erhältlich sein.

Doch ich bezweifle, dass es Google darum geht, ein interessantes Spiel für Google Glass zu entwickeln – zum einen werden die Stückzahlen zu gering sein, als dass man ein erfolgreichen Showcase präsentieren kann, zum anderen werden sich auch so andere Entwickler auf Google Glass stürzen.

Falstein interessiert sich für „Serious Games“

Für Smartphones und Tablets auf Android-Basis braucht Google ebenfalls keinen eigenen Spieleentwickler, denn da floriert das Geschäft mit Games ohnehin. Auch wäre das vermutlich nicht die Kragenweite von Falstein, der sich sehr für „Serious Games“ interessiert.

Er definiert den schwammigen Begriff als die Möglichkeit, Spiele und Spieltechnologien über den Spaßfaktor hinaus anzuwenden. „Serious Game“-Projekte ,an denen Falstein gearbeitet hat, reichen von Bildung bis Gesundheit. Das ist zwar immer noch sehr schwammig, zeigt aber, dass es mit der Personalie Falstein in eine andere Richtung geht, als man zunächst annehmen könnte.

Google TV-Spiele im Wohnzimmer?

Ein Gedanke, der mir dabei nicht aus dem Kopf geht, ist Google TV. Die Box oder die entsprechenden Fernseher laufen auch auf Android, sind bislang aber eher Ladenhüter. Dabei hat das Wohnzimmer entsprechendes Potential für Casual Games.

Während sich Sony mit der Playstation 4 auf den Hardcore-Gamer-Bereich fokussiert, gibt es bei den Angry Birds und Farmvilles der Welt ein Vakuum, das Google entsprechend ausfüllen könnte. Hier ließe sich auch Falsteins Anspruch, Spiele unter anderem für den Bildungsbereich zu entwickeln, umsetzen. Und auch ein Indiana Jones-Nachfolger ließe sich darüber realisieren.

Freilich ist das alles Spekulation, aber da der Games-Markt weiterhin stark wächst, ergeben sich für Google gleich mehrere interessante Ideen – von Google Glass über Google TV bis hin zu Bereichen, die weniger derzeit vielleicht noch nicht so offensichtlich sind.

Bild: Flickr / meneame comunicacions, sl (CC BY-SA 2.0)


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

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