Switchh: Hamburgs neue Nahverkehrs-App zeigt die innerstädtische Mobilität der Zukunft

Tobias Gillen

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Hamburg ist modern. Nicht nur der große Medienstandort, sondern auch Innovationen im Bereich Open Data und Start-ups lassen diesen Schluss zu. Mit „Switchh“ will man nun den Nahverkehr vereinfachen und hat sich dazu eine intelligente Kombination verschiedener Transportmöglichkeiten einfallen lassen – ein Konzept, das Schule machen könnte und sollte.

SwitchH

Flatmodell mit Zukunft

Denn mit dem neuen Dienst werden Bus, U-, S- und Hoch-Bahn, car2go, Fähre, Fahrrad und Mietwagen verknüpft. So soll man per Webabfrage oder via App das gewünschte Ziel eingeben und von dieser anschließend die günstigsten und schnellsten Reisemöglichkeiten ausgegeben bekommen.

Das alles soll für 10 Euro pro Monat über ein monatlich kündbares Flatmodell laufen – inklusive 60 monatliche Freiminuten bei car2go beziehungsweise einer reduzierten Gebühr bei Neuanmeldungen von 9 statt 19 Euro sowie 20 Euro Rabatt pro Anmietung bei Europcar. Basis für switchh ist allerdings ein gültiger HVV-Abonnementsvertrag oder ein Semesterticket – Wochen- und Monatskarten sind nicht zugelassen, was die Flexibilität etwas einschränkt.

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Zweijähriges Pilotprojekt

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Realisiert wird das Projekt von der Hamburger Hochbahn AG, unterstützt von car2go, Europcar und dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Spannend ist die Kooperation auf jeden Fall, gerade wenn man sich die ständig steigenden Preise der Deutschen Bahn und das nervige Rangieren mit unterschiedlichen ÖPNV-Apps anschaut.

Das erklärte Ziel des Pilotprojekts, das erst mal zwei Jahre lang getestet wird, ist, „Hamburgs Verkehrs- und damit Lebens- und Umweltbedingungen wirksam zu verbessern.“ Dabei mache switchh den Verkehrsalltag in Hamburg einfacher, sei aber „hochkomplex in seinen systemischen Anforderungen“, schreibt der Verbund auf der Infoseite.

Nett ist auch die Smartphone-App für iOS und Android, die sich als Rund-um-Reiseplaner verkauft – mögliche Reservierungen bei allen teilnehmenden Diensten inklusive. Bei ersten Tests lief die App reibungslos. Ob sich daran etwas ändert, wenn der Ansturm größer wird, muss sich allerdings noch zeigen. Gleichwohl ist Switchh, dessen doppeltes „H“ für Hansestadt Hamburg auch nach mehrmaliger Benutzung noch irritiert, eine schöne Alternative zum komplizierten Buchungs-Urwald der anderen Städte.

Schade ist aber, dass es ein Hamburg-only Projekt ist und durch die verschiedenen Verkehrsunternehmen in den anderen Großstädten auf keine schnelle Nachahmung gehofft werden kann. Dort heißt es auch weiterhin, Bus, Bahn und Carsharing-Dienste getrennt voneinander zu benutzen. Auf die Idee, Synergieeffekte so ausgeprägt zu nutzen, ist bisher nämlich noch keine andere Stadt gekommen.

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.