Flixbus und Postbus

Nach Megabus-Übernahme: Flixbus übernimmt Postbus

Ekki Kern
von Ekki Kern
Flixbus und Postbus

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Nach der Übernahme des europäischen Geschäfts von Megabus vor ein paar Wochen nun eine weitere überraschende Meldung: FlixBus übernimmt den Postbus, die Fernbussparte der Deutschen Post.

Am 1. November 2016 werden die ersten Postbus-Linien in die FlixBus-Plattform überführt. Über eine dauerhafte Marketing- und Vertriebskooperation wollen sich beide Unternehmen zudem neue Kundengruppen für ihr jeweiliges Kerngeschäft erschließen, heißt es.

Aus dem Newsletter von Flixbus vom 03.08.2016
Aus dem Newsletter von Flixbus vom 03.08.2016

Reisende würden langfristig von einer starken Alternative zum Individualverkehr profitieren, sagt Flixbus in einer Pressemitteilung. Mittelständische FlixBus-Partner begrüßen die Übernahme als „positives Signal für Deutschlands Mittelstand“.

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Auf der Website des Postbus heißt es im Hinblick auf die anstehenden Veränderungen:

Bis zum 31. Oktober 2016 fahren alle Postbus Linien weiterhin in der gewohnten Qualität und Zuverlässigkeit – alle vorliegenden und bis dahin getätigten Buchungen werden sorgfältig erfüllt. Bis zu diesem Datum können alle Verbindungen wie gewohnt über die Buchungsplattform und alle übrigen Verkaufskanäle gebucht werden. Zum 1. November 2016 werden die Linien in das FlixBus-Netz überführt und Kunden bei Online-Buchungen in das Buchungssystem von FlixBus weitergeleitet.

Darüber hinaus werden die Zubringerlinien zum Münchner Flughafen noch bis zum 14. Dezember 2016 für die nationalen Linien und bis zum 11. Februar 2017 für die internationalen Linien von/nach Innsbruck und von/nach Salzburg durch den Postbus vollumfänglich bedient.

100.000 Verbindungen zu 900 Zielen

Deutsche Website des Postbus
Deutsche Website des Postbus

FlixBus ist 2013 als deutsches Startup im Rahmen der Markt-Liberalisierung gestartet und bietet mittlerweile mit 100.000 täglichen Verbindungen zu 900 Zielen in 20 Ländern ein europaweites Fernbusnetz.

Die Deutsche Post DHL Group – weltweit führender Post- und Logistikkonzern – betreibt über ihre Tochtergesellschaft Deutsche Post Mobility und unter der Marke „Postbus“ aktuell Fernbuslinien zu 120 Zielen innerhalb Deutschlands und in Nachbarländer.

André Schwämmlein, FlixBus-Gründer und Geschäftsführer: „Postbus und FlixBus sind beide Qualitätsanbieter, haben aber bisher unterschiedliche Kundensegmente angesprochen. Wir möchten jetzt ein Produkt für alle Alters- und Zielgruppen bieten.“

Joachim Wessels, Geschäftsführer Deutsche Post Mobility: „Unsere Postbus-Kunden sind eingeladen, künftig mit FlixBus zu fahren, der über das größte deutsche und europäische Fernbusnetz verfügt.“

Kleinstädte sollen ans Netz

Bis Ende des Jahres wird FlixBus auch das regionale Angebot in Deutschland verstärken. Profitieren sollen Kleinstädte, die bisher noch keinen Fernbus-Anschluss hatten.

FlixBus setzt bei seinem Geschäftsmodell auf die Kooperation mit rund 250 mittelständischen Busunternehmen, meist Familienbetrieben aus der Region.

Harald Baumann, Fernbusunternehmer und Sprecher FlixBus-Partnergremium: „Wir als Busunternehmer und FlixBus-Partner begrüßen diesen Schritt im Hinblick auf eine gesunde Konsolidierung des Markts. Die Übernahme ist ein positives Signal für Deutschlands Mittelstand.“

Mittels einer langfristigen Vertriebs- und Marketingkooperation werden FlixBus-Produkte bis Ende des Jahres in 5000 Partnerfilialen der Deutschen Post erhältlich sein. Produkte der Deutschen Post werden über FlixBus-Kanäle beworben.

DHL-Pakete unterwegs im Flixbus

Zudem läuft ein Express-Kurierservice als Pilotprojekt der Deutschen Post zwischen Hamburg und Berlin, bei dem DHL-Pakete taggleich mittels Fernbus versendet werden.

Im Jahr 2015 nutzten rund 20 Millionen Menschen den FlixBus durch Europa. Damit beförderte FlixBus mehr Reisende als der innerdeutsche Luftverkehr. Für 2016 rechnet FlixBus mit einem Fahrgastzuwachs von nochmals 50 Prozent auf 30 Millionen Kunden.

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Ekki ist Medienjournalist und probiert Technologien gerne aus, entdeckt dabei aber nicht selten die Vorzüge des Analogen. Diskutieren über das alles kann man mit ihm ganz hervorragend, für die Zeitung schreibt er über Medien und Verbraucherthemen, privat für seinen Watchblog Radiowatcher.