Server, stirb! MaidSafe möchte das Internet dezentralisieren

Tobias Gillen

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MaidSafe

Server raus, MaidSafe rein

Hm. Das dachte ich, als ich von MaidSafe das erste Mal hörte. MaidSafe ist ein 2006 gegründetes Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Internet zu dezentralisieren. Oder, anders: Ein ganz neu aufgebautes Internet zu etablieren. Bald soll es einen ersten Beta-Test geben – Skepsis inklusive.

Wenn wir uns unser Surfverhalten so anschauen, haben wir eigentlich immer mit den selben Problemen im Internet zu kämpfen: Hacker, Viren, Serverprobleme, Monetarisierung – und so weiter. MaidSafe möchte hier ansetzen und den „Deal Internetnutzung“ nicht mehr zwischen Nutzer und Großkonzern abwickeln, sondern zwischen Nutzer und Internet. Kurzum: Server und Datenzentren raus, MaidSafe rein.

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Bisher ist es ja so: Wir stellen eine Anfrage an eine Seite, die Anfrage läuft über deren Server, kommt möglicherweise bei einem Geheimdienst vorbei, streift etliche Knotenpunkte und kommt dann mit einem Ergebnis zurück zu uns. Bei MaidSafe soll das alles etwas anders laufen. Dort soll jeder Teil des Netzwerks sein. In etwa wie bei Tor, wo man ja auch einen Server zum Tor-Netzwerk hinzufügen und das Netzwerk so größer machen kann.

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Die Idee ist ähnlich: Man stellt einen kleinen Teil seiner ungebrauchten Kapazität zur Verfügung. Darauf werden dann verschlüsselte Schnippsel von Dateien und Dokumenten gespeichert und zum Abruf bereit gehalten. Rufe ich nun also ein Dokument auf, wird es in allen verschlüsselten Einzelteilen aus dem MaidSafe-Netzwerk geladen und zusammengesetzt.

SafeCoin für bessere Monetarisierung

MaidSafe spricht von positivem Feedback bei ersten Tests. Ich bin da ob der Geschwindigkeit noch etwas skeptisch, um ehrlich zu sein. Die Idee ist ja wunderbar, gerade für Nutzer, die gerne anonym unterwegs sein möchten. Da kein DNS genutzt wird, kann niemand das Netzwerk abschalten, auch die NSA und Co. hätten es schwerer, sich in MaidSafe zu bewegen.

Ein Punkt bleibt dann aber noch: Die Monetarisierung von Internetseiten. „TechCrunch“ stellt da etwa das System SafeCoin vor, das ähnlich wie Bitcoins funktionieren soll. Eine virtuelle Währung, mit der jeder Nutzer von MaidSafe bezahlt wird.

Ein SafeCoin soll in etwa zwei US-Cent entsprechen. Der Clou: Im Umkehrschluss bezahlt der Nutzer auch mit SafeCoin, wenn er eine Website aufruft. Dadurch sollen, natürlich bei entsprechend vielen Nutzern, mal Dinge wie Werbung überflüssig werden. Je öfter eine Website aufgerufen wird, desto mehr SafeCoins bekommt sie logischerweise von den Nutzern. (Das löst, by the way, nicht die Probleme des Journalismus. Denn damit würde es nach wie vor um Klicks gehen und nicht um qualitativ hochwertige Inhalte.)

Skepsis ist angebracht

Meine Meinung? Ich bin gerne idealistisch und freue mich, wenn ein solches Projekt erfolgreich anläuft. Es gibt trotzdem ein großes Aber: Ich bin unschlüssig, ob die Nutzer für etwas anderes zu begeistern sind. Das Internet funktioniert für die breite Masse. Überwachung, Serverprobleme, Monetarisierung spielen für Peter und Lieschen Müller vom Tante-Emma-Laden keine Rolle. All das sind Dinge, die wir hier in unserer – glücklichweise immer größer werdenden – Blase besprechen und zu ändern versuchen.

Warum sollte die breite Masse also etwas Neues, etwas Unbekanntes ausprobieren? MaidSafe ist sicher auf einem guten Weg, ein Nischenprodukt zu werden. Bis das „normale Internet“ aber nicht vollständig implodiert, bin ich sehr skeptisch ob eines weltweiten Erfolgs.

Bild: Screenshot Video

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.