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Jeff Jarvis zur Zukunft des Journalismus: „Facebook und Google wissen mehr über unsere Leser als wir selbst“

Jeff Jarvis
geschrieben von Gastautor

Ortstermin an der City University of New York (CUNY): Wir treffen Journalismus-Professor und Bestseller-Autor Jeff Jarvis. Er teilt seine Sicht der Dinge nicht nur als Online-Instanz auf Twitter, Facebook und auf seinem Blog BuzzMachine mit, sondern gerne auch im persönlichen Gespräch. Ein Video-Interview. // von Oliver Nermerich, OSK.de

Die Zukunft des Journalismus ist sein Lieblingsthema – seine Haltung dazu wird schnell klar: News und gute Geschichten werden im Internet gemacht – und verkauft. Journalisten, so erklärt der 61-jährige Direktor des Tow-Knight Center for Entrepreneurial Journalism im OSK-Interview, müssen heute auch Unternehmer sein.

Google ist eines der Digital-Unternehmen, das Jarvis am spannendsten findet. Die Erfolgsstrategien des Konzerns hat er in seinem Buch „Was würde Google tun?“* analysiert und erläutert. Die Forderungen nach einem Leistungsschutzrecht und die Skepsis deutscher Verlage wie Burda und Axel Springer gegenüber Google News kritisierte er immer wieder offen als fortschrittsfeindlich. Sein Wunsch und sein Aufruf: Journalisten sollten von Instanzen wie Google und Facebook lernen – und vor allem lernen wollen.

Jeff Jarvis Newsroom

Jeff Jarvis redet gerne über die Zukunft des Journalismus (Bild: OSK.de)

Den Computer als Wegbereiter für die Arbeit im Internet, das seines Erachtens nach heute nicht als eigenes Medium, sondern als Plattform für Medien gesehen werden sollte, entdeckte Jarvis selbst Anfang der Siebzigerjahre in seinem ersten Job bei der Tageszeitung „Chicago Tribune“. Während der Nachtschichten in der News-Redaktion wurde Jarvis nach eigenen Angaben „zum Freak“. Wenn er sich langweilte, spielte er am PC, galt als seltsam. Bis er sich zu einem der wenigen Kollegen seiner Generation entwickelte, die nie Angst vor der Digitalisierung hatten.

Jeff Jarvis: Öffentliches Leben im Netz hat soziale Vorteile

1990 gründete er das Magazin „Entertainment Weekly“. Nach den Anschlägen vom 11. September fing der Journalismus-Dozent an zu bloggen. Die öffentliche Kritik am Kundenservice von Dell machte ihn schließlich bekannt. Später teilte er sogar sein Prostata-Krebsleiden mit seiner großen und ständig wachsenden Community (allein mehr als 150.000 Twitter-Follower). An einem öffentlicheren Leben im Internet sehe er persönliche und soziale Vorteile, so Jarvis. Sich selbst beschreibt er als „süchtig danach, immer wieder Neues zu starten“. Und genau dafür, so Jarvis, sei das Internet gemacht.

Unten gibt es das Video-Interview mit Jeff Jarvis – geführt von Oliver Nermerich von OSK.de und uns zur Verfügung gestellt. Zudem gibt es hier ein weiteres Interview mit Jeff Jarvis auf BASIC thinking aus dem vergangenen Jahr, dort ging es vor allem um die Frage, warum wir keine Angst vor Google haben sollten.



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2 Kommentare

  • Es ist schon richtig, dass die Medien Nachrichten einfach kopieren oder die Themen voneinander anschauen. Was übrig bleibt, ist ein Einheitsbrei von vorgekauten Informationen. Das was den Konsumenten interessiert, wird als Nachricht verkauft – das angesprochene Massenprodukt.

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