Das letzte Aufbäumen: BlackBerry bringt BBM auf iPhone und Android

Robert Vossen

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BlackBerry

BlackBerry wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, in die Bedeutungslosigkeit abzusinken. Der BlackBerry Messenger, einst der Messaging-Vorreiter, wird ab Sommer auch als iOS- und Android-App verfügbar sein. Besser spät als nie?

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen“

Die BlackBerry-Manager überbieten sich dabei, die Nachricht als Erfolgsmeldung zu verkaufen. „Die Nutzer hätten jahrelang darum gebeten“, so Andrew Bocking, Vice President Software Product Management, „und jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen.“

Das ist natürlich Marketing-Geplänkel – und obendrein auch völlig gelogen. Schon seit längerem wollte BlackBerry seine beliebte Messenger-App auf andere Plattformen portieren, doch Thorsten Heins, der im Januar 2012 das Steuer bei BlackBerry übernahm, hielt nicht viel von der Idee.

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„Man habe das Wachstum der anderen Plattformen erkannt“

Jetzt wird endlich umgeschwenkt – überzeugend ist vor allem das Wachstum der anderen OS-übergreifenden Plattformen. Ich weiß ja nicht, aber wenn BlackBerry erst jetzt erkannt hat, dass WhatsApp, Facebook Messenger, Kik und wie sie alle heißen grandiose Wachstumsraten vorweisen können, zeugt das zumindest von schlechter Marktbeobachtung. Zur Erinnerung: Anfang des Monats gab WhatsApp bekannt, 200 Millionen aktive User zu haben – Twitter kommt auf 150 Millionen. Kik wächst um 200.000 User pro Tag. Und das passiert alles nicht erst seit gestern.

Wenn jetzt noch Google seine Kommunikationsplattform Babel vorstellt – eventuell schon heute oder morgen bei der I/O-Konferenz – wird es ziemlich eng auf dem plattformübergreifenden Messenger-Markt. Macht aber nix, denn Thorsten Heins verkündet, dass der Schritt, den BBM für andere Plattformen zu öffnen, ein Vertrauensbeweis sei. Man sei davon überzeugt, dass der BBM eine unabhängige Messaging-Lösung werde.

Frisierte Nutzerzahlen?

Die Zuversicht nimmt Heins aus den Nutzerzahlen: 60 Millionen User habe der Dienst. Pro Tag würden 10 Milliarden Nachrichten hin- und hergeschickt. Beeindruckend, aber leider auch unglaubwürdig. Im Schnitt müsste jeder User 166 Nachrichten pro Tag schreiben – oder eine Nachricht alle acht Minuten– damit man auf 10 Milliarden Nachrichten kommt.

WhatsApp hat die imponierende Marke übrigens letzten August geknackt – mit deutlich mehr als 100 Millionen aktiven Usern. Apples iMessage hingegen kommt auf zwei Milliarden Nachrichten pro Tag – bei 500 Millionen iOS-Geräten.

Man kann also getrost sagen, dass die Android- und iOS-Apps des BBM ein reiner Verzweiflungsakt sind, die Messenger-Plattform noch zu retten. Doch es ist mehr als fraglich, ob das gelingt.

Eingeschränkte Funktionalität, iOS 6 und Android 4.0 vorausgesetzt

Denn warum sollten sich iOS- und Android-User die App zulegen? Damit sie mit ein paar Freunden, die noch ein BlackBerry benutzen, chatten können? Es ist ja nicht so, dass WhatsApp, Kik und der Facebook Messenger nicht schon längst für BlackBerry erhältlich wären. Mal ganz abgesehen davon, dass die BBM-Apps nur iOS 6 sowie Android 4.0 und höher unterstützen – fast die Hälfte der Android-Phones laufen aber noch mit älteren Versionen.

Doch damit nicht genug: Zum Start werden die iOS- und Android-Apps auch nicht die volle Funktionalität unterstützen, sondern nur Messaging und eine Gruppen-Funktion. Sprachfunktionen sollen später folgen. Aber Heins weiß, was für den BBM spricht: Er ist kostenlos. WhatsApp kostet ja sage und schreibe 1 Dollar im Jahr. Da kann der User richtig was sparen. Ach nee, Facebook Messenger ist kostenlos. Kik auch.

Der richtige Zeitpunkt…guter Witz!

So langsam zweifle ich wirklich an der Kompetenz des BlackBerry-Managements. Doch damit nicht genug – man verkauft den User noch für dumm und erklärt eine längst überfällige sowie im Vergleich zur Konkurrenz schlechtere Messaging-Plattform als das Allheilmittel schlechthin. Weil jetzt der richtige Zeitpunkt sei. Weil die User darum gebeten hätten. Dass ich nicht lache!

Bild: BlackBerry

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.