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Datenschutz gelockert: Facebook gibt Teenagern mehr Möglichkeiten zur öffentlichen Entfaltung

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geschrieben von Tobias Gillen

Der durchschnittliche Facebook-Nutzer ist 38,7 Jahre alt. Ihn dürften die neuen Datenschutzänderungen von Facebook also eher weniger interessieren. Es sei denn, er hat Kinder.

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„Erfahrung für Teenager verbessern“

Denn genau die tangiert die von Facebook gestern bekanntgegebene Änderung in den Datenschutzeinstellungen. Genauer: Die 13- bis 17-jährigen Teenager. Denen war es bislang nicht vergönnt, Statusupdates, Bilder und Co. öffentlich zu teilen – also so, dass man sie auch ohne bestätigte Freundschaftsanfrage sehen konnte. Eigentlich eine vernünftige Idee von Facebook, schließlich sollten junge Menschen meist noch vor zu viel Öffentlichkeit geschützt werden.

Nun aber ändert Facebook diese Regelung. Auch Teenager werden künftig in der Lage sein, öffentlich ihren Senf aus der Tube zu lassen. Damit will Facebook, so das Unternehmen in einer Mitteilung, „die Erfahrung für Teenager auf Facebook verbessern.“ Jugendliche bekämen durch dieses Update die Option, ihre Inhalte einer breiteren Masse mitzuteilen, „wie auch bei anderen Social Media-Diensten.“

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Und das ist längst nicht alles: Für die künftigen Social-Media-Sternchen aus dem Jugendsegment gibt es noch eine zweite Neuerung. Die „Abonnieren“-Funktion wird es nun auch für Teenager geben. Damit können auch nicht befreundete Personen alle öffentlichen Updates abonnieren. Ob ein Jugendlicher die Funktion wirklich braucht, ist fraglich. Demnach auch, ob Facebook sie zur Verfügung stellen sollte. Außerdem wäre eine weitere Differenzierung im Teenager-Bereich angebracht: Die Reife von einem 13-Jährigen unterscheidet sich enorm von der Reife eines 17-Jährigen – vielleicht wäre eine Einteilung in „13- bis 15-Jährige“ und „16- bis 17-Jährige“ sinnvoller.

„Nur für Freunde“ ist ab jetzt Standard

Immerhin: Jene Pubertierende, die „öffentlich“ für ihre Status-Updates auswählen, werden mit einer Meldung von Facebook über die Konsequenzen informiert; sollten sie weiterhin öffentlich posten, werden sie daran erinnert. Zudem wurden im Gegenzug die Standardeinstellungen für Posts und Updates ein wenig verschärft. Ändern die Teenager nichts an den Einstellungen, posten sie künftig „nur für Freunde“ und nicht mehr – wie bisher – für „Freunde von Freunden“, also einem weitaus größeren Kreis potenzieller Leser.

Nichtsdestotrotz wirkt diese Änderung letztlich nur wie ein Zugeständnis an mögliche Kritiker. Als wolle Facebook den faktisch vollzogenen Abbau von Datenschutzhürden für eine in vielerlei Hinsicht problematische Altersgruppe ein wenig herunterspielen. Frei nach der Devise: „Mama, ich habe in Mathe eine Eins… aber die Scheibe vom Nachbarn eingeworfen.“ Letztlich ist die Diskussion darüber aber mühsam und wenig ergiebig, solange Altersangaben von Facebook nicht überprüft werden. Sämtliche Beschränkungen sind damit ohnehin mehr oder weniger Fassade.

Bilder: Facebook


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

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