Ausgeflappyt: Entwickler nimmt Erfolgs-Spiel aus den Stores

Tobias Gillen

Ein flappiger Post, um mal einen Einstieg mit einem schlechten Wortwitz zu wagen, wird das hier. Schließlich geht es um die Erfolgs-App Flappy Bird, die seinen Entwickler reich, in Kreisen berühmt und nun zur Verzweiflung getrieben hat.

„Gebt mir Frieden“

Es ist Samstagabend, 20 Uhr deutscher Zeit, als Nguyen Dong via Twitter bekanntgibt, das Smartphone-Spiel Flappy Bird in 22 Stunden, also Sonntagabend, aus den App-Stores zu entfernen. Er könne nicht mehr, schreibt er. Dabei lief es für Flappy Bird eigentlich ziemlich rund. In etlichen Ländern, darunter Deutschland, USA und China, war das simple Spiel um den kleinen Vogel in der Super-Mario-Kulisse auf Platz 1 der Download-Charts. Über 50 Millionen Mal sei die App bis vor wenigen Tagen runtergeladen worden sein – und spiele damit rund 50.000 US-Dollar ein – pro Tag.

Dennoch ist Nguyen Dong der Rummel um sein Programm offenbar zu viel geworden. Ständig musste er sich Anfeindungen und Beleidigungen aussetzen, weil Spieler das Spiel für zu schwer hielten oder die Ähnlichkeit mit Nintendos Super Mario monierten. Zudem habe ihn der Presserummel bedrückt, er wünsche sich „Frieden“, schrieb er schon vor ein paar Tagen in einem weiteren Tweet.

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„Keine Rechtsprobleme“

Gerüchten zufolge, könnte hinter der Löschung aber auch Nintendo stecken. Entsprechende Probleme wegen Urheberrechtsverletzungen oder Rechteproblemen dementierte Nguyen aber direkt nach seiner hundertausendfach geteilten Botschaft der Löschung. Zudem habe er das Spiel nicht verkauft und werde auch weiterhin Spiele entwickeln.

Dennoch mutet die ganze Geschichte etwas komisch an. Es gibt Leute, die zumindest nicht ausschließen, dass es sich bei der Löschung und dem nicht zwingenderweise notwendigem Countdown um einen PR-Streich handelt (so wie ich) oder die seltsame Verschwörungstheorien zusammenbasteln – etwa, dass er von Nintendo unter Druck gesetzt worden sei.

Dabei zeichnete sich schon im letzten Update ab, dass etwas nicht stimmt: Der Entwickler schaltete die Sharing-Funktion der (meist nicht teilenswerten) Ergebnisse ab. Ob es sich dabei um ein Versehen oder um den ersten Versuch, die App etwas abzubremsen handelte, ist unklar. Nguyen, der seit seiner Botschaft satte 90.000 Follower dazugewonnen hat, dürfte bald wohl zumindest wieder ruhig schlafen können: Die App wurde gestern mit leichter Verspätung aus den Stores entfernt.

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Bild: Screenshot

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.