Digitale Nomaden

Tagebuch einer digitalen Nomadin: Tool Time! 3 praktische Tools für Webworker

Digitale Nomaden
geschrieben von Marinela Potor

Marinela Potor ist digitale Nomadin. Kein fester Wohnsitz, immer unterwegs, Leben auf Reisen. Für viele ein Traum, für andere ein Graus. Im Tagebuch einer digitalen Nomadin berichtet Marinela wöchentlich auf BASIC thinking von ihren Reisen, was es mit dem Leben aus dem Rucksack auf sich hat und warum es sich lohnen kann, auch mal über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.

Hier ist Marinela aktuell: Medellín, Kolumbien

Hier ist Marinela aktuell: Medellín, Kolumbien

Liebes Tagebuch,

ich möchte heute in die Werkzeugkiste greifen und drei hilfreiche Tools für digitale Nomaden vorstellen. Wenn es ums Arbeiten von unterwegs geht, gibt es eine Vielzahl von Programmen, die euch viel Arbeit abnehmen oder einfach eine nettere Arbeitsatmosphäre zaubern. Die Meinungen zu diesen verschiedenen Tools sind dabei wahrscheinlich so vielseitig wie die digitalen Nomaden selbst. Mein Tipp ist daher: Probiert einfach die verschiedenen Tools aus und schaut, was euch gefällt, womit ihr gut klar kommt und was euch im Alltag wirklich hilft. Ich werde hier nach und nach verschiedene Programme vorstellen, die ich selbst ausprobiert und getestet habe. Den Anfang machen f.lux, Trello und Focus At Will.

f.lux bringt Licht in euren digitalen Alltag

f.lux ist eine Applikation, die ihr sowohl auf eurem Smartphone oder Tablet oder auch auf eurem Computer oder Laptop installieren könnt. Sie passt das Licht des Geräts eurer Wahl an die jeweilige Tageszeit an. Tagsüber imitieren Bildschirme das Sonnenlicht. Doch nachts oder am frühen morgen, kann das grelle Licht für unsere Augen irritierend sein. Daher dämmt f.lux das Licht an euren Bildschirmen. Ihr gebt euren Standort ein und daran erkennt f.lux die Tageszeit. Wenn es also draußen dunkel ist, taucht f.lux das Licht am Bildschirm automatisch in angenehme Rottöne.

f.lux am Tag

So lässt sich die Farbe bei f.lux anpassen

Das soll die Augen schützen und entspannen. Vor allem nachts können die Augen so besser abschalten und ihr schlaft besser. Wer spätabends noch Fotos bearbeiten will oder doch mal helles Licht braucht, kann das Nachtlicht auch pausieren.

Mein  Eindruck

Ich fand es am Anfang recht gewöhnungsbedürftig, dass mein Bildschirm auf einmal von alleine rötlich leuchtete und ich hatte erst den Drang, den Modus wieder abzustellen. Aber die Augen gewöhnen sich recht schnell an das Licht und ich bilde mir ein, dass ich besser schlafe und ausgeruhter aufwache – wobei das natürlich auch ein Placebo-Effekt sein kann.

Trello: Der digitale Terminkalender

Trello ist ein sehr praktisches Organisationstool. Man könnte Trello vielleicht am ehesten als eine Mischung aus digitalem Terminkalender und Online-To-Do Liste beschreiben. Mit Trello könnt ihr Projekte planen und sehr übersichtlich strukturieren. Ein Beispiel: Ihr wollt eine Party für digitale Nomaden planen. Mit Trello könnt ihr so ein Party-Projekt erstellen und darin dann Unterkategorien bilden, wie zum Beispiel: Einladungen herausschicken, Catering und Location. Diese Unterkategorien können dann wiederum ganz detailliert weiter unterteilt werden, um so festzuhalten, welche einzelnen Schritte für jede Kategorie erledigt werden müssen.

Trello

Mit Trello lassen sich Projekte verwalten

Ihr könnt dabei eure Listen farblich gestalten, einzelne Arbeitsschritte mit Deadlines versehen (diese werden auch als Erinnerung an euch per E-Mail geschickt), sowie euer Projekt in einer übersichtlichen Kalenderansicht darstellen lassen. Diese Projekte lassen sich auch mit anderen Nutzern teilen, sodass ihr beispielsweise eure Party zusammen mit anderen Usern planen könnt. Die Listen sind sehr flexibel, ihr könnt sie beliebig austauschen, hin- und herschieben und mit vielen Details und Kommentaren anpassen. Gerade wenn viele zusammen an einem Projekt arbeiten, ist Trello wirklich nützlich.

Mein  Eindruck

Als jemand, der ein Fable für To-Do-Listen hat, finde ich Trello sehr praktisch. Ich kann hier alle mein Projekte, Themenideen und Deadlines eintragen und habe so stets alles im Blick. Es macht die Planung tatsächlich viel einfacher und ich kann so auch besser einschätzen, ob ich etwa neue Aufträge annehmen kann oder ob mein Kalender einfach zu voll ist. Ich muss aber sagen, dass das Verschieben einer Aufgabe von „zu erledigen” nach „erledigt” nicht so erfüllend ist als würde man sie auf einer klassischen To-Do-Liste fett mit meinem Kulli durchstreichen. Erst wenn ich eine Aufgabe per Hand durchstreichen kann, habe ich auch wirklich das Gefühl, dass sie erledigt ist. Ich hake das aber mal als persönliche Eigenheit ab und kann allen, die viele Termine und Projekte organisieren müssen, nur zu Trello raten.

Focus At Will: Musik für die dröge Arbeit am Computer

Die meisten digitalen Nomaden verbringen etliche Stunden am Tag vor dem Computer. Neben der Möglichkeit, das Bildschirmlicht angenehmer für die Augen zu machen, gibt es mit Focus At Will auch ein Tool, mit dem ihr die Arbeit angenehmer für eure Ohren gestalten könnt. Focus At Will behauptet dabei, dass sie ihre Musiklisten fürs Arbeiten nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt haben. Es sind also nicht einfach irgendwelche Lieder, die da abgespielt werden, sondern die Playlisten sind speziell so zusammengestellt worden, dass Nutzer sich besser konzentrieren und fokussierter arbeiten können. Ihr könnt dabei zwischen verschiedenen Musikstilen und auch unterschiedlichen Energieleveln wählen und so den passenden Soundtrack zu eurer Arbeit finden.

Focus at Will

Focus at Will will die Arbeit mit Musik unterlegen

Während der ersten 30 Tage könnt ihr Focus At Will gratis ausprobieren, danach kostet das Musikpaket 11,83 US-Dollar pro Monat im Monatspaket oder 8,33 US-Dollar pro Monat im Jahrespaket. Das Programm könnt ihr sowohl auf dem PC als auch auf eurem Smart Device installieren. Ob das aber besser geeignet ist als sich mit Apple Music, Spotify und Co. selbst eine Playlist zusammenzustellen? Fraglich.

Mein  Eindruck

Ich habe es ganze drei Lieder lang mit Focus At Will ausgehalten und musste das Programm danach abstellen. Ich kann mich generell nicht gut mit Musik im Hintergrund konzentrieren, dachte aber, dass dieses Programm mit seinen speziellen Playlisten für die Arbeit am Laptop anders wäre. Die Musik ist zwar definitiv eher in die Kategorien „Ambiente“ und „Hintergrundmusik“ einzuordnen, für mich war es beim Arbeiten aber trotzdem störend. Egal wie unauffällig die Musik ist, ich konzentriere mich beim Arbeiten immer darauf und nicht auf meine Aufgaben. Mein Fazit: Für musikempfindliche Menschen ist Focus At Will eher eine Ablenkung als eine Hilfe beim Arbeiten am Computer. Wer aber generell besser mit Musik im Hintergrund arbeitet, hat mit Focus at Will sicherlich ein hilfreiches Tool zur Verfügung.

Jetzt interessiert mich euer Feedback: Welche Tools nutzt ihr besonders oft und gerne? Mit welchen kommt ihr überhaupt nicht klar? Welche Programme sollte ich noch ausprobieren? Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare!

Dann bis nächste Woche – aus irgendeinem Winkel dieser Welt,

Eure Marinela

P.S.: Kennst du schon unser neues Online-Magazin für digitale Nomaden, Reisende, Webworker und Querdenker? Nein? Dann aber schnell!


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor hat als klassische Radiojournalistin angefangen, und ist dann unklassisch (und nicht ganz freiwillig) zur digitalen Nomadin geworden. Seit 3 Jahren reist sie um die Welt und schreibt zu politischen, sozialen und digitalen Themen.

7 Kommentare

  • Schön, dass f.lux genannt ist.
    Ich benutze das kleine kostenlose Tool seit einiger Zeit und es hat sich nahezu unmerklich in die Liste der „Will ich nie mehr drauf errichten und würde ich auf Einiges für zahlen“-Programme geschlichen.
    Unglaublich, wie dezent und Augenschonend das ganze abläuft. Wenn ich von Zeit zu Zeit den „Deaktivieren für eine Stunde“ Button klicke frage ich mich vor allem Nachts und im schrecklich grellen Monitorlicht oft, wie ich es jemals ohne ausgehalten haben.
    Seit ein paar Wochen läuft es stabil per sideloading auf dem iPhone und ich habe wieder keine Ahnung, wie ich mich vorher ohne ausgekommen bin. Heißer Tipp also.

    • Mir ging’s ähnlich: Sobald ich mich mal dran gewöhnt hatte, wollte ich das Tool nicht mehr missen 🙂

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