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Amazon und das Foto-Patent: Nur Schutz vor Patenttrollen?

geschrieben von Tobias Gillen

Amazon

Offenbar hat sich Amazon das Fotografieren vor weißem Hintergrund beim US-Patent- und Markenamt sichern lassen. Über die Gründe kann aber nur spekuliert werden.

Bitte lächeln!

Jeder, der schon einmal Bilder von sich hat machen lassen und dabei auf einen kitschigen Hintergrund verzichtet hat, wird die Situation kennen: Weißer Hintergrund, etliche Lampen, eine Kamera – lächeln, und bitte! Es scheint nun so, als habe sich Amazon genau dieses Prozedere, nämlich das Fotografieren in einem „Studio arrangement“, patentieren lassen.

So bekam das Unternehmen am 18. März den Zuspruch für Patent US 8,676,045 B1 vom US-Patent- und Markenamt. Darin zu sehen der gewöhnliche Aufbau eines Fotostudios: Lampen, eine Kamera in der Mitte, ein kleines Podest für das zu fotografierende Objekt und ein weißer Hintergrund.

Schutz vor Patenttrollen?

Was genau das soll, darüber kann nur spekuliert werden. Auf der einen Seite stellt sich die Frage aus Sicht von Amazon – hier vermutet man schon, dass sich das Patent nur in eine Reihe von weiteren Patenten oder Erfindungen einreiht. Auf der anderen Seite muss man sich das aber auch aus Sicht vom US-Patent- und Markenamt fragen – schließlich ist Amazons Antrag gängige Praxis im Fotogeschäft.

Golem.de vermutet:

Vermutlich versucht sich das Versandunternehmen mit seiner eigenen Anmeldung vor Patenttrollen zu schützen, die ihrerseits versuchen, solche offenbar schützenswerten Vorgehensweisen zu patentieren und von Dritten Gebühren zu verlangen.

Schließlich mache Amazon täglich etliche solcher Bilder, bei denen keine Nachbearbeitung wegen Schattenwurfs nötig sei. Dadurch, dass das Unternehmen nun das Patent daran hält, kann niemand mehr Geld dafür verlangen. Fotografen sollten sich unterdessen, so Expertenmeinungen, keine Sorgen machen. Amazon selbst wollte das Thema nicht kommentieren.

Vielleicht erfahren wir ja bald mehr über die Beweggründe.


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

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