Facebook plant angeblich Online-Bezahldienst für Transaktionen unter Nutzern

Tobias Gillen

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Geld kann man mit Werbung einnehmen. Aber auch mit Geld selbst lässt sich Geld verdienen. Genau das scheint Facebook nun wohl zu versuchen, wie ein aktueller „Financial Times“-Bericht unter Berufung auf interne Quellen verrät. Darin heißt es, dass Facebook aktuell in Irland auf die Autorisierung der irischen Nationalbank wartet, um einen E-Money-Service in Europa zu starten. Irland deswegen, weil Facebook dort in Europa seinen Hauptsitz unterhält.

Neue Einnahmequellen

Der neue Bezahldienst soll Nutzern erlauben, Geld von ihrem Bankkonto auf ihr Facebook-Konto zu überweisen und dieses für Transaktionen zu verwenden. Zudem könnte Geld an andere Nutzer überwiesen werden. Der große Vorteil im Vergleich zu anderen Anbietern von Online-Bezahldiensten liegt auf der Hand: Fast jeder nutzt Facebook – somit könnten die Transaktionen schnell und einfach zwischen den Nutzern abgewickelt werden.

Facebook selbst würde davon natürlich auch profitieren. Nicht nur an den Abgaben, die die Nutzer wie bei PayPal und anderen Diensten pro Transaktion abtreten würden, sondern auch an den zusätzlichen Einblicken in die Zahlungsströme der Nutzer. Außerdem ist es gerade jetzt, wo das Wachstum von Facebook immer mehr abnimmt, wichtig, dass Facebook neue Einnahmequellen erschließt. Die meisten Einnahmen kommen bisher über Werbeanzeigen zustande.

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USA: 2,1 Mrd. US-Dollar über Facebook überweisen

Ob die Nutzer das „Unterhaltungsmedium“ Facebook für seriöse Zwecke wie den Zahlungsverkehr annehmen würden, ist natürlich fraglich. In den USA wurden im vergangenen Jahr allerdings bereits 2,1 Milliarden US-Dollar über das Netzwerk transferiert, wie „Futurezone“ weiß. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Überweisungen zwischen Nutzern, sondern um die Ausbezahlung von Entwicklern für In-App-Käufe.

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Facebook wollte sich bisher zu den Berichten natürlich nicht äußern. Nachdem Apple (iTunes, App Store, Apple IDs), Google (Wallet), eBay (PayPal) und Amazon im Bereich E-Commerce aber bereits sehr erfolgreich sind, wäre es nicht überraschend, wenn Facebook auch in diesem Markt Fuß fassen will. Nun heißt es aber erst einmal warten auf die Genehmigung der irischen Nationalbank, die angeblich in wenigen Wochen kommen soll.

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.