Digitale Nomaden

Digitale Nomaden: So schützt ihr euren Laptop auf Reisen

Laptop digitale Nomaden
geschrieben von Marinela Potor

Marinela Potor ist digitale Nomadin. Kein fester Wohnsitz, immer unterwegs, Leben auf Reisen. Für viele ein Traum, für andere ein Graus. Bei BASIC thinking und auf MeinLeben.digital berichtet Marinela wöchentlich von ihren Reisen, was es mit dem Leben aus dem Rucksack auf sich hat und warum es sich lohnen kann, auch mal über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Diesmal gibt es Tipps, um euren Laptop auch auf Reisen so gut wie möglich zu schützen.

Wenn es einen Gegenstand gibt, der selbst den minimalsten Minimalisten unter den digitalen Nomaden hoch und heilig ist, dann ist das natürlich der eigene Laptop. Digitale Nomaden lieben, leben und arbeiten an ihrem Bildschirm. Logisch, dass wir natürlich auch besonders gut auf unsere Lieblinge (ich hoffe, ich bin nicht die einzige, die ihrem Laptop einen Namen gegeben hat) aufpassen. Während es daheim auf dem Schreibtisch für euren Laptop relativ sicher und flauschig ist – von der versehentlich verschütteten Colaflasche mal abgesehen – lauern auf Reisen die verschiedensten Gefahren für euren Laptop. Mit einigen wenigen Maßnahmen könnt ihr aber auch auf euren Touren dafür sorgen, dass euer Laptop gut geschützt ist und euch so viel länger erhalten bleibt.

Verhüllen wie den Reichstag

Ich kann mir kaum vorstellen, dass es unter euch noch jemanden gibt, der ohne schützende Laptophülle unterwegs ist. Denn diese Hülle ist sozusagen der Fahrradhelm für euren Laptop. Scharfe Gegenstände oder ausgelaufene Senfsauce im Rucksack (ja, das war relativ ekelig, aber mein Laptop hat nichts abbekommen) können so eurem Laptop nichts anhaben.

Glaubt mir, damit reist es sich wesentlich entspannter. Was die Art der Hülle angeht, gibt es ja vom Blümchendesign über den Neoprenschutz bis zum „Ich herze Friesischen Handball” so ziemlich jedes Design und Material, das ihr euch vorstellen könnt. Ich habe mir damals eine der simpelsten überstreifbaren Hüllen gekauft – fertig. Diese habe ich heute noch und sie hat meine Ally bisher wunderbar geschützt.

Laptoprucksack

Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, kann sich natürlich auch einen speziellen Laptoprucksack zulegen. Kauft euch bitte nie nie eine Laptoptasche! Erstens sieht hier auch wirklich JEDER, dass ihr ein wertvolles technisches Gerät an eurer Seite habt (oder denkt es zumindset) und zweitens sind Laptoptaschen meist so eng, dass ihr fast nichts anderes darin transportieren könnt. So müsst ihr dann neben eurer Laptoptasche und eurem Koffer oder Rucksack dann auch noch einen kleinen Rucksack für die wichtigen persönlichen Gegenstände mitschleppen.

Laptoprucksäcke dagegen bieten Raum für ein Buch, Knabbereien, Zahnbürste und alles was ihr sonst noch handlich haben wollt UND euren Laptop. Meist ist dabei ein gepolsterter Bereich speziell für euren Laptop reserviert. Das gibt eurem Gerät zusätzlichen Schutz. Und wer es ganz wild mag, der sollte es mal mit diesem mobilen Rucksack ausprobieren:

Von Naturgewalten und Tortenschlachten

Alles womit Kinder sich gerne dreckig machen, ist für euren Laptop Gift: Sand, Wasser, Matsche, Tortenschlachten. Wenn ihr euren Geräten also etwas Gutes tun wollt, haltet sie von den Elementen fern. Während die wenigsten von euch ihre Laptops ins Wasser tauchen oder in eine Tortenschlacht verwickeln, sehe ich immer wieder digitale Nomaden, die mit ihren feingliedrigen Modellen im Liegestuhl am Strand sitzen.

Klar ist es toll, direkt am Strand am Laptop zu arbeiten – und es macht sich auch gut in den Fotos, die man für Freunde und Familie später auf Instagram postet. Nur: lange wird euer Laptop das wahrscheinlich nicht mitmachen. Denn wenn euch eure Laptops (und übrigens auch eure Kameras) lieb sind, haltet sie so WEIT weg wie nur möglich von den feinen Sandkörnern. Auch wenn ihr meint, es käme kein Sand in euer Gerät, der Wind bläst garantiert Mini-Parktikel unter eure Tastatur, sodass es schnell in eurem Gerät nur so knattert und knirscht und früher oder später eure Hardware empfindlich angegriffen wird.

Spa-Erlebnis für euren Laptop

So wie ihr euch hin und wieder einen Spa-Besuch (oder die neue Hose) gönnt, will auch euer Laptop ein bisschen verwöhnt werden. Nein, ihr müsst ihm keine klassische Musik vorspielen oder mit ihm reden, aber der gelegentliche Kontrollbesuch beim Experten kann nicht schaden. Bei mir ist es zumindest so, dass ich trotz aller Vorsicht auf Reisen einfach meinen Computer nicht so aufbewahren kann wie auf einem Schreibtisch. Als Ausgleich habe ich meinen Laptop schon einige Male zum Doktor mitgenommen und einfach auf Viren, überflüssige Programme oder sonstige Problemchen hin prüfen sowie ihn gründlich auspusten und reinigen lassen.

Die Computerkenner unter euch können das wahrscheinlich locker selbst machen, ich suche mir dafür regelmäßig Computerläden in Südamerika (da der gleiche Check-up in Europa oder den Staaten wahrscheinlich so teuer wäre wie ein neues Modell) und gönne meinem Laptop so ab und zu eine Erneuerungskur. So bleibt euch euer Laptop definitiv länger erhalten.

Unter Strom

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich folgenden Tipp von einem Verkäufer im Best Buy in den USA bekommen habe und ich nicht zu 100 Prozent sicher bin, ob er Recht hatte oder mir einfach nur etwas verkaufen wollte. Kommen wir aber zur Sache: Mein Freund und ich hatten festgestellt, dass uns auffällig oft unsere Ladekabel kaputt gingen. Wir hatten sie weder während eines Gewitters in der Steckdose gelassen, noch sonst etwas Ungewöhnliches damit getan. Besagter Verkäufer erklärte uns nun, dass das wahrscheinlich daran liege, dass wir so oft in verschiedene Länder reisten. Auf unsere Reaktion hochgezogener Augenbrauen hin erklärte er uns, dass die Spannung nicht in jedem Land identisch ist.

Während also das Ladekabel aus Deutschland an EU-Spannung angepasst ist, kann es durch die andersgeartete Spannung in Hongkong oder auf der Osterinsel schneller durchbrennen. Je öfter man das Land wechsele, umso anfälliger werde das Kabel. Die Lösung: Ein Adapter, der auch die Spannung anpasst. Wir haben uns diesen Spannungs-Adapter nicht gekauft (weil sehr teuer!) und hatten seitdem allerdings auch keine Probleme mehr.

Während abweichende Netzpannungen in anderen Ländern definitiv Fakt sind, konnte ich aber bisher nirgendwo einen wissenschaftlichen Nachweis darüber finden, dass die Spannungsadapter Ladegeräte und Endgeräte besser schützen (wenn ihr hier mehr wisst, lasst es mich wissen), aber schaden tun sie sicher auch nicht. Wer also seinen Laptop auch vor schwankenden Netzpannungen schützen möchte, kann sich mit so einem Adapter sicherer fühlen.

Umsicht ist die Mutter der Laptopkiste

Neben diesen vielleicht sehr offensichtlichen Schutzmaßnahmen, solltet ihr natürlich auch eure allgemeine Umsicht walten lassen, um euren Laptop zu schützen. Damit meine ich: Wenn ihr in einem Chickenbus in Guatemala sitzt, ist das wahrscheinlich nicht der beste Moment, um euren Computer herauszuholen. Nicht so sehr, weil er euch geklaut werden würde, sondern weil ihr eingepfercht zwischen 3 Fahrgästen und ihren 4 Kindern einfach nicht für die Sicherheit eures Gerätes garantieren könnt.

Ich versuche auch generell in Hostels, je nach Ort und Stimmung, nicht unbedingt meinen Laptop in aller Öffentlichkeit vorzuführen. Gut, mein Modell ist mittlerweile so veraltet, dass ich mir da keine Sorgen mehr machen muss. Doch wenn ich manchmal sehe, in welchen Stadtvierteln digitale Nomaden ganz unbedacht ihre schicken Macbooks herausholen oder manchmal auch einfach unbeaufsichtigt längere Zeit auf den Tisch lassen, muss ich wirklich den Kopf schütteln. Das muss nur die falsche Person sehen und schon wartet an der nächsten Straßenecke jemand auf euch, der euch euren Liebling auf Nimmerwiedersehen wegnimmt. Paranoid? Vielleicht. Doch mir ist bisher noch kein einziges technisches Gerät „abhanden“ gekommen.

Auch würde ich euch dringend empfehlen euren Laptop NIE mit dem großen Gepäck im Flugzeug oder Bus zu lassen. Hier könnt ihr einfach nie wissen, wie euer Computer hin und her geschleudert wird oder ob er auf dem Dach des Busses mitten in der Regenzeit total durchnässt wird. Daher: Bewahrt ihn immer im Rucksack direkt bei euch.

Was meint ihr dazu? Sind meine Schutzmaßnahmen übertrieben? Was macht ihr, um euere Laptops auf Reisen zu schützen? Und vor allem: Welche Namen haben eure Laptops? Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare!

Bis nächste Woche, dann wieder aus irgendeinem Winkel der Welt,

Eure Marinela

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor hat als klassische Radiojournalistin angefangen, und ist dann unklassisch (und nicht ganz freiwillig) zur digitalen Nomadin geworden. Seit 3 Jahren reist sie um die Welt und schreibt zu politischen, sozialen und digitalen Themen.

13 Kommentare

  • Schöner Text 🙂 Deine Schutzmaßnahmen sind kein bisschen übertrieben. Ich mach es genauso. Mein Laptop ist sicher in einer Neoprenhülle geschützt und ist bei mir immer im Handgepäck.

    Im vergangenen Jahr war ich ein paar Tage in Russland und habe meinen Laptop mit einem Kennwortschutz für das Hochfahren und den Zugriff auf die Festplatte versehen. Ich hatte soagr über eine vollständige Festplattenverschlüsselung nachgedacht. Das würde ich auch jedem empfehlen, der Angst hat, dass sein Laptop am Flughafen etc. für kurze Zeit unbeaufsichtigt sein könnte. Paranoia hin oder her. Die Daten gehen keinen außer euch was an.

    Mein Laptop hat keinen Namen und ist seit ein paar Tagen ein anderer.

    • Hallo Markus,
      danke 🙂 Freut mich ja, dass ich nicht die einzige bin, die so beschützerisch über ihren Laptop wacht!

      Das Thema „Daten schützen“ ist definitiv auch etwas, auf das ich genauer eingehen möchte hier, denn das ist eigentlich fast noch wichtiger, als das Gerät selbst!

      Welchen Laptop hast du denn? Ich bin ja immer noch auf der Suche…

      • Hallo Marinela,
        gern 🙂

        Was das Thema „Daten schützen“ angeht, stimme ich dir voll und ganz zu. Wir können uns ja mal via Twitter DM oder so ein bisschen austauschen, wenn du magst.

        Ich hab aktuell ein Acer Aspire S 13. Bin bisher relativ zufrieden, aber auch noch am Testen. Kritikpunkt: Tastaturbeleuchtung standardmäßig aktiv (muss bei jedem Start manuell deaktiviert werden).

        Es ist wirklich nicht einfach, den passenden Laptop für sich selbst zu finden. Habe auch im vergangenen Jahr lange gesucht. Ergebnis: Zwar was gefunden, aber auch nicht zu 100 Prozent glücklich damit gewesen.

  • Danke für deine umfangreichen Tipps! Ich dachte immer, ich wäre schon vorsichtig, aber da kann ich mir definitiv noch was abschauen 🙂 Das mit dem Reinigen beim Experten ist auch eine gute Idee. Bin ich irgendwie noch nicht drauf gekommen. Ich will eigentlich auch gar nicht wissen, was sich da alles so an Staub ansammelt…

  • Marinela, super Artikel! :))) Ein Thema, über das sich viele keine Gedanken machen und wenn es dann mal kracht, ist das Geheule groß 🙂 Ich bin mit meinem Laptop auch ultra-vorsichtig. Laptop-Rucksack, Laptop-Tasche und Silikon-Case habe ich als Schutz. Doch vor Diebstahl ist man auf Reisen dann auch nicht 100% sicher. Eine kleine Unachtsamkeit und das geliebte MacBook ist weg.. Du hast recht, man muss genau überlegen, wo man das MacBook herausholt und wo lieber nicht.

    LG Christoph

    • Erstmal: Vielen Dank für das Lob 🙂
      Das stimmt, man kann nicht immer alles zu 100% absichern. Ich habe Reisende getroffen, denen der Laptop aus dem Hostel geklaut wurde (Einbruch wahrscheinlich mit dem Besitzer abgesprochen) – da machste leider nichts. Das passiert zum Glück eher selten.
      Welchen Laptop hast du denn?

      • Genau, wenn das tatsächlich abgesprochen ist, hast du keine Chance. Dann darf man gar nichts wertvolles mitnehmen.. Das MacBook Pro aus 2015. LG

  • Moin,
    ich mache das eigentlich auch genau so. Abgesehen vom Reinigungsservice und dem Namen.
    Dafür habe ich aber immer noch ein Schutztuch auf der Tastatur und mache regelmäßig Backups.
    Ich frage mich, ob so ein Backup auch gegen diese Crypto-Trojaner hilft oder ob die einen Monat oder so schlummern um sich auch in die Backups zu schummeln. Ist jemandem da was bekannt?

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