Spotify stellt seine überfällige Discover-Funktion vor

Robert Vossen

spotify

Man hat die Qual der Wahl: Mehr als 20 Millionen Songs sind in Spotifys Datenbank, doch wie soll man die alle hören? Das Entdecken neuer, aber passender Musik ist also eine Herkulesaufgabe, der sich Spotify nun stärker widmen möchte.

Spotify kennt sein Discover-Problem

Vor knapp sechs Monaten kündigte Spotify-CEO Daniel Ek an, dass er seinen Dienst hier deutlich verbessern wolle, zumal andere Wettbewerber wie Pandora oder Rdio schon länger ihren Usern passende Musikvorschläge unterbreiten. Ein Baustein, sollte der Follow-Tab sein, der schon etwas länger verfügbar ist, der zweite Teil ist ein eigener News-Feed mit Discover-Funktion, der ab heute startklar ist.

Bislang war es eigentlich nur umständlich möglich, neue Musik kennenzulernen. Über das Follow-Tab konnte man sehen, welche Musik Freunde und bekannte Künstler sich anhören oder sich ansonsten über Spotify Radio überraschen lassen. Grundsätzlich wäre es auch möglich gewesen, seinen Facebook News-Ticker im Auge zu behalten und zu hoffen, dass viele Freunde nahtlos die Spotify-Wiedergabe teilen.

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Discover-Feature zunächst nur im Web-Player verfügbar

Das neue Feature wurde schon vor einem guten Monat in ein paar wenigen Ländern getestet, nun ist es global verfügbar – zunächst allerdings nur in der Web-Version. Die Desktop-App und die mobilen Apps sollen demnächst nachgerüstet werden.

Die Discover-Funktion wird nun auf der Startseite des Web Players prominent angezeigt – was auch der Grund war, warum man so lange mit der Funktion gewartet habe. Man wollte es richtig machen und die User bei so einer wichtigen Umstellung nicht verschrecken.

Der Empfehlungsreiter basiert auf den gleichen Algorithmen, wie das Spotify Radio und zeigt in einem eigenen Newsfeed Alben und auch Tourdaten von Künstlern an, die mir gefallen dürften.

Wir empfehlen dir Justin Bieber und Daft Punk

Bei meinem Test hingegen wird mir allerdings Justin Bieber, Daft Punk und Musik aus den 60ern empfohlen, was jedoch auch daran liegen könnte, dass ich Spotify als Desktop-App nutze und der Algorithmus schlichtweg nicht weiß, dass ich noch nicht dem Bieber-Fieber erlegen bin.

Praktisch ist allerdings, dass man auf ein Musikalbum klicken kann und bei gedrückter Maustaste ein kleines Audio-Sample vorgespielt wird – der aktuelle Titel wird währenddessen ausgeblendet. Die Idee ist gut, allerdings kann man mit gedrückter Maustaste eben auch nicht weiterarbeiten und nur schlecht scrollen. Da wäre es schon praktisch, das Audio-Sample auch anders abspielen zu können.

Überfällige Funktion angesichts der starken Konkurrenz

Dennoch: Die Funktion ist überfällig und wichtig für den Dienst, der inzwischen 30 24 Millionen User hat, aber in jüngerer Vergangenheit auch mächtige Konkurrenz durch Twitter #Music und Google Music dazu bekommen hat, die sich damit schmücken, genau das Problem von der Qual der Wahl zu lösen.

Auch Spotify versucht dies nun und verspricht, dass der Algorithmus mit der Zeit besser werde – vor allem, wenn 30 24 Millionen User das Feature nutzen und der Algorithmus mit Musikvorlieben und sonstigen Daten gefüttert wird.

Wann die neue Funktion auch ihren Weg in die Desktop- und Mobile-Apps von Spotify findet, ist nicht bekannt. Viel zu lang sollte Daniel Ek allerdings nicht warten – die Konkurrenz ist da nämlich schon.

Bild: Screenshot

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.