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BASIC steps: So werde ich E-Book-Autor – Teil 2: Muss man es wirklich in die Top 100 schaffen?

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geschrieben von Tobias Gillen

In der neuen Serie „BASIC steps: So werde ich E-Book-Autor“ berichtet unser Blogger Tobias über seine ersten Erfahrungen im Geschäft mit digitalen Publikationen. Da er kürzlich beim Schreiben seines – im Rahmen der BASIC-thinking-Serie „Tagebuch eines Ahnungslosen: Mein Weg in die Verschlüsselung“ entstandenen – E-Book-Debüts „Verschlüsselt! Wie ich sichere Kommunikation im Netz lernte“ erfahren musste, welche Stolpersteine hier auf Neueinsteiger warten, stammen seine Tipps ausnahmslos aus der Praxis. Sein heimliches Ziel: Eine Festplatte voller E-Books von den Menschen, die sich in den nächsten Wochen tatsächlich ein Herz fassen und ihr erstes Werk auf den Weg bringen.

Die einzelnen Teile der neuen Serie werden exklusiv hier auf BASIC thinking zu lesen sein. Den Anfang machte ein Überblick zu den zehn wichtigsten Schritten, die auf dem Weg zum eigenen E-Book vor jedem Autor liegen. In Teil 2 geht es um die Frage: Muss ich wirklich in die Top 100 der Gesamtcharts kommen, damit sich mein E-Book dauerhaft verkauft?

Top 100? Srsly?

Zumindest empfohlen wird es ja immer wieder. Jeder, der mit dem E-Book-Schreiben beginnt, stößt irgendwann auf einen Hinweis, den die vielen ausgewiesenen Experten (zu denen ich mich übrigens noch lange nicht zähle) nicht müde werden, rauszuhauen: Willst du ein E-Book verkaufen, muss es in die Top 100 der Gesamtcharts – ansonsten verkauft es sich nicht. Die Idee dahinter: Ist ein Buch auf Platz 100 oder besser, können Nutzer es finden, weil es sich bei den großen Händlern noch im sichtbaren Listen-Bereich befindet. Und auf den konzentrieren sich ja auch die meisten Kunden. Amazon etwa zeigt nur die Top 100 an, Apples iBookstore die Top 200. Im Umkehrschluss bedeutet das: Ist es E-Book nicht im sichtbaren Bereich, wird es nicht oder nur selten gekauft.

Bei Amazon werden ca. 70 Prozent aller verkauften E-Books abgesetzt, Apple ist der nächstfolgende und gleichzeitig einzige ernsthafte Player neben Amazon mit ca. 20 Prozent. Demnach ist es bei Apple einfacher, in den sichtbaren Bereich zu kommen. „Verschlüsselt!“ hat es dort beispielsweise in den Gesamtcharts zwischenzeitlich auf Platz 22 geschafft – vor „Shades of Grey“, Dan Brown und Stephen King. Warum? Weil man, setzt man die eigenen Verkäufe in Relation zu dem Gesamtverkäufen, bei einem Markt von nur 20 Prozent mit ein paar Verkäufen (es waren etwa 20-30 an dem Tag) wesentlich mehr erreichen kann, als bei einem Markt von 70 Prozent.

Die Kategorie ist wichtig

Anders gesagt: Bei Apple ist es gar nicht so schwer in die Top 100 (oder 200) zu kommen und von dort aus Verkäufe zu generieren. Bei Amazon sieht das schon anders aus: Trotz des überwältigenden Medienechos war für mich und mein Erstlingswerk nicht mehr als Platz 244 drin. Bedenkt man, dass es Millionen E-Books gibt, ist das zwar schon richtig gut, der Sprung in die Königsriege bleibt aber eine harte Nuss. Allerdings habe ich eins gelernt – und das sollte den hoffentlich vielen Neu-E-Bookern nun Mut machen: Die Top 100 sind eigentlich gar nicht so wichtig.

Denn gerade für Indie-Autoren, die keine Millionen für Marketingmaßnahmen zur Hand haben, reicht auch eine gute Position in einer bestimmten Kategorie, um gekauft zu werden. In meinem Fall ist das bei Amazon eBooks > Computer & Internet > Sicherheit. Dort hält sich „Verschlüsselt!“ seit Beginn auf Platz 1, rutscht maximal für ein paar Stunden auf Platz 2 oder 3 ab. Und von dort aus wird es auch tatsächlich gekauft. Das sieht man dann, wenn gerade mal kein Medienecho da ist und das Buch in den Gesamtcharts trotzdem fleißig klettert.

Fazit?

Letztlich bedeutet das nichts anders als: Euer E-Book verkauft sich auch von einer guten Kategorie-Position. Wer gute Arbeit geleistet und die Kategorie passend gewählt hat, wird sich auch über Verkäufe freuen dürfen. Ganz ohne großes Marketingbudget.


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

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