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Individualität statt Wirrwarr: Google will ein positives Image und bringt Android-Avatare auf den Times Square

androidify
geschrieben von Jürgen Kroder

#NotTheSame (Bild: Google)

Groß, größer, Google: Der Internet-Gigant hat die größte Leinwand der Welt für eine Werbekampagne gebucht. Die spricht mit der App „Androidify“ die Kreativität der Menschen an und soll uns so vergessen lassen, wie chaotisch Android ist.

Wir sind die Roboter

Kennt ihr Androidify? Ich muss gestehen, ich habe immer wieder mal davon gelesen, aber bislang der App kein Interesse gezeigt. Warum? Weil man mit Androidify sich mittels unzähliger Bausteine wie Oberkörper, Hosen, Frisuren, Hüten oder anderem Schnickschnack sich einen persönlichen Android-Charakter erstellen kann. Ja, das ist nett. Und manch einer mag sagen, die Kerlchen sehen total süß und putzig aus.

Aber mal im Ernst: Noch ein Tool, mit dem sich ein Alter Ego erstellen kann – braucht man das? Ich persönlich benutze zwar gerne Bitstrips, finde aber ansonsten Nintendo-Miis, Xbox-Avatare, „Die Sims“-Charaktere und dergleichen ziemlich öde. Trotzdem habe ich mir nun die Androidify-App geladen. Warum?

Weil Google am Times Square in New York die größte Videoleinwand der Welt, die dort erst vor ein paar Tagen enthüllt wurde, gemietet hat. Bis zum Januar 2015 beansprucht der Web-Gigant die 100 Meter lange Bildfläche für sich. Und das mit einer  imposanten Kampagne zu Androidify.

Wir sind alle anders. Gut so?

Wer sich mit der App oder dem Web-Tool einen Charakter erstellt, hat man mit einer ordentlichen Portion Glück die Möglichkeit, dass seine androidische Schöpfung auf der Leinwand am Times Square erscheint und dort mit anderen Kreationen umherturnt.

Dass Google Androidify derzeit so pusht, hat natürlich einen Hintergrund: Die Aktion ist ein Teil der #NotTheSame-Kampagne. In Deutsch lautet sie „Zusammengehören und nicht identisch sein“. Genau das ist das Motto der Android-Devices: Sie basieren alle mehr oder weniger auf dem gleichen Betriebssystem, trotzdem ist jedes Gerät der fast schon unüberschaubar viel gewordenen Hersteller anders. Im Android-Kosmos herrscht Pluralismus statt Konformität. Google verkauft das mit dem positiven Image der Individualität – Kritiker sehen das aber als pures Chaos an.

Was denkt ihr: Ist Google die Androidify-Kampagne gelungen? Schafft sie es, die Nachteile von Android als Vorteile zu verkaufen?

Bild: Google


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

4 Kommentare

  • Dein letzter Satz klingt so, als ob die Freiheit von Android ein reiner Nachteil wäre, den man mit Mühe und Not positiv darstellen kann.
    Das finde ich etwas… befremdlich.

  • Ich finde die Offenheit von Android gut. Auch wenn es manchmal nervt, dass Apps nicht an meine Bildschrimgrösse angepasst sind…

    Warum mein Schluß einen kritischen Touch hat: Die Offenheit ist zugleich einer größten Kritikpunkte. Ich kenne viele Leute, die greifen lieber zum iPhone/iPad, weil sie ein abgeschlossenes, sicheres System haben wollen.

  • Wobei es da bei der „Sicherheit“ dem Durchschnittsnutzer weniger um die Sicherheit im Sinne von „ich bin sicher vor Angreifern“ geht, sondern eher um die Sicherheit, dass einfach alles funktioniert. Wenn auch nicht ganz exakt und zu 100% genau so wie man es sich wünscht.
    Wo ich es so schreibe, vllt eine Ähnlichkeit zur 80-zu-20-Regel. Ich kaufe mir ein iPhone und habe 80% von dem was ich will, und es funktioniert, aber das wars dann auch. Kaufe ich mir einen Androiden, kann ich den 100% sicher deutlich näher kommen, aber der Aufwand steigt doch beträchtlich – das gebe ich gerade als früherer iPhone-Nutzer und jetziger bekennender Android-Fan auch gerne zu.
    Es sind halt auch einfach unterschiedliche use-cases und Ansprüche. Es gibt Leute, denen würde ich nie von ihrem iPhone abraten wollen, weil es genau das richtige für sie ist und sie es sich leisten können. Religiöser Eifer ist da fehl am Platz.

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