Telekom akzeptiert Drossel-Verbot bei Flatrates – und kündigt neue Volumentarife an

Tobias Gillen

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Die Deutsche Telekom hat sich mit den Plänen zur Drosselung von Internet-Flatrates selbst ins Aus geschossen. Nicht nur bei den vielen Nutzern, die wochenlang Sturm gegen die „Drosselkom“ liefen, sondern auch beim Gerichtsprozess vor dem Landgericht Köln. Nun aber werde das Drama endlich ein Ende haben, sagt die Telekom – und gibt sich transparent.

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Urteil wird akzeptiert

„Wir werden es prüfen und dann voraussichtlich Berufung einlegen“, sagte uns Telekom-Sprecher Philipp Blank kurz nach Urteilsverkündung des Landgericht Köln. Man könne das Urteil nicht nachvollziehen, hieß es da noch. Umso bemerkenswerter ist der plötzliche Sinneswandel des Bonner Unternehmens. Denn plötzlich schlägt die Telekom ganz andere Töne an:

Ende Oktober hat uns das Landgericht Köln eine Geschwindigkeitsreduzierung bei Festnetztarifen, die als Flatrate bezeichnet werden, untersagt. Zugegeben, wir hätten uns ein anderes Urteil gewünscht. Aber jetzt stur zu sagen, „das machen doch alle in der Branche so“, wäre keine gute Lösung. Deshalb haben wir uns entschieden, dass wir die Kommunikation mit unseren Kunden grundsätzlich besser machen wollen.

Wer hätte gedacht, dass man das noch mal von der Telekom zu lesen bekommen? Schön ist, dass die Sturheit abgelehnt wird – nämlich genau eben jene, mit der man vor Monaten seine Pläne vehement durchsetzen wollte. Man wolle das Urteil des Kölner Gerichts nun akzeptieren, die „voraussichtliche Berufung“ ist damit vom Tisch und das Drama um die Drosselpläne endlich gegessen.

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Mehr Transparenz?

Des Weiteren werden die Drosselungsklauseln am 5. Dezember 2013 aus allen Festnetz-Verträgen ersatzlos gestrichen, die schon mit diesen bestückt waren. Überschrieben ist der Blog-Post des Bonner Konzerns übrigens mit „Mehr Transparenz für unsere Kunden“. Hört sich gut an, muss aber auch erst einmal umgesetzt werden. Aber bei aller Skepsis: Insgesamt klingen die dort aufgeführten Pläne durchaus vernünftig. So heißt es, man habe bei der Bundesnetzagentur in Sachen Transparenz mehrere Vorschläge eingereicht, darunter Messtools für Internet-Geschwindigkeiten in Festnetz und Mobilfunk sowie ein Online-Portal, auf dem die Nutzer alle Anbieter miteinander vergleichen können.

Bevor wir angesichts der vorweihnachtlichen Stimmung aber zu sehr in nachsichtiger Seligkeit zerfließen, soll eine Sache doch noch erwähnt werden. Denn es ist nicht gerade unwesentlich, dass die Telekom das Thema Drosselung prinzipiell weiterverfolgt – mit neuen Vertragsmodellen. So wird es künftig teure Flatrates und günstigere „Volumentarife“ geben. Bedeutet: Der Nutzer wird vermutlich für den selben Preis, für den er bislang eine echte Flatrate bekommt, ein kleine(ere)s Volumenpaket erhalten. Dies markiert unverändert einen Wendepunkt – die stets abwärts drehende Preisspirale bei Internet-Tarifen soll wieder umgedreht werden. Zwar bleibt theoretisch der Sprung zu einem Wettbewerber. Aber man darf vermuten, dass der ein oder andere einfach irgendwann nachziehen wird.

Bild: Deutsche Telekom

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.