Mehr Toleranz & weniger Hass beim Zocken: Games-Branche wehrt sich gegen schwarze Schafe

Felix
von Felix

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Viele Gamer tun sich schwer damit, ihre Emotionen bei Videospielen in angemessener Weise zu äußern. Dafür gibt es viele Beispiele. Ein verpatzter Release, ein unbefriedigendes Ende der Storyline oder die falsche Äußerung eines Entwicklers können so zu Hasswellen ungeahnten Ausmaßes führen. Jüngstes Beispiel sind die persönlichen Bedrohungen gegen Videospiel-Aktivistin Anita Sarkeesian.

Der Branche reicht es nun. In einem offenen Brief wenden sich Vertreter bekannter Firmen gegen Intoleranz und mangelnden Respekt gegenüber anderen. Gut, dass die Branche hier endlich stärker Farbe bekennt.

Erschreckende Intoleranz

Hasswellen und übertriebene Aufregung im Netz sind keine Seltenheit. Ohne das mit Zahlen belegen zu können, begegnen sie mir aber gerade aber bei Computerspielen besonders häufig. Die Liste der Beispiele ist lang.

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Gestern erst haben wir über den Hack von GTA-„Fans“ berichtet, als Antwort auf einen angeblich eingestellten PC-Release. Im letzten Jahr haben wir uns hier SimCity vorgenommen, dass anfangs eigentlich nur schlechte Resonanz bekam. Wir fanden selbst, dass die Kritik berechtigt war, die Frage ist aber, in welcher Form man sie äußert.

Zu viele neigen hier offenbar dazu, über die Stränge zu schlagen. Das musste auch „FEZ 2“-Entwickler Phil Fish feststellen, der sich negativ über japanische Spiele äußerte. Es folgte eine unendliche lange Liste von Anfeindungen, die ihn zum Inbegriff eines verhassten Spiele-Entwicklers machte. Ähnlich ging es „Depression Quest“-Entwicklerin Zoey Quinn, die sich nach Untreuevorwürfen ausufernden persönlicher Attacken ausgesetzt sah.

Wehrt Euch!

Jüngster Höhepunkt der beleidigenden und verstörenden Hexenjagd ist die mit feministischen Computerspieldokus bekannt gewordene Wissenschaftlerin Anita Sarkeesian. In ihren Videos hinterfragt sie kritisch die Rolle von Frauenbildern in Computerspielen.

Darüber ärgerten sich einige Nutzer offenbar so sehr, dass sie eine wahre Hetzkampagne gegen Sarkeesian starteten. Den Höhepunkt bildeten die Beleidigungen und Bedrohungen eines Nutzers, der offenbar in Kenntnis über persönliche Details wie Wohnort und Familie war. Sarkeesian sah sich gezwungen, die Behörden einzuschalten und ihr Apartment zu verlassen.

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Toleranz braucht Öffentlichkeit

Sarkeesian entschied sich, die Anfeindungen zu veröffentlichen und stieß damit auf große Resonanz. Die überwiegende Mehrheit der Leser reagierte entsetzt auf den Hass, der ihr entgegenschlug.

Auch in der Games-Branche selbst scheint nun ein Umdenken stattzufinden. Zumindest ist der nun veröffentlichte offene Brief auch eine direkte Reaktion auf die neusten Anfeindungen gegen die Feministin.

Jeder hat das Recht zu spielen und die Spiele zu kritisieren ohne dafür angefeindet zu werden, so der Tenor des Briefes, der von zahlreichen bekannteren und unbekannteren Vertretern der Games-Branche unterschrieben worden ist. Hautfarbe, Geschlecht, Religion, etc. dürfen dabei keine Rolle spielen. Wer Verstöße feststellt, der soll sie melden, so die klare Aufforderung. Dem kann man sich nur anschließen.

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Bilder: Deviantart, Twitter

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Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.