Twitters Test mit View-Zahlen bietet viele Chancen – aber auch Risiken

Tobias Gillen

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Fanseiten-Betreiber kennen sie, Blog-Autoren kennen sie, PRler kennen sie meistens auch: Abrufzahlen, Statistiken, Views und wie sie alle heißen, diese Ziffern, die über Erfolg oder Misserfolg von Posting, Artikel oder Werbebotschaft entscheiden. Nun will auch Twitter seinen Nutzern Einblicke gewähren.

twitter

Twitter und die Views

Die Fanzahlen auf Facebook sagen ungefähr gar nichts aus. Es gibt Seiten mit 100 Fans, die mehr Interaktionen, Views und Kommentare haben als manche mit über 1.000 Fans. Ähnliches gilt für Twitter: Ein Account mit 10.000 „Eiern“, wie man die Karteileichen nennt, ist gegen einen gut geführten Account mit wenigen echten Followern machtlos. Wichtig ist, wie viele Menschen die kurzen Botschaften denn nun tatsächlich sehen. Und genau das will Twitter mit einem Update möglich machen, wie seit einigen Tagen mehrere Portale berichten.

Zudem tauchen immer wieder Screenshots von iOS-Nutzern auf, die eben diese Neuerung testweise schon integriert haben. Dabei werde die Zahl unter dem Tweet, aber über der Reply-Taste in der Timeline-Ansicht und unter der Anzahl an Retweets und Favs in der Einzelansicht angezeigt.

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Lange Reihe an Updates

Facebook, Twitter und Co. haben gute Gründe dafür, die Anzahl der Gesamtviews nicht preiszugeben. Schließlich könnte eine solche Information schnell demotivierend auf die Nutzer wirken, wenn sie schwarz auf weiß sehen, dass kaum einer der Follower den Tweet auch tatsächlich gesehen hat. Für die Nutzer hingegen kann eine Veröffentlichung der Zahlen zur Selbstreflexion anregen. Und dazu führen, dass man beobachtet, welche Tweets zu welchen Zeiten gut ankommen und wie man sein Twitter-Verhalten optimieren kann.

Mehr Einblicke in die Statistiken bedeuten übrigens auch, dass nun endlich mit so manchem Glaskugellesen Schluss sein wird, mit dem sich so mancher zwielichtige Dienst an der Intransparenz Twitters bereichert. Wie immer ist das Feature nur an ein paar Nutzer ausgeliefert worden, diesmal bislang iOS-only. Ob und wann Twitter die Funktion auch für den Rest der Nutzer freigibt, ist noch unklar.

Insgesamt ist die Änderung ein weiterer Schritt von Twitters Modernisierungsprozess. Vom neuen Design über besser Sichtbarkeit der Retweet- und Fav-Buttons bis zu Viewzahlen: Twitter wird immer interaktiver, sollte aber aufpassen, dass es sich nicht zu sehr aufbläht. Ein Facebook 2.0 braucht keiner.

Bild: 1000 Words / Shutterstock

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.