Hardware

Amazon schickt neue Kindle-Tablets ins Rennen: Aufgefrischtes Kindle Fire HD meets Kindle Fire HDX und Kindle Fire HDX 8.9

Ach ja, derzeit kommt irgendwie fast jeden Tag eine mehr oder minder große Überraschung reingeflattert. Gestern Gratis-WLAN bei der Bahn und neue iMacs, heute beginnt der Morgen mit neuen Kindle-Tablets. Drei überarbeitete Flachrechner schickt Amazon ins Rennen – wie üblich aber zunächst wieder nur in den USA.

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Kindle Fire HD als neues Einstiegsmodell

Neues Einstiegsmodell ist das 345 Gramm schwere Kindle Fire HD mit 7-Zoll-Display – das alte Kindle Fire und Kindle Fire HD entfallen. Der Nachfolger kommt mit besserer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln (216 ppi), Dual-Core-CPU mit 1,5 GHz, 1 GB RAM und wahlweise 8 oder 16 GB Speicherplatz. Die Außenanbindung erfolgt ausschließlich über Dual-Band-WLAN nach n-Standard. Eine Kamera gibt es nicht. Die Akkulaufzeit liegt laut Amazon bei bis zu 10 Stunden. Preis zwischen 139 und 184 Dollar – je nach Speichergröße und etwaiger Werbesubvention durch Produkthinweise auf dem Lockscreen.

Ebenfalls neu ist das Kindle Fire HDX – gleichermaßen ein 7-Zöller. Die Auflösung beträgt hier 1.920 x 1.200 Pixel, was 323 ppi entspricht. Unter der Haube ackert ein Qualcomm Snapdragon 800 Quad-Core mit 2,2 GHz, flankiert von 2 GB RAM. Speicherplatz gibt es in den Varianten 16, 32 und 64 GB. Internet läuft wahlweise nur via Dual-Band-WLAN oder gegen 100 Dollar Aufpreis zusätzlich auch per UMTS beziehungsweise LTE. Das HDX bietet zudem eine frontseitig verbaute HD-Kamera sowie bis zu 11 Stunden Laufzeit bei Nutzung sämtlicher Features. Wird das Tablet nur zum Lesen von E-Books verwendet, sollen sogar 17 Stunden drin sein. Die recht breite Preisspanne liegt zwischen 229 und 424 Dollar; das Gewicht um oder etwas über 300 Gramm – abhängig davon, ob ein Mobilfunkmodul verbaut wurde.

Neues Flaggschiff Kindle Fire HDX 8.9 mit 339-ppi-Display

Mit frischer Ware bedient wird aber natürlich auch das 8,9-Zoll-Format. Hier bleibt das „alte“ Kindle Fire HD 8.9 im Verkauf. Hinzu gesellt sich aber ein neues Top-Modell: das Kindle Fire HDX 8.9 mit sehr beachtlicher Auflösung von 2.560 x 1.600 Bildpunkten oder 339 ppi. Zum Vergleich: Das aktuelle iPad mit 9,7-Zoll-Bildschirm erreicht „nur“ 2.048 x 1.536 Pixel (264 ppi). Außerdem finden sich Qualcomms Snapdragon 800 mit 2,2 GHz, 2 GB RAM sowie 16, 32 oder 64 GB Speicher. Ebenso mit an Bord sind zwei Kameras – eine 8-Megapixel-Variante mit LED-Blitz auf der Rückseite und eine HD-Frontkamera für Videotelefonate. Für die drahtlose Kommunikation bietet Amazons neues Flaggschiff selbstverständlich sowohl Dual-Band-WLAN als auch optional UMTS/LTE. Der verbaute Akku soll gleichermaßen mit Höchstleistungen glänzen und im „Drittelmix“ aus Lesen, Surfen und Audio-Video-Medienkonsum bis zu 12 Stunden Energie liefern.

Wer nur E-Books liest, muss laut Amazon erst nach 18 Stunden nachladen. In der Realität dürften sich solche Werte erfahrungsgemäß als nette Werbeillusion entpuppen, einen Arbeitstag sollte das Tablet aber locker durchstehen. Im Vergleich zum 567 Gramm schweren Kindle Fire HD 8.9 ist das HDX zudem ein echtes Leichtgewicht. Selbst die Mobilfunkvariante bringt nur 384 Gramm auf die Waage; das WLAN-Modell 10 Gramm weniger. Preislich muss man dafür aber auch signifikant tiefer in die Tasche greifen: Amazon möchte mindestens 379 Dollar haben; die Maximalausstattung ohne Werbung kostet sogar 594 Dollar.

Exklusiv-Feature „Mayday“-Button

So viel zur Hardware. Ihr ahnt es schon: Die Software bleibt natürlich ebenfalls nicht unangetastet. Beide HDX-Varianten verfügen hier über ein neues Exklusiv-Feature: den digitalen „Mayday“-Button. Wird dieser gedrückt, soll umgehend eine direkte Videochat-Verbindung zu einem Amazon-Supportmitarbeiter hergestellt werden, der bei Problemen weiterhilft und sich per Remote notfalls selbst Zugriff auf das Tablet verschafft. Kostenlos und rund um die Uhr. „Mayday“ wird vermutlich nur in den USA funktionieren. Falls nicht, kann ich mir vorstellen, dass deutsche Datenschützer hier nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen werden. Auch darf man gespannt sein, ob das Ganze tatsächlich so reibungslos abläuft, wie im Amazon-Werbeclip:

Fire OS 3.0 und stärkere Business-Ausrichtung

Ansonsten kommen die Tablets mit dem neuen Fire-OS 3.0 „Mojito“, das diverse Verbesserungen mitbringen soll. Wie bisher zwängt Amazon seine Kunden dabei in das hauseigene Ökosystem – der Google Play Store bleibt daher weiterhin geschlossen. Apps gibt es nur bei Amazon selbst. Noch nicht verfügbar, aber bereits angekündigt sind darüber hinaus diverse Neuerungen für den Produktiveinsatz im Büro – beispielsweise eine Druckfunktion sowie Verschlüsselungs- und VPN-Unterstützung. Eine Office Suite wird nun bereits mitgeliefert – wohl ein klarer Wink in Richtung Microsoft und seine gerade verbesserte Surface-Reihe. Dazu passen auch neue als „Origami“ bezeichnete Schutzcover, die über einen eingebauten Standfuß verfügen. Wann die Kindle-Tablets in Deutschland zu haben sein werden, steht derweil noch in den Sternen. Erfahrungsgemäß kann dies mitunter noch Wochen oder gar Monate dauern.

Bild: Amazon


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Über den Autor

Christian Wolf

Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.

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