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Twitter ft. BBC = #BBCtrending: Twitter und der Weg in die Multimedialität

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geschrieben von Tobias Gillen

Was ist ein simples, auf 140-Zeichen-beschränktes Netzwerk, wenn es sich mehr und mehr zur Multimedia-Newsplattform entwickelt? Über das eigentliche Ziel hinausgeschossen? Oder vielmehr genau richtig mit der Zeit gegangen?

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Twitter ft. BBC = #BBCtrending

Über Twitter kann man dieser Tage fast täglich berichten. Der Börsengang hier, Experimente mit Direktnachrichten da, mal hier eine Partnerschaft, mal dort eine. Der nächste Coup von Twitter ist die Partnerschaft mit der BBC, die sich auf multimediale Inhalte, sprich Video, fokussiert.

Die BBC ist damit der erste Partner im Amplify-Programm von Twitter, der Videoinhalte exklusiv für das Netzwerk produziert. Die Clips sind nur wenige Minuten lang und dürften von der BBC inklusive Werbung in Tweets des 4,8 Millionen-Follower-starken @BBCWorld-Accounts eingebettet werden. Gedreht wird professionell im Studio oder an gemütlicheren Orten.

Am Ende soll auf Twitter über die Clips diskutiert werden. Dafür hat man sich auf das Hashtag #BBCtrending geeinigt, das schon jetzt ordentlich Fahrt aufnimmt. Die Videos an sich werden sich weitestgehend mit Themen befassen, die auf Twitter und im sozialen Netz gerade stark diskutiert werden.

In drei Pilot-Folgen erklärt Modertorin Marie Tomchak zum Beispiel, woher das Hashtag #R4bia kommt, was es mit einem viel geteilten Ziegen-Bild auf sich hat und fragt, ob YouTube der einzige Platz in Indien sei, wo man einen wirklich derben Witz machen darf. In gewisser Weise ähnelt die Themenauswahl der vom @Phaenomeme-Account der „Süddeutschen Zeitung“. Was gerade viel geteilt, diskutiert oder geliket wird, wird besprochen, erklärt oder ausgeführt.

Demonstration vor dem Börsengang

Twitter selbst hat dabei ein großes Interesse daran, dass die Videoclips auch geschaut werden. Schließlich wird darin Werbung zu sehen sein und die braucht das Netzwerk momentan ganz besonders. Kurz vor dem geplanten Börsengang gibt es nicht wenige Stimmen, die Twitter eine noch mangelhafte Monetarisierung vorwerfen. Das könnte sich negativ auf den Aktienkurs auswirken: Wer investiert schon in etwas, das kaum Geld einnimmt?

Demnach ist #BBCtrending für Twitter wohl in erster Linie eine Demonstration vor dem Börsengang, getreu dem Motto „Schaut her, wir können es auch!“ Fraglich ist aber, ob Twitter mit der Multimedia-Schiene nicht einen Weg eingeschlagen hat, der den Nutzern nicht behagt. Schließlich ist in all dem Trubel und Bling-Bling bei Facebook doch Twitter die Anlaufstelle für schnelle, einfache Nachrichten. Mit Nachrichtenclips, Video-Werbung und Co. könnte sich die eigentliche Idee hinter Twitter verlaufen.

Klar ist aber auch, dass Twitter a) mit der Zeit gehen muss und b) dringend Geld braucht. Sowohl der Zahn der Zeit als auch der Mangel an Monetarisierungs-Ideen fordern Multimedia-Inhalte. Die Zukunft liegt nun mal im Bewegtbild.

Bild: Screenshot


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

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