Hardware

Raspberry Pi im Selbstversuch: Mit Raspbmc für 50 Euro zum schicken Discount-MediaCenter

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geschrieben von Michael Müller

Der Raspberry Pi ist ein Kleinstcomputer für 35 Euro, der mit ein wenig Geduld und Bastelei in ein schickes und leistungsstarkes MediaCenter verwandelt werden kann. Da das Web voll ist mit Installations-Anleitungen, halte ich diesen Teil möglichst kurz, fasse für euch meine Erfahrungen mit dem putzigen, nerdigen Siliziumhaufen zusammen und berichte durch die Brille eines blutigen Linux-Laien, wie schwierig sich die Einrichtung letztlich gestaltet hat. Auch verrate ich, wie gut sich die grafische Oberfläche bei den begrenzten Hardware-Ressourcen schlägt und wie es um die Erweiterbarkeit bestellt ist.

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Projekt MediaCenter

Ich denke in Projekten, das hält mich auf Trab und erfüllt mich mit Glück. Das Abhaken der imaginären Checkliste bringt Freude – ich mag es, wenn Ideen, Gedanken und Wünsche in die Tat umgesetzt werden. Mein jüngstes Projekt sollte das Heimkino-Erlebnis abrunden, ein MediaCenter-PC als Zentrum der cineastischen Glückseligkeit meine Augen zum Leuchten bringen. Beim Vergleich der Alternativen stieß ich neben teuren Mini-PCs, Barebones und Apple TV auf den Raspberry Pi. Für 35 Euro unter allen Alternativen ein absoluter Preiskracher.

Der Einplatinen-Rechner wird in Großbritannien gefertigt und kann mit Hilfe spezieller, kostenfreier Software zu einem potenten MediaCenter aufgerüstet werden. Durch die Verknüpfung mit zahlreichen Open-Source-Diensten, AddOns und das enthaltene Fünkchen Bastelarbeit, war neben dem Preisargument schnell klar: ein Pi muss her. Das Kind im Mann stirbt eben nie.

Technische Spezifikationen

Der Raspberry kommt ohne Gehäuse daher. Das Platinendesign ist spartanisch, wenngleich zweckmäßig. Herz des Raspberry bildet der Broadcom-SoC BCM2835. Als CPU ist ein ARM1176JZF-S verbaut, der im neueren Modell B mit 700 Megahertz (MHz) getaktet ist. Für die Grafikausgabe ist ein Broadcom VideoCore IV zuständig – dieser ist leistungsfähig genug, um Videos in Full-HD (1080p) wiederzugeben.

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Der Arbeitsspeicher ist 512 MB groß, zwei USB 2.0-Anschlüsse, ein SD-Karten-Slot, ein HDMI- und Cinch-Port, ein 10/100 Mbit/s Netzwerkanschluss sowie ein Audio-Klinkenstecker dienen als Schnittstellen zur Außenwelt. Für Bastler stehen noch programmierbare Allzweckeingabe/-ausgabe-Pins zur Verfügung, auf die ich aber nicht näher eingehe.

Ohne Zubehör geht nichts

So viel zur Hardware-Ausstattung des Raspberry Pi (Model B). Um die Hardware nun auch über Software ansprechen zu können, sind weitere Zubehörteile notwendig, allen voran ein Datenspeicher. Hier empfiehlt sich eine SD-Karte der Klasse 10 oder ein flotter USB-Stick mit mindestens 8 Gigabyte Speicherplatz. Der Nutzer hat in Verbindung mit Raspbmc später die Wahl, ob das Betriebssystem auf SD-Karte oder Stick installiert werden soll. Ich persönlich habe mich für die SD-Variante entschieden. Erfahrungsberichte im Netz sprechen der USB-Installation eine höhere Performance zu – wer hierzu Informationen parat hat, ist herzlich eingeladen, diese über die Kommentarfunktion zu teilen.

Neben dem Speicher wird ein Micro-USB-Netzteil für die Stromversorgung benötigt. Dieses sollte eine Spannung von 5 Volt besitzen und mindestens 1000 mAh, besser 1200 mA, ideal 1500 mAh Stromstärke ausgeben. Insbesondere für das Anschließen von Festplatten ohne externes Netzteil ist die Stromstärke relevant, weil zum Anlaufen der Platter eine gewisse Grundstärke benötigt wird. Ist die Stromstärke zu niedrig, stürzt der Raspberry Pi unmittelbar nach dem Start ab. Ein stabiler Betrieb ist dann nicht möglich. Deshalb: besser in ein qualitativ hochwertiges Netzteil mit hoher Stromstärke investieren, als am Ende vor einem dunklen Bildschirm zu sitzen. Als Staubschutz dann noch schnell ein passgenaues Gehäuse mitbestellen und fertig ist das Discount-MediaCenter. Fast. Fehlt noch die Software.

Distributions-Vielfalt: Qual der Wahl

Den Knackpunkt der Inbetriebnahme des Rechners bildet die Software. Hier hatte ich als blutiger Linux- und Kommandozeilen-Abstinentler die größten Bedenken, was die Einfachheit betrifft. Um es vorweg zu nehmen: die Installation der XBMC-Distribution ist kinderleicht.

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Es existieren mehrere OS-Distributionen, die allesamt kostenfrei zu haben sind. Die wohl beliebteste, weil rundeste und einfachste Variante zur Nutzung des Raspberry als MediaCenter nennt sich Raspbmc und ist eine passgenaue Pi-Portierung des Xbox Media Center (XBMC). Durch die große Community hinter dieser Distribution erfährt Raspbmc regelmäßige Updates, die auch ohne Zutun des Nutzers („Silent“) eingespielt werden. Auch überzeugt die Oberfläche dadurch, schon sehr viele leistungsstarke Merkmale mitzubringen, ohne mühsame Installationen notwendig zu machen. Beispielsweise unterstützt Raspbmc zahlreiche USB-Zubehörartikel wie Tastaturen oder Mäuse nativ, was eine Treiberinstallation erspart.

Auch kann durch Raspbmc mit der Fernsehtastatur navigiert werden, sofern der angeschlossene TV das Merkmal HDMI-CEC beherrscht und die Option in den Einstellungen aktiviert ist. Die Hersteller tarnen dieses Leistungsmerkmal mit schicken Eigenkreationen, nämlich Anynet+ (Samsung), Bravia Sync (Sony), Easylink (Philips), Digital Link HD (Loewe), Simplink (LG), Viera Link (Panasonic), Aquos Link (Sharp), Digi-Link (Grundig) oder Regza Link (Toshiba). Bei älteren Flachbild-TVs sollte die Kompatibilität im Voraus geprüft werden – hier kann gegebenenfalls ein Firmware-Update helfen. Ist dem nicht so, hilft eine standardmäßige USB-Tastatur.

Sehr einfache Software-Installation

Um Raspbmc zu installieren, stehen zwei Optionen zur Wahl. Entweder man lädt sich das Komplettpaket N00BS („New Out Of Box Software“) herunter, das nach dem Kopieren auf SD-Karte und Auswahl von Raspbmc die aktuellsten, nötigen Dateien installiert. Oder aber man zieht sich den Rasbmc-Installer von der offiziellen Entwicklerseite. Ich wählte die zweite Option.

Bevor mit der Installation von Raspbmc auf die SD-Karte begonnen wird, ist eine saubere Formatierung mit dem entsprechenden Tool der SD-Card-Foundation empfehlenswert. Herunterladen, installieren, öffnen und dann folgende Option wählen: „Format Size Adjustment: On“. Dies kann auch in der Schnellstart-Anleitung der Raspberry Pi Foundation nochmals nachvollzogen werden.

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Ist die SD-Karte frisch und korrekt formatiert, folgt der Raspbmc-Installer. Wird dieser ausgeführt, muss nur noch das korrekte Laufwerk ausgewählt werden, dann kann die Installation starten. Optional existiert hier die Möglichkeit der bereits angesprochenen USB-Installation – habe ich bisher selbst nicht ausprobiert. Ein Klick und Raspbmc wandert auf die SD-Karte. Fast fertig.

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Hochzeit von Raspberry und SD-Karte

Jetzt muss die SD-Karte in den vorgesehenen Slot des Raspberry Pi gesteckt werden. Schnell den Pi per HDMI mit dem TV-Gerät verbunden und womöglich eine Tastatur angeschlossen, schon kann Strom auf den Mini-PC fließen.

Was sich nun zeigt, ist die vollautomatische Installation von Raspbmc. Sieht durch den Bluescreen höchst nerdig aus, beschert Windows-Fans bei Erstkontakt stressige Schweißperlen, macht aber letztlich wirklich alles von selbst. Nach circa 10-15 Minuten ist das Schauspiel zu Ende, der Pi startet neu und die grafische Oberfläche von Raspbmc zeigt sich erstmals in voller Pracht des „Confluence“-Standard-Skins.

Ab hier sind den eigenen Vorlieben kaum Grenzen gesetzt. Über die entsprechenden Verknüpfungen sind AddOns installierbar, können Themes geladen werden – alles, ohne die SD-Karte zu entfernen. Ausnahmen bilden Dateien, die nicht im XBMC-Archiv gelistet sind (siehe nachfolgende Bilder). Diese müssen den Umweg über den SD-Kartenleser und den PC nehmen. Dazu externe AddOns herunterladen (beispielsweise aus der unerschöpflichen Sammlung von SuperRepo) und in das am PC einsehbare Grundverzeichnis der SD-Karte kopieren – die finale Installation ist dann sehr einfach manuell über die Einstellungen von XBMC möglich.

Ein letzter Schritt: Videodateien indizieren

Damit XBMC nun auch in der Lage ist, die eigene Videobibliothek korrekt zu erfassen und mit Zusatzinformationen wie Darstellern, Trailern, BluRay-Covern und Meta-Kritiken aufzuhübschen, ist eine Indizierung der Dateien notwendig. Diese nimmt je nach Datenaufkommen nach dem ersten Start recht viel Zeit in Anspruch. Dabei gilt: je ordentlicher und korrekter die Datei- und Ordnernamen der Filme und Serien organisiert sind, desto höher ist die Erfolgschance, dass XBMC einen Treffer in verknüpften Filmdatenbanken findet. Daher sollte vor der Indizierung sichergestellt werden, dass logische Ordnung im digitalen Datenwust herrscht.

Ein Beispiel: liegt der beste Film, der je gedreht wurde als HD-Video auf der Platte, heißt aber beispielsweise „plp_f_1_hd“, wird XBMC sehr wahrscheinlich daran scheitern, einen passenden Treffer zu erzielen. Heißt der Überordner oder die Datei aber „Pulp_Fiction_HD“, sieht die Sache ganz anders aus und die Indizierung erfolgt binnen Sekundenbruchteilen. Ach: Was den Filmgeschmack angeht, dulde ich an dieser Stelle nur ungern eine abweichende Meinung.

Auf dem iPad schick aufbereitet: Informationen zu den Medien. Der kostenlosen XBMC Remote-App sei Dank!

Auf dem iPad schick aufbereitet: Informationen zu den Medien. Der kostenlosen XBMC Remote-App sei Dank!

Noch eine Anmerkung für all jene, die eine externe Festplatte in Verbindung mit dem Pi betreiben möchten: Ich persönlich scheiterte auch trotz starkem Netzteil daran, meine externe USB 3.0-Festplatte ohne Zusatz-Stromanschluss zum Laufen zu bringen. Sehr ärgerlich, aber physikalisch recht logisch. Der Raspberry besitzt USB-Anschlüsse nach Standard 2.0 – diese sind so genormt, dass 500 mA anliegen sollen. USB 3.0 hingegen kann bis zu 900 mA bereitstellen, der Norm sei Dank. Doof nur, wenn eine Festplatte nach USB 3.0 zertifiziert ist, aber an USB 2.0 zu wenig Saft zum Anlaufen bekommt. Dies bewegte mich zum Kauf einer externen Samsung-Festplatte mit 3 Terabyte Speicher und einer eigenen Stromversorgung. Im Team mit dem Raspberry Pi hat sich diese Lösung als zuverlässig, schnell und leise erwiesen.

Zum Nachmachen empfohlen

Ich habe den putzigen Raspberry Pi nun seit knapp zwei Monaten in Betrieb und will ihn nicht mehr missen. Zwar besitze ich einen SmartTV, doch kann dieser beim Leistungsumfang und der optischen Darbietung nicht annähernd gegen XBMC anstinken. Es macht Spaß, durch die Menüs zu navigieren. Auch, wenn es hier und da auf Grund der begrenzten Leistungskapazitäten immer mal wieder etwas hängen mag. Fürs Booten braucht der Pi knapp 30 Sekunden. Ob Trailer, Filminfos, die Organisation von bereits gesehenen Folgen einer Serie oder die schier unbegrenzte Möglichkeit der Individualisierung – ich liebe das kleine Früchtchen.

Auch imponiert es mir immer wieder, wie einfach XBMC in meinem Heimnetzwerk mit verschiedensten Geräten angesteuert werden kann. Ob mit der TV-Fernbedienung oder über die kostenfreie, offizielle XBMC-Remote-App (erhältlich für iOS, Android und Windows Phone): das Navigieren durch die bildgewaltigen, informationsbeladenen Menüs macht Spaß, die ungebremste Codec-Kompatibilität lässt den Nutzer nie im Stich – jedenfalls dann, wenn für wenige Euro die Lizenzen für MPEG-2 und VC-1 freischaltet wurden.

Noch ein Vorteil für Apple-Nutzer: die iOS-App beschert volle AirPlay-Konnektivität über XBMC, ähnlich wie beim teuren und unflexiblen Apple TV. Aktiviert man am Apple-Gerät AirPlay und befindet sich drahtlos im gleichen Subnet wie der per Ethernet verbundene Raspberry, navigiert im Anschluss durch Bilder und Videos, dann erscheint XBMC als zweites, optionales Anzeigegerät. So kann man spielend einfach die eigene Mediathek in XXL und HD auf den Fernseher spiegeln, ohne teure Zusatzhardware mit Apfel kaufen zu müssen.

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Zwischen der gegenseitigen, uneingeschränkten Hingabe zwischen meiner Person und dem Raspberry stehen nur wenige kleine Kritikpunkte. Da wären einmal die Abstürze, die immer wieder durch fehlerhafte oder nicht mehr aktualisierte, nachinstallierte Streaming-AddOns hervorgerufen werden. Nicht weiter schlimm, aber nicht ideal. Auch könnte der Prozessor des Pi minimal leistungsfähiger sein, um auch grafisch aufwändige Skins gänzlich ruckelfrei darzustellen. Mir hat es der Skin „Quartz Reloaded“ angetan, der an vielen Ecken im Netz empfohlen wird. Die Darstellung ist weitgehend sauber, die grafische Untermalung modern und zeitgemäß. Uneingeschränkte Weiterempfehlung.

Schade ist, dass Raspbmc etwas zickig ist, was das unerwartete Abschalten angeht. Wird das Betriebssystem nicht über die Option „Ausschalten“ beendet, sondern vom Strom getrennt, müssen die mühsam gemachten Einstellungen neu vorgenommen werden. Da am Pi kein Ein- und Ausschalter zu finden ist, muss man sich mit einer abschaltbaren Steckdose behilflich sein.

Top-Lösung für alle Bastler mit Nerd-Gen

Alles in allem werden all jene mit Raspbmc auf dem Pi glücklich, die sich mit außergewöhnlichem, technischen Spielzeug wohlfühlen und sehr gerne Neues ausprobieren. Linux-Kenntnisse sind absolut nicht notwendig, meiner Meinung nach können auch blutige Laien bei Beachtung der einzelnen Schritte den Raspberry Pi in ein MediaCenter verwandeln. Günstiger kommt man nicht an einen AirPlay-fähigen Mini-PC für das Wohnzimmer.

Dennoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Erstinstallation einige Zeit in Anspruch nimmt. Egal ob Indizierung, Individualisierung oder Leistungsoptimierung: durch die Flexibilität des kleinen Rechners und des XBMC-MediaCenters ergeben sich unzählige Optionen und Möglichkeiten, die es zu erforschen gilt. Das kostet Zeit und kann nerven, wenn es denn mal nicht klappt. Sorgt auf der anderen Seite aber für den Ausschuss von Glückshormonen, wenn es denn doch klappt. Diesen positiven Aspekt in Verbindung mit den günstigen Anschaffungskosten gilt es, abschließend hervorzuheben.

Man kann mit dem Raspberry Pi nichts falsch machen – eher vieles besser, wenn man ein wenig Zeit und spielerische Neugier mitbringt.


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Über den Autor

Michael Müller

Michael tritt seit 2012 in über 140 Beiträgen den Beweis an, trotz seines Allerweltnamens real existent zu sein. Seit Abschluss seines Wirtschaftsstudiums arbeitet er als Kommunikationsberater für namhafte Technologie-Firmen, kann und möchte das Schreiben aber nicht sein lassen.

23 Kommentare

  • Ich muss zugeben das „Basteln“ und das warten vor den DOS ähnlichen Balken hat am meisten Spaß gemacht und ich warte schon auf ein neues Modell vom Pi.

  • Mir ist klar dass der Fokus hier auf dem Pi liegt, aber ich finde man kann das große Potential von XBMC gar nicht oft genug betonen. Ich bin vor einiger Zeit zufällig darüber gestolpert und immernoch begeistert vom Funktionsumfang und Bediencomfort dieser freien Software.
    Es läuft ja unter Windows/Mac OS/Linux sowie auf Android, und wenn man die Medienquelle nicht direkt an einen XBMC Client anschließt, sondern einen Server/NAS betreibt und den dann am besten noch mit einer TV-Karte ausstattet, geht der Spaß erst richtig los. Auf meinem Server läuft ubuntu (zugegeben, dazu sollte man Spaß an der Kommandozeile finden), mit einer Dual-TV-Karte, großen Festplatten und einigen Skripts teils aus dem Internet, teils selbst gebastelt.

    Es ist wirklich eine Freude. Egal ob Smartphone, Tablet, MediaPC im Wohnzimmer oder der Arbeitsrechner im Schlafzimmer, auf allen ein einheitliches Interface und immer auf dem gleichen Stand. Schnell eine Aufnahme für Nachts um drei programmieren, geht am Tablet, der Server wacht rechtzeitig vorher automatisch aus dem Stromsparmodus auf und verabschiedet sich wieder in den selbigen … sorry, man gerät ins schwärmen 😉

    • Da hast du recht. Im Grunde ist XBMC die mächtige Basis, die dem Pi erst Leben und unendliche Möglichkeiten einhaucht. Deine Lösung mit einem NAS finde ich auch äußerst spannend, traue mir allerdings durch meine Kommandozeilen-Abneigung die Installation einer solchen Konfiguration (noch) nicht zu.

  • „Die wohl beliebteste, weil rundeste und einfachste Variante zur Nutzung des Raspberry als MediaCenter nennt sich Raspbmc und ist eine passgenaue Pi-Portierung des Xbox Media Center (XBMC). Durch die große Community hinter dieser Distribution erfährt Raspbmc regelmäßige Updates, die auch ohne Zutun des Nutzers (“Silent”) eingespielt werden.“

    Das Mediacenter ist XBMC und keine portierung dessen. Die Portierung auf den RaspberryPi wurde vom XBMC Team vorgenommen. Raspbmc nutzt lediglich (das originale) XBMC.

    Das letzte Raspbmc update liegt etwa 2-3 Monate zurück siehe: (http://svn.stmlabs.com/log.php?repname=raspbmc&path=%2F&isdir=1&). Da sind die anderen fleissiger 🙂

    • Dann ist es aber doch eine „passgenaue Pi-Portierung“, oder nicht?

      Mich würde interessieren, wie deine Erfahrungswerte mit openELEC auf dem Pi aussehen? Läuft XBMC auf dieser Basis runder bzw. sind die Unterschiede auffällig?

  • Hallo,

    wiedermal ein sehr schöner Artikel 🙂

    Ich nutze den Pi mit XBMC seit fast 1,5 Jahren zuhause am SmartTV (Pi ist um einiges Smarter ._. !).
    Das erste halbe Jahr hab ich es mit RaspBMC versucht, hab da aber ähnliche Erfahrungen gemacht wie du, dass manchmal Einstellungen nicht gespeichert werden etc.

    Bin dann auf OpenElec umgestiegen und seitdem rundum zufrieden! Falls du so experimentierfreudig bist wie ich, kannst du dir ein Nightly-Build anlegen und kriegst _jeden_ Tag ein Update mit fixes.
    Die ganzen AddOns etc. funktionieren hier genauso und die Community dahinter ist sehr nett und hilfsbereit.

    Dank der Erkennung der Samsung Fernbedienung und den Vox-Now, RTL-Now etc. AddOns, war es sogar super einfach, mein Frauchen an den Pi zu gewöhnen. Jetzt kann Sie Shopping-Queen gucken wann Sie will und ohne Werbung! 😀

    Generell ist mit dem Pi noch einiges mehr möglich! Bei mir connected er beim hochfahren in mein VPN auf dem Server im Rechenzentrum meines Providers und anschließend mit dem MySQL-Server darauf. So kann ich meine Datenbanken für Video & Musik über meine Pi’s und anderen XBMC-Clients synchronisieren. Ist vielleicht auch ein nettes Projekt für dich? 🙂

    Und da ich genau so auf Projekte stehe wie du, habe ich folgendes noch umgesetzt:
    http://www.youtube.com/watch?v=zl9mkVm3g6M

    vlt auch nett?

    Der Pi hat auf jedenfall die Power das alles parallel, stabil zu betreiben.

    Eine der geilsten Funktionen des XBMC & Pi ist es, dass er noch gepackte (Rar oder Zip) Filme lokal/temporär entpacken und anzeigen kann. Man kann die ganzen Quellen daher einfach via FTP einbinden und brauch auf dem SErver nichtmal entpacken ;>

    Achja eine Verbesserung noch: Bei Airplay funktioniert das Mirroring nicht mit Bild, sondern nur mit Audio-Dingen. Screen oder Video vom iOS kannste noch nicht rüber streamen. Oder hat Raspbmc das mittlerweile hinbekommen? Kann OpenElec jdf nicht.

    Falls du bei irgendwas hier angesprochenem Hilfe brauchst, kannste dich auch gern melden 🙂

    Liebe grüße 🙂

    • Vielen Dank, da freue ich mich doch! 🙂

      Das Ambilight-Kit hatte ich auch schon im Auge, allerdings bin ich bisher davor zurückgeschreckt, weil die Rückseite meines Flatscreens beim Vorbeigehen einsehbar ist (durch den Schnitt meiner Wohnung). Würde eher weniger elegant wirken, wenn man die Dioden an der Rückseite sieht 😉 Aber ein sehr, sehr schönes Bastelprojekt, zudem gar nicht so teuer. Danke auch für den Tipp mit den RTL-Mediatheken – hatte bisher nur die Öffentlich-Rechtlichen eingebunden. Das muss ich schnell ändern.

      Denke ich gebe openELEC auch mal eine Chance, habe noch ausreichend SD-Karten hier rumfliegen. Wo genau liegen die Vorteile, abgesehen von geringeren Update-Zyklen? Läuft das MediaCenter inkl. Menüs damit schneller, als bei Raspbmc? Bei aufwändigen Skins geht der Pi ja leider doch in die Knie.

      Zu AirPlay: also ich kann Videos mit Ton ohne Probleme per AirPlay auf den TV spiegeln. Daher vielleicht auch für dich eine Anregung, mal wieder Raspbmc eine Chance zu geben? 😉

  • Man kann noch so viele andere Dinge damit machen. Ich empfehle vor allem jungen technisch visierte Menschen das Raspberry Pi.

    Ich hab selber 3. =D

  • > Das Ambilight-Kit hatte ich auch schon im Auge, allerdings bin
    > ich bisher davor zurückgeschreckt, weil die Rückseite meines
    > Flatscreens beim Vorbeigehen einsehbar ist (durch den Schnitt
    > meiner Wohnung). Würde eher weniger elegant wirken, wenn man
    > die Dioden an der Rückseite sieht 😉

    Ich hab mir dafür eine Grundform in Plexiglas ausgelasert/geschnitten und für jede diode ein einzelnes kleines Loch mit ner Halterung. Bei mir kann man auch leicht hintern TV schauen aber so ists noch ganz ansehnlich ^^

    > Danke auch für den Tipp mit den RTL-Mediatheken – hatte
    > bisher nur die Öffentlich-Rechtlichen eingebunden. Das muss
    > ich schnell ändern.

    Dazu fällt mir noch ein: Falls du Pro7, Sat1, Kabel1 suchst, hierfür brauchst du das MySpaß-AddOns, da sind die alle drin zu finden. Das addOn ist aber extrem lahm, weshalb ich dir beim Quartz-Skin schon empfehlen würde, Pro7 bspw. als Favorit hinzuzufügen und dies direkt auf die Startseite des XBMCs zu packen. So ists recht fix erreichbar.

    > Wo genau liegen die Vorteile, abgesehen von geringeren Update-
    > Zyklen? Läuft das MediaCenter inkl. Menüs damit schneller,
    > als bei Raspbmc? Bei aufwändigen Skins geht der Pi ja leider
    > doch in die Knie.

    Persönlich fand ich OpenElec schon schneller aber anhand von Benchmarks kann ich dir das nicht beweisen 🙂
    Wann geht er bei dir denn in die Knie? Ich nutze jetzt nicht das Quartzreloaded sondern den QuartzPlexv3 (oder so ähnlich -.-‚), da ich noch Plex mit eingebunden habe um von meinem Server im Rechenzentrum direkt zu streamen. Das Plex nimmt dem Pi in dem Fall die komplette Codiererei ab und liefert das fertige filmchen für den Pi und dessen aktueller Anbindung & Auflösung fertig aus.

    Aber so wirklich langsam ist das bei mir nicht?

    > Zu AirPlay: also ich kann Videos mit Ton ohne Probleme per
    > AirPlay auf den TV spiegeln. Daher vielleicht auch für dich
    > eine Anregung, mal wieder Raspbmc eine Chance zu geben?

    Habs jetzt einige Zeit nichtmehr probiert, daher Vielen Dank für den Tipp! Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wenn RaspBMC das hinbekommen hat, es mittlerweile unter OpenElec schon funktioniert oder dies kurz vor Veröffentlichung steht. Von den Möglichkeiten & Funktionen sind beide eigentlich immer ziemlich identisch gewesen.
    Aber näää, selbst wenn nur RaspBMC das kann, wäre es für MICH kein Grund mehr zu wechseln, da ich das mit Plex und allem drum herum auch so gut hinkriege.

    Lediglich das Mirroring bezüglich iPhone-Apps (Spiele) übern Fernseher würde mich reizen aber nicht so sehr als das ich auf RaspBMC nochmal bei Null anfangen würde. Hat mich Stunden & Tage gedauert das alles schön unter OpenElec mit autostart etc hinzubekommen 😀 😀

  • Ich überlege mir ja auch so ne Kiste zu holen 😉
    Einfach um meinen Drucker ins WLAN zu holen. Aber ich hab etwas Angst, das die Installation nicht klappt und ich die Kiste in die Ecke feuere 😉

  • Ich habe auch 2 Clients damit laufen, allerdings sind das eher die beiden fuer wenig anspruchsvolle Sachen. XBMC spielt zwar vieles ab aber qualitativ ist das eher mau. Auch ist die Hardwareleistung des PI zu gering, es klemmt und haengt doch permanent irgendwo im Menue. Auf Dauer nervt das.

    Als Server fuer TV und auf dem HTPC im Wohnzimmer laeuft hier deswegen MediaPortal (www.team-mediaportal.com). Benoetigt win und ist daher eher nicht direkt mit dem PI zu vergleichen. Beides ergaenzt sich aber gut mit entsprechenden Plugins. MediaPortal auf den grossen Schirmen wo es auf Videoqualitaet ankommt, XBMC auf dem Tablet und im Gaestezimmer.

  • Einen klasse Beitrag hast Du da abgeliefert! Ich habe mich zum Raspberry Pi auch schon eingelesen und es juckt mir schon in den Fingern.
    Planst Du denn noch weitere Projekte mit dem Pi, abseits von Media-Streaming? Es gibt ja unzählige weitere Möglichkeiten Geräte einzubinden und anzusprechen.

    • Tausend Dank!

      Bisher habe ich keine weiteren Projekte damit geplant, auch wenn mich die NAS-Lösung durchaus reizt 😉 Bin derzeit aber sehr froh, dass der Pi und Raspbmc inkl. Indexierung aller Dateien sehr rund und flüssig läuft. Daher: für wenig Geld und ein wenig Aufwand sehr glücklich 😉

  • Ich nutze das Raspberry Pi auch schon länger als XBMC. Und liebäugle derzeit auch mit einen Ambi-Light. Zu den Boblight. Wie setzt ihr das um, auch das normale TV Signal zu nutzen für das Ambi-Light?

  • Hi an alle 🙂
    Ich bin gerade auch in den Genuss gekommen, mir einen Raspberry Pi (Model B) zu kaufen…Ziel ist XMBC 😀
    Blöd ist nur, das der Händler kein Netzteil mehr dazu hatte bzw. das was er mit als Ersatz geboten hat, mir einfach zu teuer war (29,95€ 🙁 )
    Nun die eigentliche Frage:
    Ich hab vom Samsung s4 noch ein original Ladegerät was ich nicht mehr benötige…
    Ausgang ist 5V/2A
    Kann ich dies auch als Netzgerät für den Raspverry nehmen, oder Lauf ich damit Gefahr, ihn zu zerstören :/ ?

  • H,

    zum Thema Ein- und Ausschalten des Raspi bei der Verwendung als Mediacenter: Bei http://www.msldigital.com gibts ein kleines Aufsteckboard namens RemotePI, das kommt auf den GPIO-Steckverbinder, dort gibts auch ein mechanisch passendes Gehäuse, (sonst muß man ein paar Ausschnitte am vorhandenen machen), mit dem RemotePI kann man dann den Raspi mit der Fernbedienung ein- und ausschalten. Schont die MicroUSB-Buchse und gibt dem kleinen Ding die noch fehlende Bequemlichkeit.
    Das Ding kommt aus Thailand, geht aber relativ fix. In D gibts mittlerweile einen Distributor, da kostets aber ca. 10 € extra.

  • Hallo Michael, ist eine super Anleitung, nur stehe ich nun vor dem Problem das ich keine Videos von meinem Mac bzw. iphone übertragen kann. Wie kann ich das einrichten das dies auch funktioniert da ich gern videos von youtube abspielen können möchte. In der youtubeapp am Iphone erkennt er zwar das Pi überträgt jedoch nichts und am Mac kann ich das Pi nicht als Monitor wählen da zeigt er mir nix an über eine Lösung wäre ich dankbar

  • Hi Markus!

    Freut mich, wenn dir meine Anleitung weiterhelfen konnte. Was dein Problem angeht: Ich fürchte, dass es sich dabei um einen Bug in Raspbmc handelt. Habe es auch mal probiert und musste das gleiche feststellen. Da es in früheren Versionen jedoch funktionierte, bin ich zuversichtlich, dass das zeitnah wiederhergestellt wird.

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