Software

Have a PRISM-break, have an alternative kit: Dienste und Software ohne Schnüffel-Plugin

Bild: Richard Gutjahr, CC-BY-SA
geschrieben von Tobias Gillen

Seit 2006 schnüffelt der US-Geheimdienst NSA mit seinem Überwachungsprogramm PRISM in ausländischen Internetdaten herum. Barack Obama hat gestern in Berlin zwar betont, dass es sich dabei lediglich um Informationen und Verbindungen von bereits Verdächtigen handle und nicht um Inhalte der abgefangenen Daten. Dennoch haben viele Nutzer durch das von Edward Snowden enthüllte Programm ihr Vertrauen in viele Internetdienste verloren.

Alternativen müssen her

Denn anders als sie anfangs behaupteten, stecken Microsoft, Apple, Google, Facebook, Yahoo!, AOL und einige weitere Unternehmen tief mit drin, im Überwachungsfieber der USA. Man kann es nun machen wie ZDF-Redakteur Martin Giesler, der von nun an komplett auf Facebook verzichtet. Es lassen sich aber auch einfach (hoffentlich) PRISM-freie Alternativen nutzen.

Die Website Prism-Break.org hat solche Alternativen zu Microsoft, Apple, Facebook und Co. und deren Dienste gesammelt. Statt Windows, Mac OS X oder Google Chrome OS finden sich dort etwa die PRISM-freien Alternativen Linux, Debian, Fedora oder Trisquel; als Ersatz für die Browser Safari, Internet Explorer oder Chrome wird der Umstieg auf Mozillas Firefox oder eine passende Erweiterung empfohlen.

prism-break

iOS ist alternativlos

Und wer auf Google als Suchmaschine verzichten kann oder will, sollte laut Prism-Break.org bei DuckDuckGo vorbeischauen – wenngleich die Suchplattform in den USA gehostet und teils proprietär aufgebaut ist. An Stelle von Apple und Google Maps lässt sich wiederum OpenStreetMap nutzen, OwnCloud wird als Pendant zu iCloud, Dropbox und Co. empfohlen.

Der einzige (scheinbar) alternativlose Kandidat in der Aufzeichnung ist iOS – für Android stehen hingegen sichere Alternativen und Nachbesserungen zur Verfügung. Ansonsten gibt es Tools für Videokonferenzen, Medienveröffentlichungen und Sofortnachrichten. Der wohl interessanteste Punkte sind allerdings die sozialen Netzwerke: Diaspora ist aus der Liste der Alternativen der bekannteste Alternativ-Vertreter, daneben werden aber auch noch neun weitere Möglichkeiten zu Google+, Facebook, LinkedIn und Twitter aufgeführt.

Zudem stellt Prism-Break.org einige Plugins und Add-ons zur Auswahl, die etwa den Browser oder die E-Mail-Verschlüsselung zusätzlich stärken. Hier empfehlen sich demnach, neben einigen anderen Alternativen, HTTPS Everywhere, Fix Tracking und Enigmail.

Wie seht ihr PRISM-freie Alternativen?

Unsere Frage an euch: Kennt ihr weitere Alternativen oder nutzt ihr sie schon? Könnt ihr noch auf Facebook, Apple und Co. verzichten, um PRISM-frei durch das Internet zu wandeln? Und glaubt ihr, dass PRISM den großen Internetfirmen tatsächlich schaden kann?

Bild: Richard Gutjahr, CC-BY-SA


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

10 Kommentare

  • Das tut alles in meinem Kopf weh. Als ob das CIA jetzt den dicken Horst belauscht, wie er sich wieder die ekeligsten Japsenpornos anschaut. Wenn von 2-3 Mrd Internetnutzern 50.000 wegen was auch immer (Terror, Mobbing, Cyberkriminalität, etc.) belauscht wurden, kann ich damit leben.

  • ^ Das ist ein anderer Ben.

    Eben im TV: Jede Leitung, die in die USA führt, wird überwacht und jeglicher Traffic darüber wird gespeichert.
    Eigentlich unvorstellbar, aber wenn man sich die entstehenden NSA-Datenzentren in der Größe von Kleinstädten ansieht… für Nichts werden die nicht gebaut.

  • Interessant, dass man da Android App-Alternativen empfiehlt, wenn Android selbst ein Google-Produkt ist, von denen man im Vorfeld abrät. Nicht ganz konsequent.

    Wenn, dann sollten sie empfehlen, ein N9 oder ein Symbian-Gerät zu verwenden oder auf Geräte mit Sailfish OS zu warten. iOS, Windows Phone wie auch Android sind amerikanisch. Das sollte grundsätzlich skeptisch stimmen.

  • Und was nutzen dem geplagten US-Surfer Fedora, Thunderbird und Co. wenn die Daten über die Privatleitung der NSA fließen?

  • So wie Präsident Clinton sagte das Oralverkehr kein Sex sei, meint halt Präsident Obama Ausspähen im Netz „kein Abhören“ ist.
    Wer sollte wohl glauben das eine NSA oder andere Dienste niemals auf die Idee käme sich auch die abgefangen Nachrichten Abzuhören und Auszuwerten, dafür gibt es heute Algorithmen und kein Heer von Mitarbeitern.
    Der einzigste Weg diese Praxis Entgegenzutreten ist der bewusste Verzicht auf US Dienste , denn wenn diese deutliche Umsatzeisbußen haben werden sie auch die Politik unter Druck setzen.

  • Also zu der Frage ob man auf Facebook und Co verzichten: Ich muss sagen es ist echt schwer. Vor kurzer zeit wollte ich selber von Facebook loskommen, da ich zu viel Zeit für diese Plattform investieren habe. Doch ich musste feststellen, dass dies leichter gesagt als getan wurde.
    Es gibt leider die super Funktion 0.facebook.com d.h. wenn jemand mal kein Geld auf dem Handy hat oder keine Internet Flatrate besitzt ist dies die beste Möglichkeit mit dieser Person in kontakt zu treten. Und leider liegt dieses Phänomen bei meiner Freundin vor, was mir den Umstieg oder besser gesagt den Verzicht auf Facebook ungemein erschwert.

  • Hier sind ein paar Infos um Firefox auf Android zu anonymisieren, inklusive die implementierung einer freien Holländischen Suchmaschiene mit anonymen Suchergebnissen und ohne Nutzerspeicherung.
    Sogar auf Wunsch mit verschlüsselten Proxy. (:

    So kommt man teilweise von den Us diensten weg.
    Facebook youtube boykotiere ich nun!

    Jeder sollte darauf achten Europäische Dienste zu fördern.

    http://opensmartpad.org/forum/sicherheit-und-datenschutz/41126-how-to-firefox-auf-android-anonymisieren-die-privatsphaere-steigern.html

Kommentieren