Ist es Liebe? Neues LinkedIn-Übernahmegerücht treibt Xing-Papiere auf Rekordhoch

Michael Müller

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Ein Gerücht befeuert die Wertpapiere des sozialen Business-Netzwerks Xing. Weil der Flurfunk hinter den Kulissen von einer Übernahme durch den weltweiten Marktführer LinkedIn erfahren haben will, stieg die Aktie in der Spitze auf 78,40 Euro. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ steht der Kauf des Aktienpaketes der Burda-Gruppe im Raum, der über 50 Prozent aller Aktien umfasst. Experten sind skeptisch.

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Impuls drängt zur Investition

Auch die Börse tickt weitgehend nach den fundamentalen Regeln freier Märkte: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis der Wertpapiere. Im Falle von TecDAX-Mitglied Xing zeigte sich am heutigen Freitag eine deutlich gesteigerte Nachfrage im Vergleich zum üblichen Tages-Handelsvolumen. So werden pro Woche im Schnitt rund 6.300 Xing-Aktien gehandelt – wohingegen heute in den ersten 15 Handelsminuten schon knapp 13.000 Aktien im Handel waren.

Der Grund für diesen rasanten Anstieg ist ein Gerücht, das an den Börsenstandorten die Runde macht und Investoren zu Investments in Xing-Aktien treibt, um im Falle einer möglichen Bestätigung den großen Reibach zu machen. Da es bisher keinerlei offizielle Stellungnahmen, Kommentare oder gar Ad-Hoc-Mitteilungen der beteiligten Unternehmen gibt, sind die Investitionen auf einem hoch volatilen, spekulativen Fundament gebaut. Das macht die Sache an sich aber nicht weniger spannend.

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Konkret heißt es, der weltweite Branchenprimus LinkedIn sei interessiert daran, die 59,2 Prozent starke Burda-Beteiligung an Xing zu übernehmen. Damit würde LinkedIn über die Hälfte der Wertpapiere halten und fortan als Mehrheitsaktionär von Xing weitgehende Entscheidungsrechte genießen. Weltmarktführer LinkedIn könnte so seine erstarkende europäische Konkurrenz in Schach halten und sein eigenes Netzwerk durch eine mögliche Verschmelzung der Services stärken. Macht strategisch Sinn, wären da nicht die hohen Kosten.

Ungünstiger Zeitpunkt

Analysten sehen das Gerücht mit Skepsis, ist es doch nicht das erste mal, dass es aufkeimt. Dadurch, dass die Xing-Aktie schon seit langer Zeit einen anhaltenden Positivtrend aufweist und konstant an Wert gewinnt, wäre ein Einstieg von LinkedIn zu einem früheren Zeitpunkt sehr viel günstiger möglich gewesen. So vermuten Experten, ein Börsenbrief habe die Aktie in sein Musterdepot genommen, was von Anlegern als Kaufsignal interpretiert wurde und den Impuls für das Gerücht gab.

Bisher kommentierten weder Xing, noch LinkedIn und Hubert Burda Media die Vorgänge. Am Ende wohl nicht viel mehr als heiße Luft. Mal wieder.

Schade eigentlich, haben studiVZ und Facebook doch schon gezeigt, dass die parallele Existenz zweier Netzwerke mit identischen Zielgruppen und Leistungsmerkmalen in der Social-Media-Welt auf lange Frist kein Erfolgsmodell für alle Beteiligten sein kann.

Bild: Xing

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Michael tritt seit 2012 in über 140 Beiträgen den Beweis an, trotz seines Allerweltnamens real existent zu sein. Nach Abschluss seines Wirtschaftsstudiums arbeitete er einige Jahre als PR-Berater, bevor er 2016 als Tech-Kommunikator bei einem deutschen Spezialglas-Hersteller einstieg.