Noke will das Vorhängeschloss digitalisieren | Bild: FŪZ Designs

Noke rockt Kickstarter: Teures Vorhängeschloss lässt sich über Bluetooth öffnen

Tobias Gillen

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Noke will das Vorhängeschloss digitalisieren | Bild: FŪZ Designs

10 bis 15 Meter Entfernung vom Smartphone

Schlüsselsuche? Dicker Schlüsselbund? Am Schloss diverse Schlüssel durchprobieren, bis man den richtigen gefunden hat? Das will FŪZ Designs mit seinem Bluetooth-Vorhängeschloss Noke nun ändern. Das Ding ist aktuell ein riesen Renner bei Kickstarter, das Finanzierungsziel von 100.000 US-Dollar ist bereits nach zwei Tagen doppelt erreicht worden. Doch was soll Noke können?

Noke, Noki, Nokey, ah, „No key“. Dafür steht der Name des sich noch in der Finanzierungsphase befindlichen Gadgets. Es soll sich per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und immer dann aufsperren lassen, wenn sich das verbundene Gerät in Reichweite kommt. Das bedeutet, dass das Smartphone maximal 10 bis 15 Meter, vielleicht im Freien etwas mehr, von dem Schloss entfernt sein darf.

Noke: 89 US-Dollar ab 2015

Hat man mal sein Smartphone nicht dabei oder der Akku ist leer, kann man das Schloss mit einem vorher eingestellten Rhythmus – erinnert etwas an Morsecode – wieder entsperren. Dazu drückt man das Schloss einfach etwa mit lang, kurz, kurz, lang, lang, wird die Sequenz dann erkannt, öffnet sich die „Quick Click“-Vorrichtung.

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Über eine App wird das metallene und wasserdichte Noke dann verwaltet. Es ist möglich, mehrere Kontakte (Bluetooth-Geräte) für das Schloss freizuschalten. So kann man ein Schließfach etwa mit mehreren Personen gleichzeitig nutzen. Auch eine Statistik der letzten Aufschlüsse lässt sich aufrufen. So behält man immer den Überblick, wer wann das Schloss geöffnet hat. Ob man den braucht? Im Alltag wohl eher weniger, aber es würden sich sicher Anwendungszwecke finden lassen – da bin ich sicher.

Noke soll für 89 US-Dollar im Frühjahr 2015 auf den Markt kommen, legt man 20 US-Dollar drauf, bekommt man eine extra Vorrichtung fürs Fahrrad inklusive Kette und Befestigung. Auf den ersten Blick sieht diese nicht sonderlich sicher aus, sie ist dünn und die Vorrichtung schaut auch nur bedingt verlässlich aus. Noke versichert aber volle Sicherheit für das Fahrrad.

Fazit: Teurer Spaß für fraglichen Mehrwert

Ein Fazit ist immer schwer zu ziehen, wenn man das Gerät selbst noch nicht in der Hand hatte. Die Kampagne geht aktuell bei Kickstarter durch die Decke und Noke hat sicher seine Berechtigung. Verkauft wird die Idee als neu, so ganz stimmt das allerdings nicht, TEO hat sich ebenfalls mal an dem Bereich versucht. Insgesamt muss jeder für sich schauen, ob er das Geld, immerhin knapp 90 Euro, in die Bluetooth-Funktion und das schicke Design investieren möchte. Ein gutes Vorhängeschloss findet man bereits für 10 bis 20 Euro – da bleibt eben die Frage, ob der Bluetooth-Mehrwert den finanziellen Mehrwert rechtfertigt.

Für mich: Nein. Aber außer an meinem Kellerraum nutze ich auch keine Vorhängeschlösser. Vielleicht bin ich also nicht ganz die Noke-Zielgruppe.

Bild: FUZ Designs

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.