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Mit dem eigenen Herzschlag zum Highscore: App „Skip A Beat“ setzt auf neue Art der Interaktion

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geschrieben von Jürgen Kroder

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Ein simples, kindlich wirkendes Spielprinzip trifft auf eine medizinische Anwendung: Nur wenn man den richtigen Pulsschlag hat, kommt man im Mobile Game „Skip A Beat“ besser voran. Dafür benötigt man keine teuren Meßinstrumente, sondern nur sein iPhone. Funktioniert das?

Neue Art der Steuerung

Die Geschichte der Computer- und Videospiele ist nicht nur eine Ansammlung von vielen kreativen Spielideen, sondern auch ein Sammelsurium von neuen Arten der Steuerung. Angefangen von Gamepads über Maus und Tastatur über Lenkräder, Wii-Remotes bis hin zu Kinect: Ständig sind die Gamedesigner auf der Suche nach neuen Wegen, um das Spielerlebnis noch authentischer oder einzigartiger zu gestalten.

Die letzte Stufe der Gamecontroller-Evolution, die sich in der breiten Masse durchgesetzt hat, sind Gestensteuerungen auf Smartphones und Tablets. Sind virtuelle Joysticks sowie Tipp- und Wischbewegungen nun der Weisheit letzter Schluss, wenn es um Mobile Gaming geht? Sicherlich nicht. Eine neue Art und Weise hat der niederländische Entwickler Happitech – im wahrsten Sinne – ins Spiel gebracht: Biofeedback.

Für ihre kürzlich veröffentlichte App „Skip A Beat“ setzen sie zwar auch auf die bekannte Touch-Steuerung. Zusätzlich nutzen sie noch die Kamera des iPhones. Mit ihr wird der Puls des Spielers gemessen.

Wie funktioniert das?

Im Grunde ist „Skip A Beat“ ein gewöhnlicher „Endless Runner“. Das heißt, man steuert einen fliegenden Frosch, der Vögeln und anderen Hindernissen ausweichen muss. Je länger man durchhält, desto höher die Punktzahl. Dieses Spielprinzip kennt man bereits von verschiedenen Titeln wie beispielsweise „Flappy Bird“ oder „Tiny Plane“.

Der innovative Ansatz des Spiels kommt zum Tragen, wenn auf die Front-Kamera des iPhones seinen Zeigefingers legt: Der wird mit dem Blitzlicht durchleuchtet, damit die die App den Puls und somit den Herzschlag auswerten kann. Der wird fürs Gameplay benötigt.

Nur mit dem richtigen Herzschlag geht’s voran

Vor dem Start legt man fest, in welchem Modus man „Skip A Beat“ spielen möchte. Ist man eher eine ruhige Natur, empfiehlt sich der „Zen-Mode“. Hierfür sollte der eigene Herzschlag zwischen 50 und 70 bpm (Beats per Minute) liegen. Im „Spicy Mode“ darf er dafür im Bereich von bei 80 bis 98 bpm sein.

Gelingt es einem, den eigenen Puls im vorgegebenen Bereich zu halten, bläst sich der Frosch auf und fliegt in höhere Regionen des Levels und man kommt schneller zu mehr Punkten. Über- oder unterschreitet man die Puls-Vorgaben, stürzt das grüne Tier ab.

Was bringt’s?

Das Ziel von „Skip A Beat“ ist laut den Entwicklern nicht nur der Spielspaß und die Verwendung einer neuen Art der Steuerung. Stattdessen soll die App auf spielerische Art und Weise deutlich machen, wie es um den eigenen Puls steht – und wie man diesen zum Beispiel durch eine flachere Atmung beeinflussen kann.

Ich würde „Skip A Beat“ jetzt nicht unbedingt als ultimatives Tool zu Messung meines Herzschlages zu Rate ziehen. Zumal das hektische Spieltreiben meinen Puls eh höher als üblich steigen lässt. Trotzdem hat es eine aufklärerische Komponente. Denn sind wir mal ehrlich: Wer weiß schon, wie es um seine Pumpe bestellt ist? Bluthochdruck ist eine moderne Zivilisationskrankheit mit schweren Folgeschäden. Wie oft messen wir unseren Puls, um zu schauen, ob wir uns im Normbereich bewegen?

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Wie gut ist eigentlich das Spielprinzip?

Wie schon erwähnt, haut mich das Gameplay von „Skip A Beat“ nicht vom Hocker, da es zu wenig Überraschungen bietet. Es richtet sich an Kinder und erwachsene Casual Gamer, die eine schnelle Zerstreuung suchen. Sofern diese Zielgruppen überhaupt bereit sind, für die App – die übrigens komplett werbefrei und frei von Ingame-Käufen ist – 1,99 Euro zu bezahlen.

Was mir aber gefällt, ist eben die Messung meines Herzschlages. Leider funktionierte das Feature beim Test mit meinem iPhone 4S nicht zuverlässig. Erst nach zehn bis 20 Sekunden Spielzeit sprang die Messung an. Manchmal kam sie auch gar nicht zustande. An diesem Manko sollte Happitech auf jeden Fall noch arbeiten. Auch ein Modus, bei dem man nur den Puls messen kann, ganz ohne Gameplay, wäre meiner Meinung nach eine nette Sache.

Fazit

Als ich auf „Mashable“ von „Skip A Beat“ las, musste ich es sofort herunterladen. Auch wenn mich das Gameplay nicht lange ans iPhone fesselt und kleine Bugs noch den Ersteindruck trüben, so bereue ich den Kauf nicht.

Ich finde es unterstützenswert, wenn Entwickler neue Wege gehen. Besonders, wenn sie durch Gamification versuchen, seriöse Anwendungen mit Gameplay zu versehen, um beispielsweise auf Gesundheitsprobleme aufmerksam zu machen. Bitte mehr davon!

Bilder: Happitech


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

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