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Neue „While you were away“-Funktion: Die Facebookisierung von Twitter

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geschrieben von Jürgen Kroder

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Was ist der große Unterschied zwischen Facebook und Twitter? Bei Letzterem entscheidet nicht ein Algorithmus, was man sieht, sondern man selbst. Stimmt. Aber nicht mehr lange. Ein neues Feature rückt Twitter mehr in Richtung Facebook. Leider?

Persönliche Zusammenfassung

Wie man aktuell auf diversen Seiten wie beispielsweise „Techcrunch“, „Verge“ oder „TNW“ lesen kann, rollt Twitter gerade eine neue Funktion aus: „While your were away“. Dieses Feature blendet sich in den Stream ein und zeigt an, welche (angeblich) spannenden Themen man seit seinem letzten Twitter-Besuch verpasst hat. Diese Art der persönlichen Zusammenfassung hatte man bereits im November angekündigt, nun ist sie für einige Twitter-User verfügbar. Und schon kommt der erste Unmut auf.

Was man angezeigt bekommt, bestimmt Twitter anhand eines bislang nicht bekannten Algorithmus. Das erinnert an Facebook, das ebenso nach Gutdünken einem die Timeline zusammenstellt. Diese Art der intransparenten Bevormundung nervt viele Facebook-User – und nun könnte das Unbehagen auf Twitter überschlagen.

Twitter = Facebook 2?

Wie man in einigen Tweets lesen kann, gehen die Meinungen zu dem neuen Feature auseinander. Die einen finden es klasse, andere wiederum kritisieren es. Die Gruppe der Nörgler kann ich sehr gut verstehen. Denn aus dem einstigen Gezwitscher ist mittlerweile großes Geplapper mit Big Business geworden. Man merkt, wie das Netzwerk unter Druck steht und seinem großem Vorbild Facebook hinterher hechelt. Angefangen über die Sponsored Tweets (die meiner Meinung so langsam überhand nehmen und penetrant werden) über den geplanten Shopping-Service bis hin zum neuem „While you were away“ – die Grenzen zwischen Twitter und Facebook verschwimmen zunehmends.

Zurecht kann man sich so langsam fragen: Wo gibt es denn noch einen Unterschied? Wo ist die Positionierung, das Alleinstellungsmerkmal? Welchen Sinn macht Twitter mit all den neuen Features noch?

Gut oder schlecht?

Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich noch nicht ganz sicher bin: Wenn „While you were away“ gut implementiert wird (ich habe es noch nicht live gesehen), könnte es wirklich eine Bereicherung sein. Wenn ich mal mehrere Tage offline war, aber trotzdem wissen will, was bei Twitter so ging, muss ich mich noch durch eine schier endlose Flut von Tweets scrollen. Wenn ich stattdessen eine Übersicht der Themen-Highlights bekommen kann, ist das eine gute Sache.

Aber so etwas steht und fällt mit dem Algorithmus. Was ist denn für mich relevant? Wie genau analysieren sie mein Verhalten? Und: Wie präsent bzw. nervig wird „While you were away“ in den Stream integriert? Ab wann kriege ich eine Zusammenfassung? Nach einem Tag Twitter-Abstinzenz? Nach zwei oder drei Tagen? Oder schon nach mehreren Stunden? Auf die Antworten auf diese Fragen bin ich sehr gespannt und mache davon meine finale Meinung abhängig.

Was haltet ihr von der neuen „While you were away“-Funktion? Ein tolles Feature oder der Schritt in eine falsche Richtung?

Bilder: Twitter


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

2 Kommentare

  • Schon seit Langem schickt Twitter Emails mit dem Betreff „beliebt in Deinem Netzwerk:“ und einer scheinbar wahllosen Sammlung von Tweets.
    Das führt dann zu so makaberer Werbung wie „beliebt in Deinem Netzwerk: Udo Jürgens ist tot.“
    Wenn das jetzt in die Timeline implementiert wird, ist das Ergebnis dasselbe: man ignorierts und liest weiter.
    Bots sind nunmal nur so gut wie derjenige, der ihn programmiert. Das war bisher die große Stärke von Twitter: es sind Menschen die entscheiden, was sie twittern udn was sie weiter geben. Wenn diese Aufgabe jetzt verstärkt Bots übernehmen, dann macht sich Twitter selber überflüssig.

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