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Zahlreiche Nacktbilder von Prominenten aufgetaucht: Möglicherweise ein iCloud-Hack?

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geschrieben von Tobias Gillen

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Das Internet ist in Aufruhr. Zumindest Seiten und Dienste wie 4Chan, Reddit, imgur.com oder Twitter. Denn in der Nacht zum Montag sind zahlreiche Nacktbilder und Videos von Prominenten aufgetaucht. Darunter sind etwa Jennifer Lawrence, Kate Upton, Kristen Dunst oder Mary Elizabeth Winstead. Die Bilder wurden inzwischen auf diversen Diensten hochgeladen und verteilt. Gerüchten zufolge handelt es sich dabei um einen iCloud-Hack. Es gibt aber auch Argumente dagegen.

Hack in iClouds Fotostream?

Nein, wir werden keinen Link auf entsprechende Seiten setzen. Wer die Bilder finden will, wird das sicher auch tun. Spannender ist ohnehin die Frage, wie genau die Bilder an die Öffentlichkeit gelangt sind. Aktuell heißestes Gerücht ist ein iCloud-Hack, durchgeführt von einer einzelnen Person, die eine Lücke im System von Apples Cloud-Dienst gefunden haben soll. Über den sogenannten Fotostream werden Bilder per iCloud in die Wolke geladen und können von dort mit jedem verbundenen Gerät (also iPhone, iPad, Mac, …) abgesehen werden.

Das ist nicht nur praktisch, sondern funktioniert auch ziemlich fix. Es erspart den Nutzern viel Aufwand beim Synchronisieren der Fotos. Ich persönlich bin dennoch kein Fan vom Fotostream, da es mich ständig den Überblick über meine Bilder hat verlieren lassen. Löschte ich ein Bild auf dem iPhone, fand ich es später auf dem Mac dennoch wieder. Und umgekehrt. Das scheint sich der Hacker, sollten sich die Gerüchte um den iCloud-Hack bestätigen, zunutze gemacht zu haben.

Denn Mary Elizabeth Winstead, bekannt etwa aus „Final Destination“, twitterte heute verärgert, dass sie die Bilder längst gelöscht hatte:

Videos sprechen gegen iCloud-Hack

Gegen einen iCloud-Hack spricht aber, dass sich unter den ganzen Dateien, die aktuell im Netz rumgeistern und rumgereicht werden, auch Videos finden. Fotostream lädt aber aus Rücksicht auf das Datenvolumen der Nutzer keine Videos in die iCloud. Woher die Videos also kommen, wäre dann auch unklar. Insgesamt gibt es viele Fragezeichen in diesem Fall, insbesondere, weil alle Quellen bislang anonym geblieben sind und deren Informationen entsprechend nicht besonders glaubhaft sind. Möglich wäre aber auch, dass es sich um einen anderen Cloud-Service handelt. Einzelne Hacks von all den Smartphones wird aktuell als eher unwahrscheinlich eingestuft.

Apple hat sich – wie üblich – bislang noch nicht geäußert. Der Konzern kann aber jetzt, kurz vor der iPhone-6-Präsentation, alles andere als schlechte Presse gebrauchen und dürfte somit an einer schnellen Aufklärung interessiert sein. Derweil sind die diversen Upload-Dienste damit beschäftigt, die Bilder zu löschen und neue Uploads erst gar nicht zuzulassen. Der Promi-Website „TMZ“ sollen einzelne Bilder und Videos gegen einen sechsstelligen Betrag angeboten worden sein. Ein Anwalt droht jedem, der die Bilder von Jennifer Lawrence weiterverbreitet, mit einer Klage. Die Behörden seien diesbezüglich informiert.

Insgesamt mindern solche Vorfälle erneut mein Vertrauen in Cloud-Dienste. Ich finde es toll, wenn meine Daten automatisch gespeichert werden. Aber nicht um jeden Preis. Da ist mir meine gute, alte, externe 1,5-TB-Festplatte doch lieber. iCloud-Nutzer sollten jetzt nicht in wilde Panik verfallen, bislang gilt: Nichts genaues weiß man nicht.

Sobald es Neues gibt, ergänzen wir. Weitere Infos gibt es auch bei onlinekosten.de:

oklogo.gif Hacker stellt Nacktfotos von US-Promis ins Netz

Update, 08:15 Uhr, Dienstag: Apple will den Vorfall untersuchen („actively investigating“) und beteuert nochmal die Wichtigkeit der Privatsphäre der Nutzer. (via recode.net)

Update, 10:15 Uhr, Mittwoch: Apple schließt ein Eindringen in iCloud nach der Untersuchung aus. Die Hacker sollen andere Wege genutzt haben. (via n-tv.de (dpa))

Update, 17:45 Uhr, Mittwoch: Apple hat bestätigt, dass es Angriffe auf die iCloud-Konten von Prominenten gegeben hat. Durchbrochen seien die iMauern aber nicht worden. (via heise.de)



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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

12 Kommentare

  • Derartige Gerüchte verstärken natürlich das allgemein eh schon hohe Misstrauen gegenüber Cloudanwendungen.

  • Auffällig ist, dass immer kurz vor einem Event von Apple solche Enten verbreitet werden.
    Ich finde es amüsant, dass man mit aller gewalt versucht Apple in den Dreck zu ziehen.
    Apple ist in Sachen Cloud der sicherste und zuverlässigste Anbieter. (Im Vergleich zu Microsoft, Dropbox, Yahoo und vor allem Google).

    • Hi, es ging keinesfalls darum, Apple „in den Dreck zu ziehen“. Ich habe mich offen auf Gerüchte berufen und deren Glaubwürdigkeit angezweifelt sowie die Gegenargumente genannt. Zudem werde ich ergänzen, sobald es neues gibt. Ich bin selbst iOS- und Mac-OS-Nutzer und habe privat kein Interesse daran, Apple zu schaden. Ich gebe nur die aktuelle Berichterstattung wieder.

  • @Tobias Gillen

    Ich meinte auch nicht, dass gerade Du (oder die Leute hier) versuchst, Apple in den Dreck zu ziehen. Samsung ist mal aufgeflogen, weil die Studenten in China bezahlt haben, um gegen die Mitbewerber zu bashen. Vor einem Jahr gab es eine Meldung, dass 100000 Macs von einem Virus befallen wurden.
    Recherchiert man genauer, waren Rechner einer bestimmten Region betroffen (was schon auffällig war) und einen Tag später war die Meldung verschwunden.
    Kurz vor einem Apple Event wird immer ein böses Gerücht gestreut.
    Nur macht das Apple dann noch viel interessanter.

    Vorwurf:
    Du machst genau das, was die BILD-Zeitung gerne macht. Helfen, Gerüchte zu streuen, auch wenn „DU“ deren Glaubwürdigkeit anzweifelst.

    Komisch ist doch, dass hier nur von Promi-Nacktbilder gesprochen wird.

    Auf Macwelt (IDG-Verlag) findet man solche Berichte nicht. Erst, wenn das tatsächlich der Fall sein sollte.

    Denn: Der Neider erfindet Gerüchte und die Dummen verbreiten sie.

    • Ich gebe zu, dass das immer ein schmaler Grat ist. Ich habe mich gestern für die Meldung entschieden, weil ich sie ergänzen wollte, was letztlich zur Aufklärung geführt hätte (wenn es neues gegeben hätte). Das machen BILD & Co. in der Regel nicht. Aber es ist – wie gesagt – immer ein schmaler Grat. (Und ich halte meine Zeilen wesentlich gehaltvoller als die von BILD.de… 😉 )

  • 1. Das Internet ist in Aufruhr.
    2. … handelt es sich dabei um einen „iCloud“-Hack
    3. Aktuell heißestes Gerücht ist ein „iCloud“-Hack
    4 … sollten sich die Gerüchte um den „iCloud“-Hack bestätigen…
    5. Der Konzern kann aber jetzt, kurz vor der „iPhone-6-Präsentation“, alles andere als schlechte Presse gebrauchen und dürfte somit an einer schnellen Aufklärung interessiert sein.
    6. ..beteuert nochmal die Wichtigkeit der Privatsphäre der Nutzer (Apple bittet nicht um Vergebung! 😉

    n-tv:
    Skandal trifft Apple zu ungünstigem Zeitpunkt

    IT-Sicherheitsexperten schlossen auch nicht aus, dass ein Hacker die Bilder gesammelt haben könnte und seine Sammlung dann von anderen Angreifern geplündert worden sei. Für Apple kämen Zweifel um die Sicherheit seiner Dienste zur Unzeit: Das Unternehmen will kommende Woche voraussichtlich neue iPhones und einen mobilen Bezahldienst vorstellen. Da ist Vertrauen der Kunden besonders wichtig.

    Der komplette Artikel:
    http://www.n-tv.de/technik/Polizei-ermittelt-im-Nacktfoto-Skandal-article13529931.html

    Für mich klingt beides wie Panikmache und Bashing!

  • Apple kann Gerüchte ausräumen
    iCloud hat keine Sicherheitslücken

    Die Nacktfotos von Prominenten sind nicht durch eine Sicherheitslücke im Apple-Dienst iCloud verbreitet worden. Eine Untersuchung des Unternehmens bestätigt dies. Apple befreit sich kurz vor der Enthüllung des iPhone6 von den Negativschlagzeilen.

    Quelle: n-tv

    Und was sagt uns das?

  • Abgesehen davon, dass jemand, der solche Bilder in einen öffentlich angreifbaren Raum stellt, vielleicht mal darüber nachdenken sollte, ob das sinnig ist und was Privatheit im Internet bedeutet, scheint es so zu sein, dass der iCloud-Zugang Brute-Force-Angriffe zulässt (http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-09/apple-icloud-nacktfotos-schwachstellen-analyse). Dies in Kombination mit schwachen Passwörtern ist sicherlich auch den mangelndem Sicherheitsbewusstsein der User geschuldet. Je privater und intimer die Informationen, desto höher sollte die Sicherheitsstufe auch von den Anwendern gewählt werden. Promis sind per se im Fokus und sollten manchmal einfach nicht so einfältig sein.

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