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Verbesserte Produktbewertungen: Amazon untersagt kostenlose Testmuster – mit einer Ausnahme

Tobias Gillen
Aktualisiert: 04. Oktober 2016
von Tobias Gillen
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Die Produktbewertungen auf Amazon sind leider oftmals ein Problem. Da sie als gewichtige Faktoren mit ins Ranking spielen, versuchen viele Verkäufer, mehr oder minder seriös an Bewertungen zu kommen. Amazon schraubt seit einiger Zeit an der Verbesserung der Bewertungen – nun mit einem weiteren Schritt.

Als Händler hat man mehrere Möglichkeiten, seine Produkte bei Amazon mit Bewertungen im Ranking steigen zu lassen: Man bombadiert sein Produkt mit unseriösen Fake-Bewertungen – ein Geschäft ähnlich dem des Like-Kaufs bei Facebook. Oder man geht den richtigen Weg und verschenkt/rabattiert seine Produkte an/für Tester. Voraussetzung hier ist, dass in der Bewertung klar ersichtlich wird, dass es sich nicht um einen regulären Kauf handelt.

Die Gleichung ist einfach: Je mehr gute (4 oder 5 Sterne) Bewertungen mein Produkt hat, desto besser wird es gerankt und erhält dadurch mehr Sichtbarkeit. Für große Marken vielleicht nicht primär entscheidend, weil sie ohnehin schon eine große Community haben, für kleine Unternehmen und Amazon-FBA-Unternehmer aber sehr entscheidend, da man mit relativ kleinem Einsatz (z.B. eben 50 Gratisprodukte) ziemlich viele Bewertungen absahnen kann, die einen nach vorne bringen.

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Produktbewertungen: Keine kostenlosen Testmuster mehr, außer…

Nun untersagt Amazon dieses Vorgehen und verbietet gemäß der neuen Richtlinien, dass Produkte kostenlos oder rabattiert an Testkäufer gehen. Die Regelung tritt vorerst in den USA in Kraft, dürfte dann aber auch international ausgerollt werden. Sie betrifft dabei eine sich über die vergangenene Jahre komplett neu aufgebaute Branche, bestehend eben aus den Kleinunternehmern, die ihre Produkte über Amazon vertreiben und den ganzen seriösen und unseriösen Agenturen und Vermittlern für Produktbewertungen.

Amazon wäre aber nicht Amazon, wenn es nicht selbst auch davon profitieren würde. So gibt es nämlich doch eine kleine Ausnahme: Das Amazon Vine Programm. Darüber verteilt Amazon die Testmuster künftig exklusiv an vertrauenswürdige Tester. Hier habe man zudem noch Ideen, den Einfluss von Amazon Vine weiter auszubauen, schreibt Amazon-VP Chee Chew. Die Bewertungen via Amazon Vine werden dann extra gekennzeichnet und sind somit klar als Testmuster-Bewertung zu erkennen.

Rezensionsexemplare für Bücher weiterhin zugelassen

Zudem gelten für Vine-Rezensionen besondere Regeln, etwa zeigt Amazon pro Produkt nur eine bestimmte Anzahl an Vine-Bewertungen an. So bleibt für die Nutzer das Verhältnis zwischen realen Käufern und den mit einem Gratismuster bestückten Testern im Gleichgewicht.

Nicht betroffen ist übrigens die Buch- und E-Book-Branche. Hier will Amazon vorerst weiter Rezensionsexemplare auch außerhalb von seinem Vine-Programm zulassen. Erst vor wenigen Wochen gab es übrigens – ebenfalls in den USA – die Änderung, dass man Bewertungen verfassen darf, wenn man schon für insgesamt 50 Euro eingekauft hat. Damit wollte man verhindern, dass die schwarzen Schafe Fakeaccounts anlegen und damit dann Produktbewertungen verfassen. Nun geht man einen weiteren Schritt zur Verbesserung der Authentizität – mit noch offenem Ausgang für die kleinen Unternehmer.

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.
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