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Neue iPhones? Mac Pro? iPad Mini mit Retina-Display? Gerüchte-Roundup zur Apple-Keynote heute um 19 Uhr

Heute ist es wieder einmal so weit: Apple lädt die internationale Presse zur Keynote. Um 19 Uhr deutscher Zeit wird Tim Cook die Bühne betreten und Neuigkeiten aus Cupertino vorstellen. Die Gerüchteküche brodelt bereits seit Monaten und brachte über die Zeit hinweg mal mehr, mal weniger glaubwürdige Gerüchte zu Tage. Jetzt, wenige Stunden vorm Start der Veranstaltung, scheinen die meisten Neuerungen bereits enthüllt. Jedenfalls, wenn man die Masse an Presseberichten als Maß nimmt. Ein kurzer Überblick darüber, womit die Öffentlichkeit rechnen kann.

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Neue iPhone-Modelle und iOS7

Als sicher gilt neben dem breiten Rollout von iOS7 das neue iPhone 5S – zu klar und stimmig die Gerüchte und Bilder der vergangenen Tage. Die Öffentlichkeit ging bis vor Kurzem davon aus, dass das „S“ wie schon beim iPhone 3G und 4 für „Speed“ stünde. Das hat sich nach neuesten Flurfunk-Informationen dahingehend geändert, dass hinter dem S wohl ein „Sensor“ steckt. Bekräftigt wird diese Annahme dadurch, dass eine französische Website am heutigen Dienstag sehr glaubwürdige Bilder einer Betriebsanleitung veröffentlichte, die das vermeintliche iPhone 5S zeigt. Dort ist von einem „Touch ID Sensor“ die Rede, der den altbekannten Home-Button ergänzt.

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Die Größe des iPhone 5S bleibt mit 4 Zoll identisch mit der des Vorgängermodells, dasselbe gilt für die Designsprache – mit Ausnahme der neuen Gold-angehauchten, champagnerfarbenen Version. Die neue „Killer-Funktion“ der nunmehr siebten iPhone-Generation könnte also besagter Fingerabdruck-Sensor sein, der die Eingabe eines Zugangscodes überflüssig macht und über künftige App-Lösungen in Verbindung mit NFC eine Revolution in der Art des bargeldlosen Bezahlens lostreten könnte. Jedenfalls, sofern der Sensor zuverlässig und sicher ist.

Doch das ist nicht alles: Die zweite Neuerung findet sich in der Kamera. Diese soll zwar weiterhin mit 8 Megapixeln auflösen, bringt aber jetzt eine Zeitlupen-Funktion mit – realisiert durch 120 geschossene Bilder pro Sekunde in 1080p. Unterstützt wird die iSight-Linse von einem Dual-LED-Blitz. Ob das ausreicht um die nach Innovation gierende Öffentlichkeit zufrieden zu stellen?

Unter der Haube wenig Neues

Die Änderungen unter der Haube fallen verhalten aus, wenn man den Informationen des in der Regel gut unterrichteten US-Blogs 9to5Mac glauben darf. So ist von einem neuen Prozessor die Rede, der auf den Namen A7 hören und knapp 30 Prozent schneller als der im iPhone 5 verbaute A6 sein soll. Besonderes Highlight ist die Unterstützung von 64 Bit, die wenn überhaupt langfristig Vorteile mit sich bringen könnte. Das Retina-Display bleibt offenbar mit Spezifikationen von 1.136 x 640 Pixeln bei 326 ppi gleich.

Das iPhone 5 muss buntem Billig-iPhone weichen

Der Produktlebenszyklus des iPhone 5 wird heute enden, wenn man den Quellen von 9to5Mac auch in diesem Punkt Vertrauen mag. So feiert eine günstige, in mehreren Farben erhältliche Variante des Apple-Smartphones, das iPhone 5C („C“ für Colour), im Plastikgewand seine Premiere. Die Spezifikationen dürften denen des iPhone 5 weitgehend entsprechen. Meine Gefühl sagt mir, dass die meisten im Netz auffindbaren Foto-Leaks des iPhone 5C Fälschungen sind oder Schutzhüllen zeigen. Daher verzichte ich auf die Einbindung und lasse immerhin ein wenig Platz für Anspannung und Vorfreude.

Die Gründe für diesen Strategiewechsel dürften potente Wachstumsmärkte wie China, Indien oder Russland sein, die mit einem für die Massen geeigneten Mainstream-iPhone erobert werden sollen. Auch tut Apple so seinen Zulieferern einen Gefallen, die massiv in Infrastruktur und Fertigungsstraßen investieren müssen, um für die Amerikaner produzieren zu können. Das alte iPhone 5 erhält im Grunde einen neuen Anstrich, eine neue Zielgruppe, einen neuen Preis, sorgt bei Apple für Umsätze und die Erschließung neuer Märkte und wird von den Produktionspartnern durch konstant hohe Auslastung dankend angenommen. Ein durchdachter Schachzug.

iPad 5 und iPad Mini mit Retina-Display im Anflug?

Dass Apple bereits an Nachfolgern für iPad 4 und iPad Mini forscht, dürfte klar sein. Ob deren Nachfolgemodelle aber auch heute bei der Keynote ihre Markteinführung erfahren, ist unklar. Sonny Dickson, ein junger Australier, veröffentlichte in den letzten Tagen regelmäßig Tweets und Blogeinträge von vermeintlichen Gehäuseteilen, die er in Asien käuflich erworben haben will.

Da sich deren Optik mit den vorgestellten von Unbox Therapy decken (siehe Video), könnte ein Start durchaus kurz bevor stehen. Sinn würde es jedenfalls machen, besonders in Hinblick auf den neuen A7-Prozessor. Womöglich dauert es aber auch noch einige Monate, um in der Start-Phase ausreichend Stückzahlen des A7-Chips für das iPhone 5S auf Vorrat zu haben? Würde in meinen Augen jedenfalls mehr Sinn machen.

Mit was ist noch zu rechnen?

Die kleine Set-Top-Box Apple-TV der dritten Generation ist schon seit Frühjahr 2012 auf dem Markt und damit ein wenig angestaubt. Allerdings muss man klar sagen, dass die Hardware auch heute immer noch auf dem aktuellen Stand der Technik ist. Stromsparend, kompakt und mit 1080p-Unterstützung. Eine Neuauflage der TV-Ergänzung ist damit unwahrscheinlich – wenn überhaupt, erfolgt ein Prozessor-Update im Inneren. Insider sprechen von einem Update der Software, so das Blog All Things D.

Auch dürfte der auf der WWDC-Keynote vorgestellte Mac Pro sehr bald in den Handel kommen. Ich rechne damit, dass Apple heute abend einen konkreten Starttermin nennen wird. Dafür spricht auch die seit Wochen geschaltete Informationsseite auf der Apple-Website, die potentielle Kunden für den völlig neu entwickelten Arbeitsrechner begeistern soll und die Aufmerksamkeit klar vom noch aktuellen Modell ablenkt.

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Abschließend: Meine persönliche Einschätzung

Wenn alle Gerüchte stimmen, steht bei Apple ein strategischer Kurswechsel ins Haus. Vorbei sind die Zeiten, in denen das Unternehmen aus Kalifornien mit neuen Modellen nur den Premium-Bereich bediente, ganz egal um welchen Markt es sich auch handelte. Mit dem iPhone 5C will Apple an günstige Android-Modelle verlorene Marktanteile in wachsenden Märkten zurück erobern, macht seinen Zulieferern ein Geschenk – und könnte damit Erfolg haben. Bleibt abzuwarten, wie sich diese Neuausrichtung auf Aktienkurs und Image auswirkt. Ob die Strahlkraft von Apple dadurch womöglich Schaden nimmt? Ehrlich gesagt: wohl kaum.

Das iPhone 5S ist eine gelungene Fortführung des Konzeptes der Vorgänger-Generation, wird dem öffentlichen Durst nach größeren Displaygrößen aber wieder nicht gerecht. So stellt sich weiterhin die Frage, wann auch Apple den Trend zu größeren Displays mitgeht. Zugegeben: 4 Zoll sind in Verbindung mit iOS wirklich eine konzeptionell sehr gelungene Größe, da mit den Fingern alle Bereiche des Touchscreens ohne Probleme erreichbar sind. Womöglich legt Apple mit iOS 7 auch unter der Haube den konzeptionellen Startschuss für künftige iPhone-Generationen mit größeren Displays.

Wartet also vielleicht doch eine Überraschung auf uns? Heute abend werden wir es erfahren. Ab 19 Uhr. Wir werden berichten, Nachtschicht für mich, detaillierte Infos für euch. Ich freu‘ mich drauf.

Bilder: Apple, nowhereelse.fr, Screenshot


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Über den Autor

Michael Müller

Michael tritt seit 2012 in über 140 Beiträgen den Beweis an, trotz seines Allerweltnamens real existent zu sein. Seit Abschluss seines Wirtschaftsstudiums arbeitet er als Kommunikationsberater für namhafte Technologie-Firmen, kann und möchte das Schreiben aber nicht sein lassen.

3 Kommentare

  • Schon das neue iPhone 5S ist ja bunter geworden.
    Wer benötigt eigentlich ein goldenes Telefon?

    Interessant finde ich allerdings in der Tat den Fingersensor! Auch wenn man in dem Zusammenhang gruselige Dinge hört/liest. Ich denke nicht, dass die Leute, die ein Telefon klauen auch Bereit für den „Diebstahl eines Fingers“ sind.

    Ich kann mir allerdings sehr gut vorstellen, dass die Tastensperre damit sehr angenehm zu entfernen ist!

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