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PayPal und Co. im Visier: Amazon kauft mobilen Bezahldienst GoPago

Mit Bezahlsystemen hat Amazon ja einige Erfahrung. Bezahlen kann man aber bisher immer nur online – entweder bei Amazon direkt oder indirekt über das Versandhaus: Seit 2008 gibt es Amazon Payments, Anfang Oktober wurde „Log in and Pay with Amazon“ vorgestellt. Ähnlich wie beim „Anmelden mit Facebook“-Knopf können so Kunden ihre Einkäufe bei Online-Shops direkt über ihr Amazon-Konto bezahlen.

Amazon Logo - Bernard Goldbach - http://www.flickr.com/photos/44124366475@N01/8325104250/in/photolist-dFEksb-6krnQT-cb2YxG-2aNAQA-2aJakD-2aNzjs-bWtit9-4nX1GR-8eXnvv-397uNd-6hFCtf-8VQoX1-8VMkjH-8VMknB-8VQoWw-8VMkkp-8VMkkB-8VQoVY-8VMkkZ-bWtoF1-8VQoYb-68HTnZ-33xFSK-bWtMBU-bWtmUy-bY41Jw-7RUsmg-dhbdFt-6YogaL-8ujgzs-8ptdSw-4YjXKb-84YDyW-2KCePD-ahfhrV-7pr9JE-2KGDek-9atiAk-4nLvBH-4nPkmt-8xsLsE-6MMUw-7xZdL9-5Qe2RB-biYQPX-2NyRw7-N2E7F-eaeXgd-eajBQM-eaqmmE-eajDL8

Doch jetzt soll auch das Bezahlen in der realen Welt möglich sein. Statt selbst ein neues System auf die Beine zu stellen, holte sich Amazon einen Fachmann heran: Italienische Zeitungen berichten, der Online-Riese habe das Startup GoPago gekauft.

Pay-per-Appgopago screenshot

GoPago will die neue Schnittstelle zwischen Kunde und Verkäufer sein. Neben Installation in Läden, am Point of Sale, bietet das Startup auch eine schlankere, mobile Version seines Angebotes an. So soll der Verkauf von Gegenständen aus dem tatsächlichen Laden verlagert werden – das Shoppingerlebnis findet also irgendwo draußen oder zuhause statt, inklusive der Bezahlung; der Käufer holt die Ware dann am Ende nur noch im Geschäft ab, ohne lästige Wartezeit.

Das Unternehmen wurde 2009 gegründet, wurde aber erst 2012 bekannt, als es in den Medien als direkte Konkurrenz zu Square auftauchte. Tatsächlich haben beide Dienste ähnliche Funktionen wie die Bezahlung per App oder die Suche von Läden in der Nähe, die das Bezahlungssystem unterstützen. Und sogar die Geldgeber sind die gleichen: Sowohl GoPago als auch Square wurden von JP Morgan Chase gefördert. Doch die Funktion, vorab zu bezahlen und dann ohne Wartezeit im Geschäft abzuholen, bietet bisher nur GoPago. Dass Amazon Interesse an dem Startup hat, wurde immer schon gemunkelt. Laut Gründer Vincenzo di Nicola soll auch Google mit einem Kauf geliebäugelt haben. Viel mehr Infos gibt es allerdings bisher nicht.

Ambitionierte Pläne

Allerdings hat Amazon laut der vorhandenen Berichte großes vor. Denn auch wenn die Online-Geschäfte gut laufen: Amazon will auch in den Einzelhandel vor Ort. Die Konkurrenz schläft nicht: Die eBay-Tochter PayPal steht im Online-Bereich ziemlich gut da, und hat mit „PayPal Here“ seit Februar auch in Europa ein Bezahlsystem mit Kartenleser für mobile Plattformen. Square ist seit 2009 auf dem Markt und damit eine der ersten Firmen im Bereich mobiler Bezahlsysteme.

PayPal, Square, und jetzt Amazon: Alle wollen die Verbindung zwischen Online- und Offline-Käufen schaffen, um sich überall ein Scheibchen abzuschneiden. Aber Amazon plant laut „TechCrunch“ Größeres, und dabei spielt auch das mittlerweile sagenumwobene Amazon Kindle Phone eine Rolle. Denn mit GoPago-Technologie, die für diese Geräte optimiert wird, könnte der Online-Händler tatsächlich auch Offline-Läden an sich heranziehen und den mobilen Bezahlmarkt gehörig durcheinander wirbeln, so jedenfalls die Spekulation. Bisher gibt es allerdings noch nicht mal eine offizielle Bestätigung des GoPago-Kaufs.

Bilder: Amazon; GoPago


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Über den Autor

Thorsten Nötges

Thorsten Noetges ist Nerd, Gamer,und seit 1995 im Internet zu Hause. Er hat von 2013 bis 2014 über 100 Artikel auf BASIC thinking veröffentlicht.

1 Kommentar

  • …und wieder eine US-Firma. Macht also keinen Unterschied beim Datenschutz. Warum schafft kein deutsches Unternehmen so einen Vorstoß?

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